Fisch und Seafood

Skrei mit Senfsauce – Rezept mit pochiertem Winter – Kabeljau

Heute gibt es ein Rezept für pochierten Skrei mit traditioneller Senfsoße. Die Skrei-Saison läuft seit Ende Januar wieder auf Hochtouren, in Norwegen ist der Skrei Kulturgut. Der arktische Seefisch, auch Winterkabeljau genannt, wird sehnsüchtig erwartet, geliebt und auf Festivals gefeiert. Kein Wunder, fast zeitgleich mit der Ankunft des Skrei (übersetzt: der Wanderer) taucht nördlich des Polarkreises die Sonne wieder am Horizont auf. Der saisonale Skrei wird streng kontrolliert und nach Quote gefischt. Er darf noch mit gutem Gewissen verzehrt werden.

Die See kocht: Skrei pochiert mit Senfsauce

Skrei mit körniger Senfsauce. Köstliches Winteressen

Pochierter Skrei Pfännchen mit Gabel

Diesmal pochiert – also ohne Bratgeruch in der Kombüse

Über meine Erlebnisse auf den Lofoten, die nachhaltigen Fangmethoden und die engmaschigen Kontrollen des Labels „Skrei“ habe ich im letzen Jahr schon geschrieben.

Angeln Lofoten XX Adventures

Auf den Lofoten wird Fischfang streng kontrolliert

Skrei pochiert mit körniger Senfsoße – Ein Rezeptklassiker

Diesmal geht es um pochierten Kabeljau mit Senfsoße, ein schneller Klassiker, für den sich der Skrei mit seinem schneeweißen Fleisch hervorragend eignet.

Der Vorteil am Pochieren ist, dass der lästige Geruch einer Fischbraterei entfällt. In kleinen Kombüsen und Küchen mag das nicht jeder. Verständlich.

Die Senfsoße ist ein Klassiker. Ich habe sie mit einer Mehlschwitze zubereitet. Diese Zubereitung hat weniger Kalorien als eine Soße auf Sahnebasis. Außerdem sind die Grundzutaten Butter, Mehl und Milch standardmäßig in jeder Küche vorhanden. Bei frischer Sahne oder Crème fraîche ist das seltener der Fall.

Beim Senf habe ich zwei Sorten gemischt: Den scharfen Dijon Senf und einen Senf „à l‘ Ancienne“. Dieser körnige Senf mit ganzen Senfkörnern schmeckt herrlich säuerlich. Der Senf „nach alter Art“ wurde mit Weisswein abgeschmeckt.

Blogger Transparenz: Die Senfsorten wurden mir von den „Mustarslovers“ von Maille zur Verfügung gestellt. Den vielseitigen Maille-Senf haben wir seit Jahren sowieso standardmäßig gebunkert. Unseren Durchschnittsverbrauch schätze ich auf etwa acht Gläser im Jahr. Und da sind Bautz’ner Senf, die blau-gelben Tuben sowie der dänische „Sennep“ zum BBQ noch nicht mit einkalkuliert. 😉

Pochierter Skrei Zutaten Senfsauce Maille

Senfsauce mit körnigem Senf, am besten gleich einen 1/2 Liter kochen

Was ist das besondere an Skrei?

In Kurzform: Skrei, norwegisch: „der Wanderer“, ist Kabeljau, der von der eisigen Barentssee im Nordpolarmeer zu den Lofoten schwimmt. In den Gewässern der geschützten Meeresbucht des „Vestfjords“ laicht er dann ab. Die Bucht vor dem norwegischen Festland bleibt auch im Winter eisfrei. Der Golfstrom sorgt für das vergleichsweise milde Klima.

Auf seiner über 1000 km langen Reise durch sehr kaltes und sehr klares Wasser, legt der Skrei ordentlich an Muskelmasse zu. Der Fisch ist dadurch nahezu fettfrei, fast schneeweiß und fest. Insider sagen, dass er jetzt, am Anfang der Saison noch besser schmeckt. Außerdem enthält er dann noch den leckeren Rogen.

Lofoten Bucht bei Henningsvaer rotes Haus

Der Golfstrom macht es möglich: Selbst im Winter friert das Meer nicht zu

Fisch vorher in Salzlake einlegen? Ja oder nein?

Vor dem Pochieren kann Fisch für 30 Minuten in Salzlake eingelegt werden. Ich habe diese Methode gewählt, weil der Fisch dadurch besser zusammenhält und weil beim Garen weniger Fischeiweiss „Albumin“ austritt.

Zusätzlich soll das „Pökeln“ in Salzlake Bakterienwachstum hemmen. Wer Fisch über Nacht lagern will, kann die Methode auf jeden Fall anwenden. Auch die „Norwegische Seafood Seite“ empfiehlt das. Und die werden es schon wissen.

