Grillen

Gegrillte Ananas zum BBQ. Wie Toast Hawaii, nur ohne Toast und Käse!

Die Idee, Ananas mit etwas Herzhaftem zu kombinieren, existiert schon seit den fünfziger Jahren. Wenn ein Rezept so lange überlebt hat (alternativ auch als Hawaii-Pizza), muss etwas dran sein. Das Geheimnis liegt in der Kombination von süß, sauer und salzig. Bei meinem heutigen Rezept geht es darum, Ananas zu grillen und statt Brot zu servieren. Aloha!

Ananas Diät mit Grill Ananas

Einfach mal das Brot weglassen. Ananas zum BBQ

Was hat die Ananas mit Hawaii zu tun?

Ananas wurde in Amerika schon vor über 4000 Jahren kultiviert. Christoph Columbus war der erste Europäer, der sie in Guadeloupe zu Gesicht bekam. Portugiesische Seefahrer brachten die Ananas über Indien in die gesamte tropische Welt. Interessant: Ihre rasante Verbreitung war durch die Robustheit der Pflanze möglich. Sie überstand die langen Seefahrten. Die Pflanze vermehrt sich vegetativ, also über ihre Schösslinge.

Doch erst mit dem Beginn der industriellen Verarbeitung der Ernten vor Ort, konnte Hawaii zum weltweit führenden Ananas-Erzeuger aufsteigen. Die glorreichen Dosenobst Zeiten sind dort zwar vorbei, aber das Synonym „Hawaii“ für irgendwas mit Ananas hält sich so hartnäckig wie das Schnitzel Bombay.

Heute wird die Ananas wieder frisch verzehrt. In deutschen Supermärkten stammt sie fast immer aus Costa Rica. Das ist zwar gesünder, hat aber auch negative Seiten. Tipps zu Einkauf, Lagerung und auch etwas Nachdenkliches dazu am Ende des Beitrags.

Ananas als Segel Proviant. Wie lagern

Die Ananas Pflanze ist schon um die ganze Welt gesegelt

Unnützes Wissen: Das Wort Ananas entstammt der Guaraní Sprache. Naná bedeutet dort Frucht. Fast überall auf der Welt wird die Ananas auch so genannt. Ausgerechnet die Engländer machten eine Ausnahme und nannten sie „Pineapple“. Das lässt sich mit dem Aussehen erklären. Der Fruchtkörper ähnelt einem geschlossenen Pinienzapfen.

„Hala kahiki“ nennt man sie auf Hawaii, „piña“ in Spanien, „abacaxi“ in Brasilien. Warum die Ananas in Thailand ausgerechnet „Sapperlot“ heißt, müsste erforscht werden. Die Silbe „…lot“ könnte auch eine Folge der ausgesprochenen „r“ Schwäche der Thais sein. 😉

Frische Ananas erkennen. Segel Proviant

Die „Pineapple“ sieht einem geschlossenem Pinienzapfen ähnlich. Sapperlot!

Gegrillte Ananas- die schlanke Alternative zu Brot

Ananas gilt als überaus gesund. Neben Vitamin C und E wirken ihre Enzyme verdauungsfördernd. Sie ist ein echter Fatburner. Ich halte zwar nichts von Ananas Diäten, bin aber trotzdem der Meinung, dass eine Ananas ab und zu das Baguette beim BBQ ersetzen kann. Da sich der Freizeit-Segler nicht so viel bewegt, sorgt die Ananas wenigstens bei der Verdauung für Bewegung. Im Gegensatz zum Weißbrot stopft sie nicht.

BBQ Ananas mit Chili und Minze: Segel-Rezept

Frisch, gesund und überraschend. BBQ Ananas in Scheiben

Wie schneide ich eine Ananas?

Der süßeste Teil des Fruchtfleisches befindet sich direkt unter der Schale. Deshalb empfiehlt sich eine Schnitttechnik, die ich mir in Thailand und Vietnam bei den Strandverkäufern abgeguckt habe.

