Obst, Gemüse, Kräuter

Lagerungstipps für die Kombüse: Obst und Gemüse stellt ganz unterschiedliche Bedürfnisse an Temperatur- und Lichtverhältnisse. Die gute Nachricht ist: nicht jedes Gewächs muss im Kühlschrank gelagert werden. Ganz im Gegenteil, einigen Sorten schadet Kälte geradezu. Dazu gehören z.B. Tomaten, Kartoffeln und Paprika. Und was mir besonders sympathisch ist: Südfrüchte wie Avocados und Melonen mögen keine Kälte.

Ganz wichtig: Bei der Lagerung sollte zwischen Ethylen abgebendem und Ethylen empfindlichem Obst und Gemüse unterschieden werden. Ethylen ist ein Gas, das während des Nachreifens abgegeben wird. Diese Sorten wenn möglich separat, wenigstens aber einzeln verpackt lagern. Ethylen kannst du an Bord auch für dich nutzen, um den Nachreif-Prozess zu beschleunigen. Wenn z.B. die Avocado noch zu hart ist und schneller reifen soll, einfach mit Bananen oder Äpfeln zusammen in eine Tüte packen.

Gemüse, Kräuter, Obst, Proviant richtig lagern beim Segeln

Manchmal sind sie sich nicht grün. Nicht jeder kann hier mit jedem.

Ethylen abgebende Sorten sind: Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Birnen, Kiwi, Mango, Melonen, Nektarinen, Papaya, Pfirsich, Pflaumen, Tomaten.

Ethylen empfindliche Sorten: Auberginen, Broccoli, Chicoree, Erbsen, grüne Bohnen, Gurken, Kürbis, Möhren, Paprika, Petersilie, Rosenkohl, Wassermelonen.

Längere Haltbarkeit beginnt beim Einkauf

Achtet schon beim Einkauf auf angestoßene Stellen. Ein Stück faules Obst kann schnell die ganze Tüte verderben. Generell ist für gute Durchlüftung zu sorgen. Lagert Obst und Gemüse an der kühlsten Stelle des Schiffs, am besten in Papiertüten, wie es sie noch in guten Gemüsegeschäften gibt. Wenn ich meinen Obsthändler nett frage, gibt er mir immer ein paar Tüten extra mit.

Obst und Gemüse richtig lagern.

Schon beim Einkauf auf Frische und faule Stellen achten. Loses Obst und Gemüse

Proviant Planung. Bitte Plastik vermeiden

Was soll daran Bio sein? Logistik – optimierte Plastikverpackungen. Bitte vermeiden.

Auch wichtig zum Thema Müll Vermeidung: Bitte kauft, so oft es geht, loses Obst beim Gemüsehändler oder auf dem Markt. So könnt ihr jedes Stück einzeln direkt prüfen. Bringt euch eigene Beutel mit. Unmengen an Plastikmüll können durch etwas mehr Achtsamkeit vermieden werden.

Lagerung Proviant Segeln

Esst mehr Obst. In Papiertüten bleibt es länger frisch.

Wir bewahren unser Grünzeug in einer luftdurchlässigen Kiste hinter dem Niedergang auf. Ich packe es so schonend wie möglich. Stoßfestes und Schweres nach unten, Druckempfindliches nach oben. Die Tüten beschriften, dann behaltet ihr den Überblick. Bei der Menüplanung mit den Sorten anfangen, die am schnellsten verderben.

Hier ein kleiner Überblick über die einzelnen Sorten und ihre jeweiligen Besonderheiten.

