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„Foodies for sailors.“ Wohin mit all den hungrigen Seglern?

What shall we do with the hungry sailors? Diese Frage stellt sich mir eher selten. Denn dafür gibt es meinen Segel-Koch-Blog „Die See kocht“. Blogger Markus von „Get on Board“ hat jedenfalls darüber nachgedacht und eine tolle Aktion ins Leben gerufen.

Auf seinem Outdoor-Blog schreibt er über alles, was mit „On Board“ Aktivitäten zu tun hat. Das kann bei ihm überall sein: Auf oder im Wasser, über Stock und Stein oder im Schnee. Der Hunger kommt bei soviel Tatendrang nicht zu kurz. Was dabei kulinarisch machbar ist, war die Idee seiner Aktion.

Foodies for Sailors, eine ausgefallene Blog-Parade von „Get on Board“

Foodies For Sailors Logo und Motto Hungrige Segler Action

Das gelungene Aktions-Logo hat Anni von Pötit designed, es gefällt mir sehr.

Was unterscheidet Kochen an Bord von „normalem“ Kochen?

Unter dem Motto „Foodies for Sailors“ hat er neun erfolgreichen Bloggern das Thema „Kochen an Bord“ als Challenge gestellt. Die erschwerten Rahmenbedingungen in der Kombüse hat er in engen Regeln vorgegeben.

Die Bedingungen waren – grob zusammengefasst- ganz ähnlich denen auf meinem Boot. Nur zwei Flammen, keine elektrischen Küchengeräte, ohne Waagen oder Messbecher. Zusätzlich: Leicht erhältliche Zutaten und trotzdem originelle Rezepte, die jedem gelingen. Erlaubt war ein einfacher Backofen, den es bei uns an Bord noch nicht einmal gibt. Die Gerichte sollen sechs bis acht hungrige Segler satt machen.

Kochen an Bord. Leinen los für ein tolles Thema!

Natürlich war ich erfreut, dass mein Thema langsam auch ein Thema wird. Als ich vor zwei Jahren den Segel-Koch-Blog gestartet habe, hat mich doch so mancher schräg angeschaut und den Blog als „sehr nischig“ bezeichnet.

Aber an die Idee, sich beim Segeln, Wassersport, Outdoor oder Camping, gesund, saisonal und abwechslungsreich zu ernähren, habe ich fest geglaubt.

Kochen an Bord, Romatisch essen beim Segeln

Meine Idee: Schönes Outdoor Ambiente verdient schönes Essen!

Im Mai 2014 gab im deutschsprachigem Raum noch keinen Blog, der die Freizeit-Kombüsen-Küche zum einzigen Thema hatte. (Outdoor-, Camping-, Food & Travel Blogs, einzelne Rubriken und die Blauwasserküche einmal ausgenommen).

Das hat sich mittlerweile verändert, weitere reine Segel-Koch-Blogs sind dazugekommen. Mir soll das recht sein. Wenn ich mit meinem Blog dazu beigetragen habe, mehr Gleichgesinnte aufs Wasser zu locken, habe ich schon eines meiner Ziele erreicht.

Der schöne Segelsport hat es verdient, entspannter, relaxter und letztlich auch genussvoller zu werden. Maschendrahtzaun und Vereinsmeierei mag ich nicht. Charterer sind hier immer willkommen 😉

Kochen und genießen an Bord

Und jetzt die Füße hoch legen, zuschauen und die anderen kochen lassen!

Getreu dem Motto „Nirgends schmeckt der Fisch frischer und der Wein besser als am Meer“ habe ich die Gerichte der Blog-Parade durch meine Expertenbrille betrachtet. Ich war positiv überrascht, mit wieviel Sorgfalt sich meine Blogger-Kollegen dem Thema angenommen haben.

Appetit bekommen? Zwei von neun Rezepten in der Vorschau. © für alle Fotos liegt bei den Autoren.

Die ausführliche Besprechung aller Rezepte gibt es natürlich direkt bei Get on Board.

Get on Board Logo mit Claim Segelrezepte Kochen an Bord

Es lohnt sich öfter bei Get on Board reinzuschauen.

