Rind

Das perfekte Beef-Tatar selbst gemacht. Es hackt mal wieder an Bord

Heute gibt es ein Rezept, das das Herz eines jeden Seewolfs höher schlagen lässt. „Rinder-Tatar klassisch“ gelingt auch in einer Kombüse oder beim Camping. Voraussetzung hierfür ist eine lückenlose Kühlkette, penible Hygiene und ein gutes Stück Rindfleisch aus vertrauenswürdiger Quelle. Jetzt braucht es nur noch ein scharfes Messer, ein Brett, etwas Fingerfertigkeit und ein paar bodenständige Zutaten aus der Proviantkiste.

Beef Tatar auf Teller klassisches rezept von Die See kocht

Beef Tatar- wer kann da widerstehen? Ich nicht.

Rindertatar selber machen – ganz ohne Fleischwolf

Rindertatar, selbst geschnitten, hat zwei Riesenvorteile. Der erste Vorteil ist geschmacklicher Natur. Bei gekauftem Hack, das durch den Wolf gedreht wurde, werden die Fleischfasern mehr zerquetscht als geschnitten. Die Zellstruktur wird beschädigt, das Fleisch schmeckt wie ein matschiger Brei. Viele Restaurants servieren zu fein durchgedrehtes Fleisch, das mit dem rohen Ei fast schleimig schmeckt. Nicht so schön.

Der zweite Vorteil liegt in der Kontrolle. Hackfleisch hat eine zigfach vergrößerte Oberfläche. Keime können sich darauf explosionsartig vermehren. Deshalb solltet ihr euer Schabefleisch – wie Beef – Tatar auch genannt wird – immer erst unmittelbar vor dem Verzehr herstellen.

Rinder Tatar Klassisches Rezept

Jeder wie er will: Hier mit Kresse, Anchovis und Meersalz

Beef tatar Türmchen mit Anchovis und Zwiebeln

Oder als Türmchen mit Zwischengeschoss aus Zwiebeln, Anchovis und Petersilie

Beef Tatar selbst gemacht- Welches Fleisch ist geeignet?

Wer Tatar selber machen will, sollte den Metzger seines Vertrauens aufsuchen. Fragt explizit nach Fleisch, das ihr zu rohem Tatar verarbeiten wollt. Der Schlachter wird euch nichts schlechtes verkaufen, sondern ein geeignetes Stück Fleisch empfehlen und frisch abschneiden. Tatar sollte maximal 6% Fett enthalten. Manche bevorzugen das teure Rinderfilet, ich finde ein Hüftsteak tut es auch. Oberschale, Nuss oder „falsches Filet“ aus der Schulter sind ebenfalls geeignet. Damit es schmeckt, sollte das Rind abgehangen sein.

mageres Rind für Beef Tatare (Hüftsteak)

Nur vom Qualitätsmetzger kaufen. Dann seid ihr auf der sicheren Seite

Tipp: Wenn ihr das Fleisch zerkleinert, wird euch im Inneren eine leicht bläulich/violette Verfärbung begegnen. Kein Grund zur Panik. Die äussere rote Farbe kommt vom Farbstoff Myoglobin, der das Fleisch in Verbindung mit Sauerstoff rot färbt. Da kein Sauerstoff ins Innere des Fleisches gelangt, kommt es zu den Verfärbungen. Während der Herstellung des Tatars wird sich das Hack in kurzer Zeit wieder rötlich färben.

Aber Wahrschau: Wenn das Fleisch braun verfärbt ist und schlecht riecht, ist schon Alarmstufe rot. Kauft bitte nichts aus der Schutzgasabteilung. Das Fleisch sieht dort zwar leuchtend rot aus. Das sagt aber nichts über Frische und Keimgehalt aus. Mehr über den Umgang und die Lagerung von rohem Fleisch findet ihr am Ende des Rezeptes. Jetzt soll es erstmal schmecken. 😉

Beef Tatar oder Beefsteack á la Tartare?

Der Legende nach sollen die Tataren unter ihren Sätteln Fleisch mürbe geritten haben, um es anschließend am Lagerfeuer roh zu verzehren. Ich halte das für einen Mythos, denn jeder vernünftige Kerl wäre früher oder später auf die Idee gekommen, das Fleisch über dem offenen Feuer zu grillen.

