Szegediner Gulasch einfach erklärt: Sauerkraut, Schwein, Serviettenknödel

Szegediner Gulasch aus den Zutaten Sauerkraut, Kümmel und Schweinefleisch steht schon lange auf meiner to-do Liste. Frisch eingekauft werden muss nur Schweinefleisch und Schmand. Sauerkraut gilt bei Seeleuten ohnehin als die historische Dauerkonserve und Vitamin-C Quelle. Zwiebeln, Knoblauch und die wenigen Gewürze hat jeder gute Kombüsenchef sowieso gebunkert. Alle anderen Zutaten sind optional.

Szegediner Gulasch Winter Eintopf

An dunklen Tagen: Eintopf mit Sauerkraut und Serviettenknödel

Gerade an den kalten Tagen schmeckt der herzhafte Eintopf, neudeutsch „One-Pot“ österreichisch-ungarischen Ursprungs richtig gut. Um authentisch zu bleiben, habe ich mich sogar an echte Serviettenknödel gewagt.

Szegediner Gulasch Serviettenknoedel

Dazu nach Hefe duftende Serviettenknödel und Schmand

Woher kommt das Szegediner Gulasch?

Wikipedia verrät mir hierzu: Auch wenn der Name es nicht vermuten lässt, stammt das Gulasch vermutlich aus der Wiener Küche. Schweinefleisch im Gulasch (ungarisch: Gulyás) war bei ungarischen Hirten eher unüblich. In die Suppe, die über einem offenen Feuer im Kessel gegart wurde, wanderten eher Fleischreste wie Rind-, Pferde-, Lamm- oder Hammelfleisch. Das lange Schmoren diente dazu, zähes Fleisch genießbar und Saucen sämig zu machen. Gulyás bedeutet übersetzt: „wie von einem Hirten gemacht“.

Eine große Karriere machte Gulasch später beim Militär. Der Name Gulaschkanone stammt von den mobilen Feldküchen. In allen k.u.k Rezepten spielten Paprika, Zwiebeln, Kümmel und Knoblauch die Hauptrolle.

Unnützes Wissen: Der Name Szegediner Gulasch (ungarisch: Székely gulyás) geht nicht auf die Stadt Szeged in Ungarn zurück, sondern auf den Dichter József Székely. Bestellt man in Szeged dieses Gericht, wird einem eine dünne Gulaschsuppe serviert.

Fleisch und Sauerkraut fuer Szegediner Gulasch

Die rustikale Basis: Sauerkraut und Schwein

Szegediner Gulasch passt so gut in die Bordküche, weil mit relativ wenig Fleisch und reichlich Sauerkraut ein richtig herzhaftes Gericht entsteht. Aus diesem Grund war es in der ehemaligen DDR fast so beliebt wie mein Wurstgulasch Soljanka.

Szegediner Gulasch alle Gewuerze Zutaten

Die üblichen Verdächtigen und viel Paprika

Die Zutaten für das Szegediner Gulasch (zwei Personen)

  • 600 g Schweinefleisch z.B. aus der Schulter
  • 2 EL Speckwürfel oder Schweineschmalz oder Öl
  • 2-3 Zwiebeln
  • 1 EL Tomatenmark
  • 500 ml Hühner – oder Kalbsbrühe (aus Würfel oder Fond)
  • 1 kleine Dose Sauerkraut (400 g)
  • 1 EL Paprikapulver edelsüß
  • 1 TL Piment d `espellete oder anderes Chili-Pulver
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 1 TL Kümmel
  • 1 TL Majoran (getrocknet)
  • Etwas Bio-Zitronen Schale
  • Salz, Pfeffer
  • Schmand oder Creme fraîche
  • Schnittlauch oder Petersilie

Optional dazu:

  • Gewürze: 1 Lorbeerblatt, ein paar Wacholderbeeren, 1 Nelke
  •  rote Paprikaschote, geschnitten
Szegediner Gulasch mit Paprika und Schmand

Hier nützt „grünes Schnittlauch“ wirklich. Das Gulasch ist nicht fotogen

Hier geht es zur Zubereitung:

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„Cacio e Pepe“ einfaches Pasta-Rezept mit nur drei Zutaten

Pasta, Pecorino, Pfeffer. Einfache Zubereitung aus wenig Proviant – nach solchen Rezepten suche ich seit nunmehr drei Jahren. Diesmal bin ich in Rom fündig geworden: Das Rezept „Cacio e Pepe“ ist wahrhaft minimalistisch. Ihr braucht nur drei Zutaten – Wasser und Salz nicht mitgerechnet. Das sind noch weniger als für die scharfen Spaghetti  „Aglio e olio“.