Und hier geht es zu meiner Einschätzung der acht Rezeptideen: (mehr …)

Mein sommerliches Ratatouille Rezept

Der Name Ratatouille ist in Frankreich seit dem 18. Jahrhundert für einfache Eintopfgerichte gebräuchlich und könnte nach böswilliger Interpretation Reste-Fraß (rata = Fraß; touiller = rühren, umrühren) bedeuten. Es war ursprünglich ein Arme-Leute-Essen aus dem Abfall von Gemüse – Tomaten, Auberginen, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch. Es wurde über Stunden eingekocht.

Heute wird die Gemüsekiste geleert

Ganz so drastisch würde ich es nicht sehen, aber nach ein paar Tagen auf dem Boot lohnt es sich – trotz sorgfältiger Lagerung – mal einen kritischen Blick die Proviantkiste zu werfen. Wenn euer Gemüse langsam verarbeitet werden sollte, ist die Zeit für ein sommerliches Ratatouille gekommen.

Bordrezept Segeln Ratatouille

So schmeckt der Sommer

Ein perfektes August Rezept

Ihr könnt im August natürlich auch alle Zutaten marktfrisch einkaufen. Zur Zeit bekommt man das Gemüse geradezu nachgeschmissen. Die wichtigsten Bestandteile für Ratatouille sind Auberginen, Zwiebeln, Zucchini, Tomaten, Paprikaschoten und Knoblauch. Achtet bei den Auberginen darauf, kleinere Exemplare aus Italien oder der Türkei zu bekommen. Die sind optisch zwar nicht so perfekt wie die Hollandware, aber sie sind viel aromatischer.

Laut Original Rezept sollen Tomaten und Paprika vorher enthäutet werden. Ich habe mir das gespart. Ich finde ein paar Ballaststoffe können einem Segler nicht schaden. Die größten Haut- Stückchen habe ich zwischendrin einfach mit der Gabel rausgefischt.

 Die Zutaten für 4 Personen als Beilage:

  • 4 reife Tomaten
  • 2 mittlere Zucchini (oder 1 große)
  • 1 große Aubergine oder besser mehrere kleine
  • 1 rote oder gelbe Paprikaschote
  • 2 mittlere Zwiebeln oder 3 Schalotten
  • 3 – 5 Knoblauchzehen
  • 1 halbe Chili (optional)
  • Frische Kräuter: Glatte Petersilie, Basilikum, Rosmarin oder Thymian
  • Reichlich gutes Olivenöl, (100ml)
  • Pfeffer Meersalz
  • 1 Teelöffel Zucker

Werkzeuge: Pfanne, Topf, Messer, Schneidebrett

 

Zubereitung: Beginnend mit den Auberginen und den Zucchini alles Gemüse in nicht zu kleine Stücke schneiden. Zucchini und Auberginen salzen und 20 Minuten stehen lassen, um ihnen das Wasser zu entziehen. Die Scheiben gut abtupfen.

Zum Anbraten habe ich eine große Eisenpfanne verwendet. Auberginen brauchen viel Öl, bei diesem vegetarischen Gericht muss nicht am Öl gespart werden. Im Originalrezept sollte jedes Gemüse einzeln angebraten werden. Um die Zubereitung nicht allzu aufwändig zu machen, habe ich die Auberginen mit den Zucchini angebraten, danach die Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und die Tomaten.

Das Gemüse jetzt in einen Topf schichten. Pfeffern und vorsichtig salzen. Frische Kräuter, wie Basilikum, Petersilie und Thymian dazugeben und mindestens 40 Minuten bei kleiner Hitze weiterschmoren. Nur hin und wieder vorsichtig umrühren bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Aufpassen, dass nichts anbrennt.

Ratatouille, was dazu servieren?

Mit frischem Basilikum oder Petersilie dekorieren. Dazu einen gutgekühlten provenzalischen Rosé servieren. Fleischessern empfehle ich rosa gegrillte Lammhüfte. Dieses Essen schmeckt wie der Sommer pur. Bon appétit.

Varianten: Ratatouille kann auch mit Wein, Sellerie, Möhren, Oliven, Limetten oder Kapern variiert werden.

Tipp: Ratatouille schmeckt am nächsten Tag noch besser. Es kann kalt oder warm gegessen werden.