Zu stimmen scheint, dass das „Beefsteack á la Tartare“ (offizielle Schreibweise aus 1921) zusammen mit einer Sauce á la Tartare erstmals von George Auguste Escoffier serviert wurde. Aus diesen vielen Erzählungen resultieren wohl die unterschiedlichen Schreibweisen.

Beef Tatar Türmchen mit Worchester Sauce

Auch die Lea & Perrins „Wuuhster“ Sauce darf nicht fehlen

Heute wird das Rinder-Tatar meist im Selbstbausatz serviert. Jeder kann sich nach seinen Vorlieben Zutaten und Mengen selbst anmischen.  Alle anderen Zutaten sind gut haltbar oder sogar Dauerkonserven wie Cornichons, Kapern und Anchovis.

Die Zutaten für 2 Personen als Vorspeise:

  • 300 g-400 g mageres Rindfleisch z.B. Filet oder Hüfte (vom Metzger)
  • 1 Zwiebel oder Schalotte, fein gewürfelt
  • 2 EL Kapern, abgetropft
  • 4-6 Cornichons, alternativ Gürkchen
  • 2-4 Anchovis
  • 1-2 Eigelb (sehr frische Eier)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 EL Dijon Senf
  • ½ TL Piment d’Espelette oder Paprika
  • Meersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Petersilie, Schnittlauch, Kresse und/oder Limette für die Deko
  • Optional: Worchestersauce, Tabasco, Cognac

Hier geht es zur Zubereitung: (mehr …)

Marokkanisches Rindfleisch mit Dörrobst und Harissa, ganz ohne „Tajine“

Heute geht die kulinarische Reise beinahe nach Marokko, genauer gesagt an die Straße von Gibraltar. Im windigen „Kiter Mekka“ Tarifa habe ich das orientalische Rezept kennengelernt. Marokko ist hier zum Greifen nah, Tajine steht häufig auf den Speisekarten. Mehr über dieses empfehlenswerte Reiseziel gibt es am Ende des Beitrages.

Kochen an Bord: Beef Tajine mit Harissa

Ein Schmorgericht aus Rind, mit Dörrobst, Harissa und Reis

Was ist Tajine? Rezept und Tontopf aus Marokko

Tajine ist ein traditioneller Tontopf mit konischem Deckel. Das gleichnamige Gericht wird darin, ähnlich wie in einem Römertopf, schonend gegart. An Bord oder zu Hause gelingt es auch ohne den Schmortopf. Es muss nur besser darauf aufgepasst werden.

Blick auf Marokko: Tajine Beef Stew Rezept

Marokko vor den Augen und auf dem Teller, die Einflüsse sind spürbar

Marokkanisches Rinder Tajine – traditionelles Rezept mit Aprikosen und Datteln

Sich an das Rezept ohne den „Tajine“ Tontopf heranzuwagen, war eine Idee von Tommy und seinem Blog „The Masked Chef“. Er verwendet kein Dörrobst. Ich habe mich für die süßere Variante mit Aprikosen und Datteln entschieden. Bis auf das Rindfleisch und die frischen Tomaten sind alle Zutaten lange haltbar und somit bestens für die Bordküche geeignet. Das Rezept kann auch mit Lamm oder Huhn zubereitet werden. Dann verkürzt sich sogar die Garzeit.

Und das waren die Zutaten für zwei hungrige Segler:

  • 500-700 g Rindfleisch (zum Beispiel Schulter oder Bug)
  • 2 TL Cumin (Kreuzkümmel)
  • 1 knapper TL Fenchelsamen
  • 1 knapper TL Koriandersamen
  • 2-3 Nelken
  • einige Pfeffer- und Pimentkörner
  • ½ Stück Sternanis
  • 1 Stück Zimtstange
  • 1-2 Stück getrocknete Chili (Menge nach Geschmack)
  • 5 große Knoblauchzehen
  • 3-4 Zwiebeln
  • 2 Möhren oder ähnliche Menge Kürbis
  • 4-5 frische Tomaten (optional)
  • eine kleine Dose Schältomaten
  • 400 ml – 500 ml Rinderfond oder Kalbsfond, aufgelöst
  • eine Handvoll Dörrobst: wie Aprikosen, Datteln oder Rosinen
  • Olivenöl zum Anbraten
  • Koriandergrün (optional)
  • Reis
  • Harissa Paste (Rezept am Ende)

Hier geht es zur Zubereitung:

(mehr …)