 So wird Obst richtig gelagert:

  • Äpfel: Sie geben besonders viel Ethylen ab, welches andere Gemüse welken lässt. Äpfel bitte nicht in der Gemüsekiste, sondern in einer Papiertüte oder Netz gesondert und kühl und trocken lagern.
  • Bananen. Perfekt fürs Boot. Sie reifen gut nach. Kühl und trocken bei 12 Grad lagern. Nicht in die Kühlbox – dann verlieren sie Aroma.
  • Birnen: Ethylen abgebend. Sensibel und druckempfindlich. Sie reifen schnell nach und sollten schnell verbraucht werden.
  • Erdbeeren: Bitte nur direkt vor Ort kaufen. Ansonsten sind sie nur minimal lagerfähig, lieber verzichten.
  • Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren. Vielleicht könnt ihr unterwegs welche pflücken oder frisch einkaufen. Ansonsten lieber nicht einplanen, da sie zu empfindlich sind und kühl gelagert werden sollen.
  • Grapefruit. Ist sehr lange haltbar und druckunempfindlich. Interessant auch für Salate.
  • Orangen. Sind gut lagerfähig, aber umständlich zu schälen. Zesten von der Schale von unbehandelten Bio Orangen, sowie der Saft sind aber interessant zum aromatisieren von Saucen.
  • Kiwis. Reifen noch nach und sind kühl gelagert einige Tage haltbar.
  • Mangos. Gerne noch feste Früchte kaufen. Mangos reifen gut nach. Nicht zu kühl lagern, sonst verlieren sie an Geschmack.
  • Melone. Möglichst frisch kaufen und nicht zu kühl lagern. Honig oder Futuromelonen sind stoßfester als Cantaloupe.
  • Wassermelonen. Tropfen sehr viel. Im Ganzen sind sie mir zu groß – bereits angeschnitten verderben sie zu schnell. Mein Fazit: an Bord nicht so praktikabel.
  • Nektarinen. Wenn sie fest sind, einige Tage gut haltbar. Stoßfest lagern.
  • Pfirsiche, Pflaumen, Trauben. Mit diesen Früchtchen läuft euch die Obstkiste schnell davon. Sie sollten schnell verzehrt werden. Stoßempfindlich. Nur unterwegs frisch zukaufen.
  • Stachelbeere. In der Saison sind sie unter den Beeren am besten lagerfähig. Sie können kühl gelagert schon einige Tage durchhalten.
  • Zitronen (unbehandelt). Aufgrund ihres hohen Säuregehalts besitzen sie kühl gelagert eine sehr gute Haltbarkeit. Das Must-have an Bord.
  • Limonen. Ich gebe ihnen den Vorzug. Das Aroma ist feiner und auch besser für Longdrinks geeignet.

 So wird Gemüse richtig gelagert:

