Saisonales

Was hat gerade Saison? Was schmeckt jetzt besonders gut? Was ist jetzt reif? Hier erfahrt ihr es.

Kürbis eingelegt mit Ingwer – Heute packe ich mir den Herbst ins Glas

Der Kürbis ist wieder da. Jetzt zieht das farbenfrohe Gemüse in Küchen und Kombüsen ein. Der Herbst beginnt, ohne Wenn und Aber. Vermutlich ist Kürbis so beliebt, weil er die Wärme und die Farben des „Indian Summers“ so schön konserviert.

Die See kocht Kürbis eingelegt mit Ingwer

Eingelegter Kürbis, süß sauer scharf mit Ingwer – haltbarer Proviant

Mit einem Rezept für eingelegten Kürbis, süß-sauer mit Ingwer und anderen Gewürzen packe ich mir den „Herbst ins Glas“. Der haltbare Kürbis wird so noch haltbarer.

Warum ist der Kürbis so beliebt?

Mal ehrlich, nur am Geschmack kann es nicht liegen. Wie beim Spargel auch, geht es vor allem um Saisonalität und die damit verbundenen Rituale wie Herbstanfang, Halloween oder Thanksgiving. Bei Kürbissuppen und Kürbisstampf begeistert vor allem die Farbe. Erst Suppen-Einlagen, wie das SKÖ (steirisches Kernöl) und Kürbiskerne sorgen für den Geschmack. In Butter oder Öl gebraten, schmeckt Kürbis schon deutlich besser, wie in einem Gelben Thai-Kürbis-Curry.

Hokkaido Kürbis halbiert

Die Farben des Herbsts – Kürbis das Trend Gemüse im Herbst

Sein neutraler Geschmack ist gleichzeitig seine Stärke. Kürbis nimmt dankbar die Aromen an, saugt sie geradezu auf. Süß-sauer eingelegter Kürbis mit Ingwer ist eine feine Sache und verlängert seine Haltbarkeit bis in die nächste Saison.

Kürbis eingelegt Mit Ingwer Chili süß sauer scharf

Eingelegt oder eingeweckt, das Beste was ein Kürbis werden kann

Wie schmeckt Kürbis roh?

Kürbis schmeckt leicht nussig, wenig süßlich, auch Maroni- oder Muskatnussaromen werden ihm nachgesagt. Manche attestieren ihm ein Aroma zwischen Süßkartoffel, Zucchini und Möhren. Interessanter ist der Butternut Kürbis. Er schmeckt aromatischer, in Öl oder Butter gebraten, verstärkt sich sein mildes Butteraroma. Der Butternut-Kürbis enthält weniger Kerne und mehr Fruchtfleisch am Stück.

Für den eingelegten Kürbis habe ich Hokkaido Kürbis verwendet

Der kleine Hokkaido ist bei uns der bekannteste Kürbis. Er stammt aus Japan, seit 20 Jahren wird er hierzulande wieder angebaut. Handelsübliche Exemplare wiegen zwischen ein bis zwei Kilogramm. Der Hokkaido hat faserarmes Fleisch, die Schale ist essbar, aber ziemlich hart. Seine leuchtende Farbe verdankt er dem Beta-Karotin. In der Schale stecken die meisten Vitamine: B1, B2, B6, Vitamin C und E, Folsäure, Magnesium, Eisen und Phosphor. Der rohe Kürbis ist mit nur 26 Kalorien pro 100 g kalorienarm.

Hokkaido und Butternutkürbis

Der Hokkaido und der Butternut Kürbis – gibt es in jedem Supermarkt

Lagerungs- und Einkaufstipps für Hokkaido-Kürbis:

Kürbis gibt es theoretisch das ganze Jahr, denn er hält bei optimaler Lagerung in speziellen Kühlhäusern bis zu einem Jahr. Im September kommt der frische Kürbis in den Handel. Dann erst steigt wieder die Lust auf das knallbunte Gemüse.

