Chili sin Carne mit Linsen, perfekte Bordküche für den Herbst

Chili con Carne ist ein extrem beliebtes Rezept in Segler-Kombüsen und auf meinem Blog. Mit selbstgemachtem Hack ist es in der Pantry problemlos zuzubereiten. Das vegetarische Chili sin Carne ist noch ungefährlicher. Wichtigste Zutat hierbei sind die nahezu unbegrenzt haltbaren Linsen. Diese habe ich die ganze Saison an Bord gebunkert. Jetzt, wo die Abende wieder etwas kühler werden, kommen die vielseitigen Hülsenfrüchte zum Einsatz.

Rezept für Segelyachten: Linsenchili vegetarisch

Vegetarisches Chili: Schmeckt so gut wie mit Fleisch, besteht aber aus Linsen

One-Pot Rezept: Chili sin Carne- schmeckt das wirklich?

Das vegetarische „Chili sin Carne“ als One-Pot-Rezept begegnet mir häufig im Netz. Ob es mein geliebtes Rindfleisch ersetzen kann? Es kann, das Ergebnis war sehr gut. Rindfleisch habe ich nicht eine Sekunde vermisst.

Für das One-Pot-Chili habe ich Beluga- und Berglinsen gemischt, um die typische optische Vielfalt und einen unterschiedlichen Biss auf dem Löffel zu haben.

Chili ohne Fleisch, Rezept für Smutjes

Schmeckt super, vor allem wenn Schmand oder Creme fraiche dabei ist

Berglinsen sind kleiner und fester als handelsübliche Tellerlinsen. Sie haben eine rötliche hellbraune Farbe und einen feinen Geschmack.

Belugalinsen sind noch kleiner und von blauschwarzer Farbe. Deshalb werden sie häufig auch Kaviarlinsen genannt. Beim Kochen färben sie sich dunkelbraun und bleiben bissfester. Ihr Geschmack ist etwas kräftiger.

Chili sin Carne Linsen Seglerküche Zutat

Berglinsen, Belugalinsen und andere halten sich ewig

Die Zutaten zwei Personen oder zwei große Teller

  • 200g-250g Linsen (siehe oben)
  • 2-3 frische Tomaten (oder eine kleine Dose)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 große rote Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1-2 frische Chilis (Schärfe nach Geschmack)
  • 1 EL scharfes Paprikapulver (alt. siehe Glossar)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Oregano
  • 1 TL Cumin, frisch gemahlen
  • Pfeffer aus der Mühle, Meersalz
  • 1 Paprika (rot oder gelb)
  • 1 mittelgroße Möhre (optional)
  • Gemüsebrühe, aufgelöst (Instant oder selbstgemacht)

Für das Topping:

  • 50g Cheddarkäse, frisch gerieben (alt. Gouda, Emmentaler)
  • Creme fraiche oder Schmand
  • Frischer Koriander, alternativ Petersilie oder Schnittlauch

Tipp: Um den chilitypischen Geschmack zu erhalten, könnt ihr auch eine Gewürzmischung einsetzen. In meinem Fall habe ich zusätzlich „Pul Biber“ benutzt. Dies enthält neben Paprikaflocken die original Gewürze Oregano und Cumin. Weitere mögliche Mischungsempfehlungen findet ihr am Ende des Rezeptes.

Aromaten für die Kombüse Seglerküche

Chilitypische Gewürze, damit es richtig scharf wird

One-Pot Linsenchili, Chili sin Carne auf Löffel

Da darf es auch ein Löffel mehr sein: Scharfer Linsen-Chili-Eintopf

Hier geht es zur Zubereitung. Das Chili ist ein echtes One-Pot Rezept:

Linsen gut waschen und auf Verunreinigungen wie kleine Steinchen oder Schlimmeres prüfen. Zwiebel schälen und grob würfeln. Paprika waschen, entkernen und in Würfel schneiden. Karotte schälen und würfeln.

Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Tomaten grob schneiden. Wer möchte, kann sie vorher überbrühen und häuten. Noch bequemer sind Dosen-Tomaten. Cumin in der Gewürzmühle mahlen.

Zwiebel im Öl bei mittlerer Hitze anbraten. Nach wenigen Minuten auch die Linsen, die gewürfelte Paprika, die Karotte und die Tomaten zugeben. Gemahlenen Cumin, Oregano, Lorbeerblatt, Knoblauch und Tomatenmark unterrühren und kurz anschwitzen. Mit Brühe ablöschen, Hitze reduzieren und sanft kochen lassen. Das dauert mindestens 30 Minuten, je nachdem wie weich die Linsen werden sollen. Zwischendrin probieren, gerade Beluga-Linsen bleiben lange bissfest. Falls schon zuviel Flüssigkeit verdampft ist, noch etwas Brühe oder Wasser nachgießen.