Skrei in Brine gepoekelter Salzlake

Skrei kann vorher 30 Minuten in kalten Wasser „gepökelt“ werden

Und so geht das Skrei Pökeln:

Bei der Pökel-Technik wird der Fisch kurz in ein Salzbad mit 10%iger Salzlake eingelegt. Auf einen halben Liter Wasser kommen 50 g Salz, das sind zwei gut gehäufte Esslöffel. Wasser aufkochen, Salz auflösen, etwas Bio-Zitronenschale hinzufügen und die Lake vollständig erkalten lassen.
Die Skrei Loins dann für 30 Minuten in die kalte Salzlake legen. Danach abwaschen und mit Küchenpapier abtupfen. Jetzt kann der Fisch gelagert oder verarbeitet werden.

Skrei richtig aufbewahren auf Eis

Fisch immer gut verpackt und sehr kalt auf Eis lagern

Zur Lagerung empfiehlt es sich generell, den Fisch aus dem Papier zu nehmen und ihn möglichst luftdicht in einer Frischhaltebox aus Glas zu lagern. Die Frischebox stecke ich in eine tiefgekühlte Weinmanschette. Wenn der Fisch im Kühlschrank bei 0 – 2 Grad auf Eis lagert, verändert er sich kaum. Da die Kühlkette jedoch nicht immer perfekt eingehalten werden kann, oder ein Kühlschrank doch eher 4 -5 Grad hat, sollte Fisch spätestens am nächsten Tag verzehrt werden.

PS: Mit den drei „S“ säubern, säuern, salzen hat das schnelle Pökeln nur entfernt etwas zu tun. Die „SSS“ Methode stammt aus einer Zeit, als Fisch noch sehr lange unterwegs war und oft schon fischig gerochen hat. Frischer Skrei sollte nur nach Meer riechen. Wenn Fisch riecht, ist er einfach schlecht.

Skrei bei 2 Grad lagern auf Glas

Null bis zwei Grad sind optimal – es lohnt sich, das zu kontrollieren

Und das waren die Zutaten für zwei Personen:

  • 400 Skrei Loins (oder anderer Kabeljau oder fester Seefisch)

Für den Koch-Sud

  • Ausreichend Wasser, (optional: auch Fischfond )
  • 1 Schuss Weisswein (50 ml) oder Saft von 1/2 Zitrone
  • Prise Salz
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • Schwarze Pfefferkörner
  • Senfsaat (optional)
  • Thymian oder Zitronen-Thymian (nach Geschmack)

Für die Senfsauce (400-500 ml Sauce)

  • 1 EL Butter, gehäuft (30g)
  • 1 TL Mehl, leicht gehäuft (15g)
  • 200 ml Milch
  • 200 ml von der Garflüssigkeit, alternativ Fischfond
  • 2 EL Senf (Sorten nach Wahl) z.B. Dijon- und körniger Senf
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Spritzer Zitronensaft (oder Weisswein)
  • Zitronenthymian oder Thymian (optional, nach Geschmack)

Hier geht es zur Zubereitung:
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Rezepte mit Dosenfisch – Ölsardinen auf Thymian–Tomaten mit Toast

Das heutige Dosenfisch-Rezept ist eine schöne Idee für Einhand-Segler. Saftige Ölsardinen auf einem Bett aus frisch geschmorten, leicht karamellisierten Thymian-Tomaten. Die Zutatenliste ist kurz, die Zubereitung unkompliziert. Für mich eine frische und zeitgemäße Interpretation der berühmt-berüchtigten „Fisch in pikanter Tomatensauce“ Fischkonserve.

Pilchards auf Tomate von Fish Tales

Schnell zubereitet: Ölsardinen, ein Kombüsen-Klassiker, frisch gekocht

Dabei ist Fisch aus der Dose ein tolles Produkt und als Proviant beim Segeln oder Camping unverzichtbar. Fischkonserven müssen nicht gekühlt werden, ungeöffnet halten sie jahrelang. Dosenfisch und Seafood-Konserven gibt es auf der ganzen Welt und in vielen Varianten.

Fischkonserven – Der Proviantklassiker an Bord

Viele Segelboote haben bewusst keine Kühlung an Bord oder wollen die Kühlbox unterwegs nicht über Batterie laufen lassen. Wer gern auf Anker liegt, kennt das Problem. Eine thermoelektrische Kühlbox liefert das unschöne Hintergrundgeräusch für eine sternklare Nacht. Nicht so schön.

Deshalb sind Fischkonserven-Rezepte in Kombination mit Frischgemüse, das meist auch keine kalten Temperaturen mag, an Bord so genial.

Fischkonserven: Ölsardinen an Bord

Sardinen kann ich auch pur aus der Dose geniessen. Immer.

Ist Dosenfisch gesund?

Ja, das ist er. Vor allem fettreicher Seefisch enthält die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Das Konservieren mindert die Qualität nicht. Guter Dosenfisch wird meist vor Ort, direkt nach dem Fang frisch eingedost. Dosenfisch sollte aus einer nachhaltigen Quelle stammen. Über die Ölsardine und das Problem mit der Überfischung habe ich beim Ölsardinen-Salat-Rezept hier schon geschrieben. Beim Thunfisch – egal, ob frisch oder aus der Konserve – sieht es noch dramatischer aus.