  • Auberginen. Kühl lagern, optimal bei 10 Grad, Auberginen sind ethylenempfindlich. Getrennt von Ethylen abgebenden Sorten lagern.
  • Avocado. In Zeitungspapier eingewickelt reifen diese vielseitigen Energiespender gut nach. Am besten unterschiedliche Reifegrade einkaufen.
  • Bohnen. Locker in Zeitungspapier oder ein Handtuch eingewickelt kühl etwa 2 Tage haltbar.
  • Fenchel. In der Papiertüte ganz gut lagerbar. Die äußerste Sicht opfern.
  • Eisbergsalat. In ein Handtuch gewickelt sehr gut haltbar. Ich mag ihn aber nicht.
  • Gurke. Nicht zu kühl lagern, etwas haltbar. Nicht zusammen mit Tomaten und Obst lagern.
  • Ingwer. Sehr gute Aroma-Zutat. Sehr lange haltbar.
  • Karotten. Sehr gut haltbar. In Alufolie wickeln und ein Ende frei lassen (damit die Feuchtigkeit entweichen kann). Kühl und dunkel gelagert sogar 1-2 Wochen haltbar.
  • Kartoffeln. Kühl, trocken und dunkel lagern, am besten in Papiertüten. Vorher auf faule Stellen achten. Nie mit Zwiebeln zusammen lagern.
  • Knoblauch. Möglichst jungen Knoblauch mitnehmen. Diesen trocken lagern, er kann sonst leicht faulen. Ansonsten ist Knoblauch sehr gut haltbar.
  • Kohl. Weißkohl oder Rotkohl, lässt sich sehr gut lagern. Nie den Kopf durchschneiden, sondern immer nur so viele Blätter abschälen wie benötigt. Nicht mit Äpfeln und Tomaten lagern.
  • Kohlrabi. Übersteht kühl gelagert einige Tage. Blattgrün vorher entfernen. Gut auch für Salat oder zum Knabbern.
  • Kürbisse, wie Muskat oder Hokkaido. Super haltbar, super stoßfest. Die Zutat, die eigentlich immer geht, vor allem natürlich im Herbst, wenn die Gerichte etwas deftiger werden können.
  • Paprika. Kühl und trocken ganz gut für ein paar Tage haltbar.
  • Pastinaken / Petersilienwurzel. Sie lassen sich gut lagern. Kühl gelagert und in Papier eingewickelt, überstehen sie gut eine Woche.
  • Pepperoni/Chili. Trocken und kühl gelagert gut haltbar. Was nicht direkt verbraucht wird, am besten zum Trocknen aufhängen.
  • Pilze. Sind nicht so gut haltbar und empfindlich. Ich bevorzuge an Bord Trockenpilze.
  • Rettich. Das Grün nicht abschneiden, dann bleibt der Radi länger frisch.
  • Salatherzen/Radicchio/Chicoree. Sie haben für Blattsalate die beste Lagerfähigkeit und nehmen am wenigsten Platz weg. In Papier gewickelt sollten sie kühl und dunkel gelagert werden. Die äußeren Blätter entfernen, das Innere bleibt ein paar Tage frisch.
  • Spargel. Von April bis Juni ist Saison. Grüne Spargel sind bequemer und vielseitiger. Abbrechen statt schälen. In einem feuchten Tuch 2 Tage haltbar.
  • Sellerieknolle. Gut haltbar. Vielseitig für Salate, Asiatisches, Pasta.
  • Stangensellerie. Ähnlich wie Karotten. In Alufolie gewickelt (Ende frei) einige Tage haltbar.
  • Tomaten. Unterschiedliche Reifegrade und Sorten kaufen. Nur feste Früchte einkaufen. Tomaten reifen noch gut nach und mögen sogar keine Kälte. Wenn möglich, separat oben auf lagern.
  • Zucchini. Nicht zu kühl gelagert, sind sie ganz gut haltbar. Sie sollten aber nicht zusammen mit Tomaten oder Obst aufbewahrt werden.
  • Zwiebeln/Schalotten. Kühl und trocken lagern, dann treiben Sie nicht aus. Unverzichtbar an Bord. Sehr gut haltbar. Die feineren Schalotten sind etwas empfindlicher.

So bleiben Kräuter länger frisch:

  • Wie bei den Aromaten beschrieben sind Kräuter das A und O für jedes Gericht. Zwei bis drei Sorten sollten an Bord nie fehlen. Welche Sorte und Geschmacksrichtung ist Sache des persönlichen Geschmacks.
  • Da wären zunächst die wesentlichen heimischen Sorten: Petersilie (glatt), Dill, Schnittlauch, Minze, Kerbel, Majoran
  • Die mediterranen Sorten: Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei
  • Asiatische Sorten: Koriander, Thai Basilikum, Zitronengras, Limettenblätter

Kräuter können auch ohne Kühlung recht lange frisch halten. Diese beste und umweltfreundlichste Methode ist, die Kräuter locker in Küchenpapier einzuschlagen und in einer Tupperdose lagern. So halten sie auch ohne Kühlung bis zu einer Woche frisch. Trotzdem alle paar Tage welke Blätter aussortieren.

Proviant Kräuter lagern Segeltörn

Umweltfreundlich: Kräutersträußchen, in Papier und Frischebox kühl gelagert

Eine weitere Methode, wenn auch nicht umweltfreundlich, ist es einzelne Kräuter in kleinen Plastiktütchen mit Gummiverschluss zu lagern. Wenn die Stängel unten Luft kriegen, bleiben sie etwa drei Tage lang frisch.

Günstig sind die wiederverschließbaren Kräuter-Mischungen wie es sie im REWE oder Edeka gibt, hier schon beim Einkauf genau hinzuschauen. Die Plastik Lösungen bitte immer nur als 2. Option betrachten.