Bord Rezept: Pasta Cacio e pepe

Gibt gutes Wetter: Dieser Teller wird aufgegessen. Versprochen!

„Cacio e Pepe“, heißt übersetzt Käse und Pfeffer. Was soll da schon schiefgehen?

Wenn die Zutaten gut sind, sollte für die einfachste Pasta Italiens nichts schiefgehen. Dachte ich. Nach etwas Recherche und etlichen Youtube Videos italienischer Chefs war ich verunsichert. Welches ist nun das authentische „Cacio e pepe ricetta tradizionale“? Viele Chefs claimen das einzig wahre Rezept für sich.

Epicurious.com schreibt hierzu: An einem solchen Gericht werden Küchenchefs gemessen und jeder schwört auf eine andere Methode.

Auch meine ersten Versuche enttäuschten. Entweder verklumpte der Käse, der Pfeffer verbrannte oder die Pasta geriet zu trocken. Irgendwann hatte ich den Dreh raus, die Nudeln schmeckten so schlotzig, wie es sein sollte. Käse und das stärkehaltige Nudelwasser verbanden sich zu einer Emulsion, der schwarze Pfeffer sorgte durch und durch für eine feine Schärfe.

Die See kocht: Cacio e pepe

Statt Sahne: Nudelkochwasser und Käse

Richtig zubereitet, schmeckt das römische Gericht unwiderstehlich cremig und würzig. Wer die Pasta auf dem Teller hat, bemerkt nicht einmal, dass Butter, Olivenöl, Eier, Sahne oder Knoblauch fehlen. Wie ist das möglich?

Das Geheimnis liegt in den Grundzutaten und am richtigen Timing. Und so hat es letztlich geklappt:

Cacio e pepe Pasta Pfeffer Pecorino

Pecorino, Pepe, Pasta. Einfacher geht es nicht für Cacio e Pepe

Die Zutaten für zwei Personen

  • 200 g – 250 g Spaghetti, Bavette oder Linguine (Tonnarelli im Original)
  • 125 g Pecorino (oder auch Grana, Parmesan, Manchego oder gemischt)
  • 2 EL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Wasser
  • Meersalz

Anmerkung zum Käse: Im Original wird „Cacio di Roma“ und „Pecorino Romano“ gemischt. „Cacio di Roma“ (übersetzt Käse aus Rom) ist ein junger Schafskäse. Er hat ein mildes Aroma und eine geschmeidige Textur. Sein cremiger Geschmack balanciert den würzigen „Pecorino Romano“ perfekt aus. Cacio di Roma schmilzt schneller als der bröckelige Pecorino. Beide Sorten sind bei uns nicht einfach zu finden.

„Epicurious“ empfiehlt deshalb, den Pecorino mit milderen Grana Padano zu mischen. Vermutlich schmeckt auch junger Queso Manchego Fresco in der Mischung – einen Versuch wäre es wert. Junger Parmesan dürfte ebenfalls geeignet sein. Grana und Parmesan sind allerdings aus Kuhmilch.

Eine gute Bezugsquelle für Pecorino ist Tiposarda. Dort gibt es über 20 Sorten von jung bis gereift.

Pfeffer Käse Nudeln Cacio e Pepe Rezept

Diese Nudeln machen glücklich. 😉

Für die Pasta empfiehlt das Original-Rezept römische Tonnarelli. Diese handgemachten Nudeln sehen aus wie viereckige Spaghetti. Die Pasta wird auch „Spaghetti alla chittarra“ genannt. Der Name stammt von einer Art „Pasta-Gitarre“. Der Teig wird bei der Herstellung durch die Saiten gedrückt, dadurch erhalten die Nudeln ihren viereckigen Querschnitt.

Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer, deshalb auch beim schwarzen Pfeffer nicht sparen. Einige Chefs empfehlen Sarawak Pfeffer aus Borneo. Ich habe den fruchtigen Jahrgangspfeffer Kampot Rouge aus Kambodscha von Pure Pepper verwendet. In jedem Fall sollte Pfeffer immer frisch gemahlen oder zerstoßen sein.

Pure Pepper Kampot Rouge 2016

Hier geht es zur Zubereitung von „Cacio e Pepe“: (mehr …)