Fisch und Fleisch

 

Fleisch: Frisches Fleisch ist auch des Seglers Gemüse. Aufgrund der begrenzten Kühlungsmöglichkeiten ist Fleisch auf dem Boot immer ein heikles Thema. Und trotzdem natürlich das Highlight beim abendlichen BBQ auf dem Steg. Fleisch bringt auch die Männer zum Kochen. Es ist etwas besser haltbar als Fisch, wenn man einige Regeln und Tipps beachtet.

  • Beim Einkauf das Fleisch oder die Wurst vom Metzger des Vertrauens frisch abschneiden und vakuumieren lassen. Dann kommt keine Luft daran und es kann auch keine Flüssigkeit austreten.
  • Rind und Lammfleisch hält etwas länger als Schwein. Das hat wohl mit dem Abhängen und dem pH-Wert zu tun. Hähnchen hält am schlechtesten!
  • Hühnchen immer extra verpackt lagern (wegen der Salmonellen-Gefahr) und auf extra Brett mit extra Messer verarbeiten. Hinterher nichts anderes darauf zubereiten. Hände gut waschen.
  • Wenn noch Zeit ist, das Fleisch zu Hause vorher einfrieren und erst unmittelbar vor Abreise rausnehmen und in der Kühlbox langsam auftauen lassen. Das bringt ein paar Stunden Lebensdauer extra. Das Fleisch hält sich bis zum nächsten Tag, wenn es zusätzlich in eine gefrorene Wein-Kühlmanschette gesteckt oder zwischen Kühl-Akkus gepackt wird.
  • Selbstverständlich schon bei der Anreise auf die Einhaltung der Kühlkette achten. Immer in der Kühlbox und in verschließbaren Frischeboxen transportieren.
  • Marinieren ist auch eine Methode, um Fleisch etwas haltbarer zu machen. Marinaden umschließen das Fleisch, das Bakterienwachstum wird etwas gehemmt.
  • Trotz Marinade würde ich das Fleisch immer am nächsten Tag verarbeiten. Wenn es dann durchgegart wird, verlängert sich die Lebensdauer um weitere 24 Stunden. Für ein langes Wochenende reicht dieses Verfahren.
  • Marinaden würde ich nur selbst herstellen. Denn dann bin ich sicher, was auch wirklich drin ist und ich weiß, dass das Fleisch richtig frisch ist. Mehr zu den Marinaden gibt es beim Thema BBQ.
  • Trotz Marinade immer die Temperatur in der Kühlbox kontrollieren. Wenn die korrekte Kühlung (max. +4 Grad) an heißen Tagen nicht garantiert werden kann, das Fleisch besser durchbraten oder grillen.
  • Gekauftes Hackfleisch auf dem Boot überhaupt nicht verwenden, denn es muss innerhalb von Stunden verarbeitet werden.
  • Mit einem scharfen Wiegemesser kann man Hackfleisch übrigens auch ohne Fleischwolf gut selbst herstellen– natürlich nicht gerade in Mengen für 8 Personen.
  • Vermeidet Fleisch, das unter Schutzgas verpackt wurde. Das täuscht die Frische oft nur optisch vor und verbraucht zuviel Volumen durch die große Schutzverpackung.
Proviant Einkauf für Segeltörns

Die Kühlbox: Bei Hitze und auf Anker nur bedingt tauglich

Mein Fazit: Die schlechte Nachricht ist: Fleisch hält sich nicht lange, auch wenn es eine ordentliche Kühlung gibt. Die gute Nachricht: Auf dem Boot komme ich mit viel weniger Fleisch aus und esse dadurch mehr Vegetarisches. Das ist ohnehin gesünder.

Fisch und Meeresfrüchte:

Frischer Fisch und Meeresfrüchte sind sehr schnell verderbliche Lebensmittel. Frischer Fisch ist trotz Kühlung nur sehr kurz haltbar. Achtet schon beim Einkauf auf die Qualität.

  • Frischer Fisch sollte nicht nach Fisch riechen.
  • Bei ganzen Fischen müssen die Augen klar und die Kiemen hellrot sein. Er sollte schon ausgenommen sein.
  • Im Kühlschrank bei um die 0° Grad lagern. Eine Temperatur, die wir an Bord nicht einhalten können.
  • Der frische Fisch sollte noch am selben Tag verarbeitet werden, wenn die Kühlung die notwendigen 0°-2° Grad nicht schafft. Die wenigsten Kühlgeräte auf kleinen Booten können das.
  • Mit Marinaden kann die Lebensdauer von Fisch minimal verlängert werden. Bakterien meiden das saure Milieu. Ich bin aber kein großer Fan von Fischmarinaden, denn durch das Marinieren verfälscht sich der natürliche Eigen-Geschmack und die Konsistenz des Fisches zu sehr.
  • Um wirklich jedes Risiko zu vermeiden: Nur frisch vor Ort beim Fischer kaufen, das lohnt sich immer.Oder marinierten Fisch bzw. Räucherware kaufen und zusätzlich Fisch Konserven verwenden.

Mein Fazit für frischen Fisch und frisches Fleisch: Wenn unterwegs nichts frisch zu bekommen oder zu angeln ist: kein Risiko eingehen! Aus Speck, Nudeln, frischem Obst oder Gemüse und Dauerkonserven lassen sich gute und vielfältige Gerichte zaubern, die raffiniert sind und trotzdem satt machen.

Dauerwurst und Konserven:

Dosenwurst ist viel besser ihr Ruf. Ein guter Metzger/Schlachter bietet von Lyoner, Saumagen, Leberwurst, Blutwurst bis zu knackigen Wienern die ganze Palette seines Könnens an. Ich habe immer ein paar Dosen dabei. Aufpassen, manche Wurstkonserven sind nur Halbkonserven. Sie sollten trotzdem an einem kühlen Ort gelagert werden.

Fischkonserven sind der Klassiker in jeder Kombüse. Dabei muss es sich nicht um billige Supermarktware handeln – preislich und qualitativ ist nach oben alles offen. Thunfisch (bitte nur nachhaltiger Fang), Sardinen, Makrelen – sind das perfekte Topping für Salate, Tapas, Pasta oder auch Katerfrühstück. Immer bunkern. Lecker.

Südtiroler Speck G.G.A/Salami/Dauerwurst – wenn möglich irgendwo luftig und kühl (in einem Leinensäckchen) aufhängen.
Speck und Salami braucht keine Kühlung und hält sich auch gut in Butterbrotpapier, Wachspapier oder Küchentuch. Nicht in der Plastikfolie lagern – Schinken muss atmen können.

Wer an Bord trotzdem lieber alles wegschließen möchte – was oft notwendig ist- kann die Salami oder den Speck auch in eine Frischhaltedose auf etwas Salz legen. Das saugt die Feuchtigkeit auf und verhindert das Schwitzen.

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