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Larb Gai –Thai Salat, authentisches Rezept aus dem Isarn

Mit diesem Original-Larb-Gai-Rezept, entferne ich mich weit weg vom Meer. Die Reise führt uns in den Isarn, in den Nordosten Thailands. Eine andere Schreibweise für den Salat ist Laab (ลาบ). Das Wort „Larb“ soll zwei Bedeutungen haben. Einmal „fein gehackt“, eine andere Übersetzung lautet „Glück“. Beides stimmt. Gerade im Sommer ist dieses erfrischende Gericht ein Glücksfall.

Die See kocht Larb Gai Original

Sommerglück: Fast fettfreier scharfer Larb mit Hühnerfleisch

Larb ist ein lauwarmer, sehr scharfer Salat aus gehacktem Fleisch oder Fisch. Da er mit wenigen Zutaten auskommt und einer echten Arme-Leute-Küche entstammt, habe ich mich an Bord erneut dem Larb gewidmet.

Isarn Food: Larb Gai spicy

Röstaromen, Schärfe, Säure und viele frische Kräuter. Perfekt.

Heute für Einsteiger: Larb-Gai mit gehacktem Huhn und Minze

Das Larb-Rezept ist die eingängige Version mit gehacktem Hühnchen (Gai). Sehr populär ist Larb moo (Schwein). Auch gehackte Ente (pet) Wasserbüffel oder Rind (nüa), Fisch (Pla: genauer Wels oder Catfish) oder sogar Innereien sind weit verbreitet. Häufig wird Larb auch roh serviert. Dieser thai/laotische Tatar ist für Fortgeschrittene und nichts für die Bordküche oder Camping. Im Sommer ist unsere Kühlung leider nicht perfekt.

Sicherer ist es immer, das Fleisch zu garen. Bei Huhn und Schwein ist das ohnehin notwendig. In Thailand wird das Fleisch nicht gebraten, sondern nur in Wasser gedünstet. Diese Kochtechnik nennt sich „Ruan“. Warum Wasser und kein Öl? Die Erklärung ist banal: Wasser ist billiger als Öl, für die Menschen dort macht das einen Unterschied. Für uns macht der Verzicht auf Öl den Salat sehr leicht. 😉

Da Larb sehr scharf ist, sind Bakterien im Hack beinahe chancenlos. Den Unterschied von gehacktem Fleisch zu Hackfleisch erkläre ich später im Detail. Abgeschmeckt wird Larb mit reichlich gerösteter roter Chili, Fischsauce, Limettensaft, frischer Minze und der wichtigsten Zutat „Khao Khua Pon“ (ungekochter, getoasteter und zerstoßener Reis).

Auch Laos beansprucht den Salat als Nationalgericht für sich. Die laotische Küche hat viel mit der Isarn-Küche gemeinsam. In beiden Küchen wird meist Klebreis anstelle von Duftreis verwendet. Viele frische Kräuter, meist aus heimischen Gärten, gehören dazu. Aus dem Isarn stammt auch der Grüne-Papayasalat „Som Tam“. Der scharfe Larb ist – meiner Ansicht nach – das beste, was die Isarn Küche zu bieten hat. Im Vergleich zu den anderen Thai Salaten, schmeckt Larb noch eine Spur intensiver.

Larb Reis getoastet braun

Wichtigste Aroma-Zutat: Gerösteter Reis

Welche Zutaten gehören in den Larb: Kleine Warenkunde

Die wichtigste Zutat ist der Klebreis. Dies ist ein stärkehaltiger Reis, der nur in Asia-Märkten erhältlich ist. Wer keinen Klebreis findet, nimmt Paella-, Risotto- oder Milchreis. Habt ihr nichts davon gebunkert, könnt ihr einen normalen Langkornreis nehmen. Auch Basmati- oder Thai-Duftreis sind geeignet. Es geht bei der Zutat um das Röstaroma.

Für den „Khao Khua Pon“ müsst ihr den Reis ohne Fett in einer Eisenpfanne kräftig anrösten. Durch das „toasten“ entsteht ein spezielles Popcorn Aroma, das dem Gericht den unverwechselbaren Charakter verleiht.

Für den Larb braucht ihr keine frische Chili, sondern getrocknete. So haben wir schon zwei Zutaten, die nahezu unbegrenzt haltbar sind. Praktisch.