Jetzt lohnt es sich, beim Einkauf gründlich hinzuschauen. So schadet es nicht, eine Klopfprobe zu machen. Wie bei Melonen auch, ist ein hohles Geräusch ein gutes Zeichen für den richtigen Reifegrad. Schale und Stiel sollten unversehrt sein, wenn er gelagert werden soll. Kürbis mag kühle und trockene Aufbewahrung und sollte nicht herumrollen. Dann hält er gut zwei bis drei Monate, ohne dass er nennenswert an Vitaminen verliert. Angeschnittenen Kürbis am besten mit Frischhaltefolie abdecken. Kürbis kann einfroren werden.

Kürbis einzulegen ist die perfekte Resteverwertung für angeschnittene Exemplare. Wenn alles richtig sterilisiert wurde, hält er sich den ganzen Winter. Herzhafte, süß-sauer-scharfe Kürbiswürfel sind eine schnelle Beilage zu Kurzgebratenen wie Lamm, Merguez oder Geflügel.

Kürbissud kochen süß sauer Gewürze

Kürbis im Sud garen, aber nicht zerkochen

Kürbis eingelegt, ein simples Rezept und viele Variationen

Ist der Essigsud erst einmal aufgekocht, kann in viele Richtungen nachgewürzt werden. Für das Mischungsverhältnis von Säure, Süße, Salz zu Wasser habe ich mich an ein einfaches Rezept gehalten, das von einem bayerischen Fernsehkoch stammt. Auf seine Angaben verlasse ich mich blind. Wie beim Gurkenrezept  macht es jedoch Spaß mit den Gewürzen zu spielen.

Und das waren die Zutaten für drei Bonne Maman Gläser:

  • 1 kleiner Hokkaido Kürbis (etwa 1,2 KG)
  • 500 ml Wasser
  • 300 ml Tafelessig
  • 200 g Zucker
  • 2 TL Meersalz

Gewürze für den Basis-Sud:

  • 2 TL Pfefferkörner
  • 2-3 Nelken
  • 2 TL Wacholderbeeren
  • 2 EL gelbe Senfkörner

Optionale Gewürze für die Varianten:

Frischer Ingwer, frische Chili, Honig, Knoblauch, Piment, Koriandersaat, Zimtstangen, Lorbeerblatt, Kaffir-Limettenblätter

Gewürze für eingelegten Kürbis

Mit den Gewürzen darf gespielt werden: Kurs auf scharf!

Hier geht es weiter, ans „Eingemachte“: (mehr …)

Paprika einlegen – als Antipasti Rezept, geröstet ohne Haut

Wie kann ich eine größere Menge frische Paprika haltbar machen? Die Frage stellt sich im August, mit der beginnenden Paprika Saison. Selbstversorger oder Langfahrtsegler, sind jetzt auf der Suche nach einem schönen Rezept, um frische Paprika haltbar zu machen. Eine Idee für eingelegte Paprika als Antipasti musste auch für mich und meine Bordküche her.

Paprika eingelegt Rezept Antipasti von Die See kocht

Im August beginnt die offizielle Paprika Saison

Frische Paprika einlegen oder einkochen? Mit welcher Methode?

Kürzlich wurde ich mit einem Berg frischer Paprika konfrontiert. Anlass war eine Einladung zu einem Blogger-Event unter dem Motto „Zeit für Paprika“. Dies ist eine EU-Initiative zur Information über die europäische Paprika. An dem Abend ging um die Vielfalt, die Sorten und um kreative Ideen für Zubereitungen mit frischer Paprika.

Paprika Saison beginnt ab August

Berge von rohen Paprika auf dem Blogger Event

Blogger Transparenz: Im Goodie Bag befanden sich nicht die üblichen Verdächtigen, sondern gut zwei Kilogramm gemischte Paprika für zu Hause. Rote und gelbe Schoten, längliche Spitzpaprika, süße Snackpaprika und eine tolle aromatische Neuzüchtung, die „Enjoya“ Tigerpaprika. Lediglich eine grüne Schote war dabei. Zum Glück.

Unnützes Wissen: Grüne Schoten sind immer unreife Schoten. Sie können mit Glück noch etwas Farbe annehmen. Allerdings gelingt das nur, wenn zum Erntezeitpunkt der Reifeprozess bereits begonnen hat. Ähnlich wie Tomaten muss das Nachtschattengewächs zum Nachreifen (in Papier) für einige Tage dunkel aufbewahrt werden. Mit Glück bleibt die Paprika dabei knackig und verfärbt sich. Die sicherste Methode, um grüne Paprika nachreifen zu lassen: Nicht ernten, sondern an der Pflanze hängen lassen.