Für Basilikum nehme ich am besten einen Topf aus dem Supermarkt, der hält länger. TK-Kräuter verwende ich überhaupt nicht.

Lagerung Kräuter Proviant Segeln

Sorgt für besseres Klima- die Stängel nicht eintüten

Lagerung Kräuter Proviant Segeln

Mit guter Belüftung am Ende – so bleiben Kräuter länger frisch

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Hallo, hier Stefanie von der S/V IKOKO….ich habe immer sehr große Probleme mit den Karotten. Egal, ob im Kühlschrank mit oder ohne Tupperbox oder in einem dunklen Schrank oder offen in einer Holzschale….die gammeln mir innerhalb kürzester Zeit (2-3 Tage) weg. Werden schimmelig, schwarz und weich. Ich müsste sie eigentlich gleich kochen und in den Kühschrank packen und dann nach Gebrauch rausnehmen…..ich hab mal gelesen, dass man sie in Erde lagern soll….fangen wir an Bord nicht mit sowas an, oder?
    LG stefanie.

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    1. Hallo Stefanie,
      ich habe ganz gute Erfahrungen gemacht, wenn ich sie in Alufolie wickle und die dicken Enden herausschauen lasse.So kann die Feuchtigkeit entweichen, aber die Karotten bleiben trozdem etwas länger knackig. Dann lagere ich sie an einer kühlen Stelle unter dem Niedergang. Für Selleriestangen geht das auch. Ich schau mal, ob ich den Link noch finde. Ich glaube. es war auf „The Boat Galley“. Und ein Beet kann ich auf dem kleinen Boot nicht anlegen ;-). LG Cornelia

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      1. Vielen Dank für den Tipp. Mmhh, von Alufolie – also von nicht recyclebarem Müll – halte ich nicht soviel, aber ich werde es trotzdem ausprobieren. Außerdem ist mir gerade die Idee gekommen, sie in Wasser in einer Box in der Kühlbox zu lagern. Ich werde berichten 😉

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  2. Hi
    Merkwürdig, das mit den gammelnden Möhren.
    (Übrigens müsste der text oben verbessert werden, weil der Karotten und Stangensellerige mischt, oder muss ich da was verstehen, was mir nicht eingängig ist?)
    Ich lagere die Karotten in der Mitte der Kühlbox, und die bleiben 3-4 Wochen gut. Völllig unabhängig davon, wann und wo ich die kaufe. Liegen in einer Plastikbox mit Deckel, unten eine Lage Küchenpapier. Ab und zu wechsele ich das aus.
    Ich lagere auch Pastinaken erfolgreich in der Kühlbox, aber es würde mich interessieren, warum das bei anderen nicht klappt, denn ich gebe natürlich meine Empfehlung weiter…

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  3. … und noch was:
    Nehmt den Tropenseglern die Angst vor’m „herbstpflichtigen Kürbis“, das ist ein bisschen nordhalbkugel-zentriert. Kürbis ist in „unseren“ Regionen eine absolute Staple-Frucht, zu jeder Jahreszeit, macht sich hervorragend auf dem Grill, egal ob im australischen Outback oder beim Potluck in Malaysia, und immer prima mit Schärfe und Ingwerfrische als Suppe, klar oder püriert, als Gemüse, als Bratkürbis.

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    1. Hallo Andrea, so Karotten und Staudensellerie sind geändert 😉 Du bringst mich aber auf eine Idee. Hast du nicht Lust auf einen Gastbeitrag? Also mal aus der Sicht einer Langfahrtseglerin in den Tropen. Selbstverständlich gibt es bei mir nur einen einleitenden Text, und dann wird auf deine Seite/Seiten verlinkt. Ich habe zwar viel nützliches bei „the boat galley“ und in der „Proviantbibel“ gelesen, aber aus erster Hand wäre das doch viel besser. Bei uns auf der Ostsee gibt es ohnehin meist kühlschrankähnliche Temperaturen. Da gibt es viele Probleme mit dem Gammel nicht so. Was meinst du, ich fände das wäre eine tolle Bereicherung. Liebe Grüße Cornelia

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