Die dritte Zutat sind Kaffir-Limetten-Blätter. Frische Blätter haben ein geradezu „umwerfendes“ Aroma. Gekühlt halten sie sich ein paar Tage frisch. In Asia-Märkten findet ihr sie oft als TK-Ware, was eine gute Option ist. Für die Bordküche habe ich mit getrockneten Blättern gute Erfahrungen gemacht. Diese halten im Prinzip ewig. Sie verlieren mit der Zeit leider etwas von ihrem typischen Zitronenaroma. Eine dunkle, nicht zu warme Lagerung bewahrt das Aroma locker für eine Saison.

Getrockneter Proviant: Kaffir-Limettenblätter und Chili, angeröstet

Hühnerhack an Bord? So bleibt es ungefährlich

Jetzt zum gehackten Fleisch. Ich unterscheide hier bewusst zwischen gehacktem Fleisch und Hackfleisch. Das hat zwei Gründe.

Der erste Grund ist die Hygiene. Gerade bei nicht optimaler Kühlung oder Kühlkette, ist das schnell verderbliche Hack viel zu gefährlich. Durch die größere Oberfläche können sich Bakterien explosionsartig vermehren. Aus diesem Grund gibt es Hühnerhack selten im Handel. Es verdirbt noch schneller. Mehr zur Lagerung von Fleisch von Bord findet ihr hier.

Der zweite Grund ist der Geschmack und die Qualität. Gekauftes Hack ist oft so fein durchgedreht, dass es keinen schönen Biss mehr hat. Mal abgesehen von der zweifelhaften Qualität. Ich habe recherchiert, dass in einer Packung Discounter-Hack, das Fleisch von über 200! Tieren stecken kann. Lobbyisten, EU-Verordnungen und Sonderregelungen für Hack-Kennzeichnungspflichten machen es leider möglich.

Wenn ich Hack selber schneide, bin ich auf der sicheren Seite. Mehr als fünf Minuten dauert das nicht. Für den Larb-Gai verwenden die Thais gerne das kräftigere Fleisch von Hühnerkeulen. Dieses enthält mehr Fett. Die westliche Fokussierung auf Brustfleisch ist dort unbekannt.

Wie im Tatar-Artikel schon ausführlich beschrieben, das Fleisch zunächst in feine Streifen, dann in Würfel schneiden. Danach muss es in wenigen Durchgängen nur noch durchgehackt werden. Am besten klappt dies mit einem großen und scharfen Messer. Um sicher zu sein, dass alle Fleischfasern durchtrennt werden, die Fleischmasse ein paar Mal zu wenden und den Schneidewinkel verändern.

Tipp: Bitte vergesst hinterher nicht, das Brett gründlich mit kochendem Wasser abzuschrubben. Dies gilt insbesondere bei Hühnerfleisch. Die anderen rohen Zutaten auf einem zweiten Brett schneiden.

hygienisch: Hühnerhack für Larb Gai

Hack erst unmittelbar vorm Zubereiten kleinschneiden

Die Kräuter für den Larb

Minze. Minze. Minze. Mir schmeckt marokkanische Minze am besten. Das ist die handelsübliche Sorte aus dem Gemüseladen. In vielen Marinas werden mittlerweile Kräuter statt Blumen angepflanzt. Tolle Idee.

Koriander ist in diesem Rezept optional. Gute Nachricht für Korianderhasser.

Für die Kräuter Dekoration habe ich zusätzlich „süßes Thai Basilikum“ (Bai Horapha) verwendet. Dieses aromatische Basilikum ist eng verwandt mit dem europäischen Basilikum. Beide Sorten könnt ihr optional verwenden.

Larb Gai Thailand Laos Rezept

Auf Salatbett: Frischer Larb mit Kräutern und Chili

Die Zutaten für zwei Personen Larb Gai

  • 200 – 250 Gramm Hühnerfleisch, (Brust und/oder Keule)
  • 2 El Wasser
  • 2 El Fisch-Sauce „Nam Pla“
  • 2 Kaffir-Limettenblätter, getrocknet (oder frisch)
  • 2 El ungekochter Reis (z.B. Klebreis, Risottoreis, Milchreis)
  • 2 bis unendlich viele getrocknete rote Chilis (ersatzw. Cayenne Pfeffer)
  • 2 Frühlingszwiebelgrün (ersatzweise Schnittlauch)
  • 1 Schalotte
  • 2 Limetten (ersatzweise Zitrone)
  • reichlich frische Minze
  • ein paar frische Korianderzweige (optional)
  • ein paar frische Thai Basilikumzweige (optional)
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El Öl (falls nur Brustfleisch verwendet wird)

Als Beilagen zum Löschen: Eisbergsalat, Gurke, Weißkohlblätter und gekochter Duft-Reis

Zubereitungszeit: etwa 20 Minuten

Und hier geht es zur Zubereitung im Detail, Step-by-Step: (mehr …)

„Foodies for sailors.“ Wohin mit all den hungrigen Seglern?