Wenn die Linsen die gewünschte Konsistenz haben, nach Geschmack nachwürzen: Mit Paprika edelsüß, alternativ auch Harissa, Chilipulver oder Pul Biber. Jeder muss für sich herausfinden wie „hot“ er es gerne hätte. Auch Tabasco ist erlaubt. Über die Unterschiede der scharfen roten Gewürzpulver schreibe ich am Ende des Blogposts.

Zum Servieren mit Schmand oder Creme fraiche, frisch geriebenem Käse und Kräutern toppen. Dann schmeckt es nochmal so gut. Der Schmand mildert auch die Schärfe.

Tipp: Wenn ihr die geschälten roten oder gelben Linsen verwendet, verringert sich die Kochzeit des Chilis. Es wird dann eher „suppiger“ und tendiert in Richtung Dhal. Rote Linsen habe ich auch in der leckeren Syrischen Linsensuppe benutzt.

Kochen an Bord: Chili sin Carne mit Merguez und Käse

Wer auf Fleisch nicht verzichten kann: Merguez sind super dazu

Kleine Gewürzkunde für rote Pülverchen:

Außer den klassischen Chili Einzel-Gewürzen Paprikapulver, Cumin, Chili, Knoblauch und Oregano kann ein Chili auch mit fertigen Gewürzmischungen verschärft werden. Zur besseren Einordnung habe ich die Unterschiede hier kurz aufgeführt. Oft sind sie nur marginal, können aber je nach Mischungsverhältnis dem Chili einen anderen geschmacklichen Kurs geben.

Chili Con Carne als klassisches Fertig-Gewürz:

Für ganz bequeme Köche. Hier muss unterschieden werden. Es gibt reine Gewürzmischungen, die qualitativ hochwertig und gut sind. Diese Mischungen enthalten keine Zusatzstoffe, sondern Gewürze wie: Paprika, Cumin, Chilli, Knoblauch, Oregano, Salz und vieles mehr. Bitte NICHT verwechseln mit der fiesen Tütenware, die zusätzlich Geschmacksverstärker und Füllstoffe enthält.

Cayennepfeffer:

Ist mit bis zu 50.000 Scoville Einheitender der Porsche Turbo unter den Schärfebringern.  Aus trockenen, zu Pulver gemahlenen Chilischoten. Ich bevorzuge Chili Flakes oder selbstgemahlene Schoten. Da habe ich die Dosierung besser in der Hand.

Chili gemahlen Bordküche Thai Salat Slegeln

Trockene Chili gemahlen ergibt Flakes oder Cayenne Pfeffer

Cajun Gewürzmischung:

Die Mischung stammt aus Louisiana (USA), und würzt Südstaaten Gerichte und Eintöpfe. Das Cajun Gewürz ist eine raffinierte Kombination aus französischen, spanischen und kreolischen Gewürzen. Verschiedene Pfeffersorten sowie Thymian, Oregano, Cayenne Pfeffer, Knoblauchflocken, Zwiebeln gehören in die Mischung. Die Cajun Mischung passt hervorragend auch zu Kokosmilch und tropischen Früchten.

Harissa:

Ist eine sehr scharfe Gewürzmischung aus Nordafrika. Immer in der Mischung dabei: Chili, Knoblauch, Cumin und Koriandersaat. Gibt es als Trockengewürz oder als Paste. Würzt Cous-Cous und Falaffel. Auch Harissa kann das Linsen-Chili verschärfen. Verwende ich oft.

Gewürze an Bord: Paprikapulver

Paprikapulver gibt eine schöne Farbe

Paprika Pulver von edelsüß bis rosenscharf:

Besteht aus gemahlener Paprika. Je mehr Samen und Trennwände vermahlen werden, desto schärfer schmeckt es.

Piment d´Espelette AOC

Piment d´Espelette AOC, super feine Schärfe

Piment d`Espelette:

Ist ein Chili Pulver mit Herkunftsbezeichnung (AOC) aus dem Baskenland. Es wird teilweise auch als „Gorria“ gehandelt. Es schmeckt süßlich und scharf und hat ein sehr intensives Aroma mit leicht rauchigem Charakter. Toll.

Pul Biber von Zauber der Gewürze

Eine gute Gewürz-Mischung: Hier „Pul Biber“ von Zauber der Gewürze

Pul Biber (türkisch für Paprika Flocken)

Besteht aus Chiliflocken, Paprika, Salz und häufig auch Oregano. Pul Biber gibt es immer öfter, vor allem online. Passt gut ins Chili.

Ras el Hanout:

„Kopf des Hauses“ hat marokkanischen Ursprung und ist sehr aromatisch und süßlich-scharf. Die Mischung ist eher für orientalische Eintöpfe geeignet, denn sie gibt allem eine blumige, orientalische Note. Jeder Küchenchef oder jeder Hersteller hat seine eigene Ras el Hanout Mischung. Sie enthält jedoch fast immer: Koriandersaat, Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Zimt, Kardamom, Chili, Paprika, Knoblauch, Lorbeerblätter, Muskatnuss, Nelken, Sternanis und vieles mehr…

Shakshouska ras el hanout2

Ras el Hanout ist eher für orientalische Gerichte geeignet

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