Paprika halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks überraschend lange. Auch auf dem Schiff bleiben sie, kühl und dunkel und in Papier gelagert, recht lange frisch.

Paprika aus Goodie Bag für Anti Pasti

Nach einigen Tagen sind sie noch knackig, eine Idee musste schnell her

Bei dem Event habe ich erfahren, dass ein durchschnittlicher deutscher Haushalt jährlich sechs Kilogramm des Gemüses verzehrt. Ich habe mal nachgerechnet und glaube, dass es bei uns deutlich weniger ist. Außer bei meinem Greek Panzarella Brotsalat oder beim Chili sin Carne verwende ich die Schote selten.

Paprika enthalten mehr Vitamin C als jedes anderes Gemüse

Trotzdem ist mir eins aufgefallen. Wenn ich einen Kater habe, und ich meine dann nicht nur ein leichtes Miauen, sondern einen richtig ausgewachsenen, „nie wieder“ Kater, dann schreit Kopf und Körper geradezu nach frischer Paprika. Schon beim reinbeißen, sehe ich die Vitamine spritzen.

Und es stimmt. Es gibt kaum ein Gemüse, das mehr Vitamin-C enthält als die rote Paprika. Ich vermute, der Körper fordert in diesem Zustand frische Kost und Vitamine zurück. Es muss also nicht immer Aspirin-C sein.

Aber in Paprika steckt noch viel mehr

Neben den 150 mg Vitamin C pro 100 g in der roten Schote, enthält Paprika auch die Vitamine E, B1, B2 und A. Paprika hilft, täglich wesentliche Mineralstoffe wie Kalzium, Natrium und Eisen einzunehmen. Die süße Spitzpaprika enthält viel Folsäure.

Es ist also immer gut auf seinen Körper zu hören. Trotzdem brauchte ich eine Idee für die vielen Paprikaschoten aus dem Goodie Bag.

Paprika haltbar machen: Eingelegt als Anti-Pasti

Das Netz ist wie immer übervoll mit Rezepten für eingelegte Paprika. Von roh eingelegten, sauren Mixed Pickles mit Haut, bis hin zu gerösteten und in Öl eingelegten Varianten ohne Haut. Erstere sind mir zu sauer. Die öligen Varianten sind mir zu mächtig. Mal ganz abgesehen von dem vielen Öl, das früher oder später auf den Polstern oder im Cockpit landet.

Ein Kompromiss zwischen Essig- und Ölmenge musste gefunden werden. Nach einiger Recherche und Storechecks (also beim Einkaufen) bin ich bei Genussbereit.blogspot.de auf ein älteres Rezept gestoßen, das sich gut las und von der Zutatenliste einem klassischen italienischem Produkt aus dem Handel ähnelte. Ein paar Zutaten habe ich ausgetauscht und ergänzt. Und fertig war mein Rezept.

Die See kocht Antipasti mit eingelegter Paprika

Die Zutaten für zwei bis drei gefüllte „Bonne Maman“ Glaser

  • 1 kg rote oder gelbe Paprika, gemischt oder mehr
  • 500 ml Wasser
  • 150 ml Tafelessig
  • 2 gestr. EL Zucker
  • 1 gestr. EL Salz
  • 1 EL schwarze Pfefferkörner
  • 1 EL Koriandersaat (oder Fenchelsaat, optional)
  • ½ kleine Fenchelknolle (optional)
  • 1 kleine Möhre
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2-3 kleine rote Chilis, frisch (optional)
  • Estragonzweige (optional oder andere Kräuter, z.B. Thymian)
  • 4 EL gutes Olivenöl

Anmerkung: Die Mengenangaben sind circa Angaben für das Verhältnis von Säure zu Süße. Wer mag, kann einen Teil des Essigs durch milderen Balsamico ersetzen. Zusätzliches Gemüse kann variiert werden.

Hier geht es zur Zubereitung:

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