What shall we do with the hungry sailors? Diese Frage stellt sich mir eher selten. Denn dafür gibt es meinen Segel-Koch-Blog „Die See kocht“. Blogger Markus von „Get on Board“ hat jedenfalls darüber nachgedacht und eine tolle Aktion ins Leben gerufen.

Auf seinem Outdoor-Blog schreibt er über alles, was mit „On Board“ Aktivitäten zu tun hat. Das kann bei ihm überall sein: Auf oder im Wasser, über Stock und Stein oder im Schnee. Der Hunger kommt bei soviel Tatendrang nicht zu kurz. Was dabei kulinarisch machbar ist, war die Idee seiner Aktion.

Foodies for Sailors, eine ausgefallene Blog-Parade von „Get on Board“

Foodies For Sailors Logo und Motto Hungrige Segler Action

Das gelungene Aktions-Logo hat Anni von Pötit designed, es gefällt mir sehr.

Was unterscheidet Kochen an Bord von „normalem“ Kochen?

Unter dem Motto „Foodies for Sailors“ hat er neun erfolgreichen Bloggern das Thema „Kochen an Bord“ als Challenge gestellt. Die erschwerten Rahmenbedingungen in der Kombüse hat er in engen Regeln vorgegeben.

Die Bedingungen waren – grob zusammengefasst- ganz ähnlich denen auf meinem Boot. Nur zwei Flammen, keine elektrischen Küchengeräte, ohne Waagen oder Messbecher. Zusätzlich: Leicht erhältliche Zutaten und trotzdem originelle Rezepte, die jedem gelingen. Erlaubt war ein einfacher Backofen, den es bei uns an Bord noch nicht einmal gibt. Die Gerichte sollen sechs bis acht hungrige Segler satt machen.

Kochen an Bord. Leinen los für ein tolles Thema!

Natürlich war ich erfreut, dass mein Thema langsam auch ein Thema wird. Als ich vor zwei Jahren den Segel-Koch-Blog gestartet habe, hat mich doch so mancher schräg angeschaut und den Blog als „sehr nischig“ bezeichnet.

Aber an die Idee, sich beim Segeln, Wassersport, Outdoor oder Camping, gesund, saisonal und abwechslungsreich zu ernähren, habe ich fest geglaubt.

Kochen an Bord, Romatisch essen beim Segeln

Meine Idee: Schönes Outdoor Ambiente verdient schönes Essen!

Im Mai 2014 gab im deutschsprachigem Raum noch keinen Blog, der die Freizeit-Kombüsen-Küche zum einzigen Thema hatte. (Outdoor-, Camping-, Food & Travel Blogs, einzelne Rubriken und die Blauwasserküche einmal ausgenommen).

Das hat sich mittlerweile verändert, weitere reine Segel-Koch-Blogs sind dazugekommen. Mir soll das recht sein. Wenn ich mit meinem Blog dazu beigetragen habe, mehr Gleichgesinnte aufs Wasser zu locken, habe ich schon eines meiner Ziele erreicht.

Der schöne Segelsport hat es verdient, entspannter, relaxter und letztlich auch genussvoller zu werden. Maschendrahtzaun und Vereinsmeierei mag ich nicht. Charterer sind hier immer willkommen 😉

Kochen und genießen an Bord

Und jetzt die Füße hoch legen, zuschauen und die anderen kochen lassen!

Getreu dem Motto „Nirgends schmeckt der Fisch frischer und der Wein besser als am Meer“ habe ich die Gerichte der Blog-Parade durch meine Expertenbrille betrachtet. Ich war positiv überrascht, mit wieviel Sorgfalt sich meine Blogger-Kollegen dem Thema angenommen haben.

Appetit bekommen? Zwei von neun Rezepten in der Vorschau. © für alle Fotos liegt bei den Autoren.

Die ausführliche Besprechung aller Rezepte gibt es natürlich direkt bei Get on Board.

Get on Board Logo mit Claim Segelrezepte Kochen an Bord

Es lohnt sich öfter bei Get on Board reinzuschauen.

Und hier geht es zu meiner Einschätzung der acht Rezeptideen: (mehr …)