Zunächst die Oberseite und den Boden etwa einen Zentimeter dick abschneiden. Die Ananas auf den Boden stellen und mit einem scharfen Messer – so knapp es geht – von oben nach unten schälen.

Die dunklen Dornen (oder Augen) sind jetzt in einem Gittermuster zu erkennen. Die Augen diagonal in einem V-förmigen Schnitt rundherum entfernen. So bleibt möglichst viel Fruchtfleisch übrig. Danach die Ananas in Scheiben schneiden. Den holzigen Kern entferne ich mit einem kleinen Obstmesser. Meist ist er nicht sonderlich aromatisch.

In diesem Video seht ihr, wie eine Strandverkäuferin das Schälen perfekt meistert.

Und so wird die Ananas gegrillt, hier geht es weiter: (mehr …)

Avernakø, Strandküche, dänische Südsee und der Dieb

Jetzt sind sie da, diese langen Sommerabende für die ich Dänemark und die dänische Südsee so sehr liebe. Die Sonnenuntergänge dauern ewig und gehen fast nahtlos in die Sonnenaufgänge über. Keinen Augenblick will ich jetzt draußen verpassen. Zu dieser Jahreszeit habe ich keine Lust, lange in der Kombüse herumzukriechen. Zeit für des Seglers zweitliebstes Hobby: das Grillen.

Avernakø Segler Hafen in Abendstimmung

Abends um halb zehn im großen Hafen von Avernakø

Umso schöner, wenn der Grillabend an einem meiner Top Five Grillplätze in der Dänischen Südsee stattfinden kann: Im Hafen von Avernakø.

Grillplatz Seglerküche auf Avernakö

Mehr Wassernähe für das BBQ geht nicht

Avernakø Segler Hafen nach Sonnenuntergang

Wer will jetzt noch aufwändig kochen? Bilderbuch Sonnenuntergang

Mit dem schönen Wetter zieht endlich das „Laissez faire“ an Bord ein. So habe ich an diesem windstillen Abend ausnahmsweise eine fertige Gewürz- Mischung verwendet.

Wenn ich Zeit habe, mache ich Rubs und Marinaden wie das Thai BBQ natürlich selbst. Doch heute war ich faul und wollte nur die traumhafte Ruhe genießen.

Die farbenfrohen Mischungen von Strandküche (wie passend) machen einfach Lust aufs Meer. Besonders gut gefällt mir das BBQ Gewürz. Von den Surfern in Klitmøller an der dänischen Nordseeküste inspiriert, hat Strandküche das gleichnamige Gewürz komponiert: viel duftendes Majoran, gefolgt von Knoblauch, Muskat, Pfeffer, Koriander und leichter Chili Schärfe. Der Vollrohrzucker sorgt dafür, dass das Fleisch leicht karamellisiert ohne zu verbrennen.

Und wie im letzten Beitrag schon beschrieben, bitte kauft kein vormariniertes Fleisch! Das ist qualitativ zweifelhaft.

Bordküche ist Strandküche Avernakø Paellapfanne auf Grill Spargel und

Frisch mariniert, aussen knusprig, innen zart

Ansonsten gab es zu unserem BBQ einfach Gemüse aus der Paellapfanne. Die Spargelzeit ist offiziell zwar vorbei, grünen Spargel findet ihr noch, Zucchini oder Pimientos sind gute Alternativen. Dazu Maishähnchen, Flanksteaks oder Fisch direkt vom Grill. Oder den super-simplen schwäbischen Kartoffelsalat.

Kochen an Bord: Grill von oben Paellapfanne auf Avernakø

Low Carb am Strand. Wunderbar

Ein Rezept gibt es heute nicht. Allgemeine Grilltipps und weitere Grill-Marinaden Rezepte findet ihr hier.

Und was war mit dem Dieb? Eine freche Möwe versuchte, uns den Fisch vom Grill zu mopsen. Als harmloser Strandläufer getarnt, hatte sie es beinahe geschafft. Hier ist so wenig los, dass ich darüber schreibe. Dazu die Fotostory in drei Teilen 😉

Was gibt es auf Avernakø noch zu entdecken? Hier weiterlesen:
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