Deshalb freut es mich, wenn ich Hersteller finde, denen das Thema Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Insbesondere dann, wenn sie sich nicht nur um die Fischbestände, sondern auch um die Fischereibetriebe und die Fischer vor Ort kümmern. Genau so eine Firma habe ich entdeckt.

Schnelles Bordrezept: Ölsardinen auf Tomate

So vielseitig: Fisch aus der Dose

Bart’s Fish Tales – Ist das ein Marketing-Märchen mit so’nem Bart?

Das wäre eine extrem boshafte Übersetzung. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Der sympathische niederländische Chefkoch Bart van Olphen hat 2014 die Marke „Fish Tales“ in Leben gerufen. Als bekennender Fan guter Markenstories hat mich die Company mit ihrer Vision spontan begeistert. Bart möchte die Menschen zum Genuss von nachhaltig gefangenem Fisch inspirieren. Und wie er das kann.

Bei Fish Tales tragen die Produkte nicht nur das MSC Siegel plus Trackingcode, hinter jedem Produkt steht eine ganze Geschichte. Transparenz wird großgeschrieben: Wo kommt der Fisch her? Wer hat ihn gefangen und mit welcher Methode? Jede Fischkonserve hat einen „Helden“. In meinem Fall war Fischer „David“ und seine Sardinen aus Newlyn in Cornwall, Großbritannien.

Pilchard Sardinen in Olivenöl

David’s Catch: Sardinen aus Cornwall

Auf der Fish Tales Internetseite kann man sich alle Helden und Heldinnen ansehen. Die Boote gibt es wirklich, die Routen des portugiesischen Sardinen-Fischers und seines Fischkutters „Deus nao Falte“ habe ich spaßeshalber auf „Marine Traffic“ getrackt. Manchmal mache ich so was. 😉

Doch damit nicht genug. Bart möchte zu mehr Kreativität in der Küche anregen. Auf seinem Youtube Channel „Barts Fish Tales“ zeigt er uns schnelle und überraschende Fischgerichte, die er meist noch im Fanggebiet zubereitet. Auf Instagram produziert er die „kürzeste Kochshow der Welt“ in nur 15 Sekunden Länge.

Frisch aus der Dose – perfekt für „Die See kocht“

Bart hat auch das Kochbuch “Frisch aus der Dose“ verfasst (im Umschau Verlag). Diese Rezeptsammlung ist eine echte Inspiration für meine Kombüse. Es gibt dort nicht nur die obligatorischen Rezepte wie Spaghetti mit Thunfisch oder Tuna-Creme, sondern Ideen für Sardellen (von Dip bis Pissaladière), Muscheln, Makrele, Räucher-Hering, Krebsfleisch und sogar Dorschleber (endlich weiß ich was damit anzufangen). Zusätzlich gibt es Wissen über Dosenfisch, Konservierung und nachhaltigen Fischfang. Das Buch wird mich diesen Sommer noch oft begleiten. Weitere Dosenfisch-Rezepte sind in Vorbereitung. 😉

Inspiration für die Kombüse: Frisch aus der Dose Kochbuch

Da lacht das Herz. Tolle Ideen für die Kombüse

Fazit: Glaubwürdig, transparent und sympathisch. Da heute alles rauskommt, könnten sich Hersteller Mogeleien auch gar nicht mehr leisten. Natürlich ist mir bewusst, dass es für die Umwelt noch konsequenter wäre, nur regionales Getreide, Gemüse Wurzeln und Nüsse zu verzehren und komplett auf Fisch und Fleisch zu verzichten. Aber dann wäre der Blog schon längst zu Ende erzählt.

Blogger Transparenz: Das Kochbuch wurde mir von Bart’s Fish Tales zusammen mit einigen Fischdosen zum Testen zugeschickt. Bart und sein Team waren von der Idee meines Blogs genauso angetan, wie ich von den Produkten und Rezepten. Wenn nicht in meiner Kombüse, wo sonst?

Die See kocht Sardinen mit Thymian Tomaten

Alle Zutaten an Bord: So einfach kann es im Cockpit zugehen

Und das waren die Zutaten für eine Person:

  • 1 Dose Sardinen in Olivenöl (nachhaltiger Fang, MSC )
  • 1-2 EL Olivenöl (optional)
  • 200 Gramm Cherry-Tomaten (ersatzweise Dosentomaten, ganz)
  • 2 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten
  • Frische Thymianzweige (alternativ: Salbei oder Basilikum)
  • 1 TL Aceto Balsamico
  • 1 Prise Zucker (falls die Tomaten nicht so aromatisch sind)
  • Meersalzflocken, Pfeffer aus der Mühle

Beilage: Toastbrot oder Baguette, frisch geröstet

Hier geht es zur Zubereitung:

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