Marokkanisches Rindfleisch mit Dörrobst und Harissa, ganz ohne „Tajine“

Heute geht die kulinarische Reise beinahe nach Marokko, genauer gesagt an die Straße von Gibraltar. Im windigen „Kiter Mekka“ Tarifa habe ich das orientalische Rezept kennengelernt. Marokko ist hier zum Greifen nah, Tajine steht häufig auf den Speisekarten. Mehr über dieses empfehlenswerte Reiseziel gibt es am Ende des Beitrages.

Kochen an Bord: Beef Tajine mit Harissa

Ein Schmorgericht aus Rind, mit Dörrobst, Harissa und Reis

Was ist Tajine? Rezept und Tontopf aus Marokko

Tajine ist ein traditioneller Tontopf mit konischem Deckel. Das gleichnamige Gericht wird darin, ähnlich wie in einem Römertopf, schonend gegart. An Bord oder zu Hause gelingt es auch ohne den Schmortopf. Es muss nur besser darauf aufgepasst werden.

Blick auf Marokko: Tajine Beef Stew Rezept

Marokko vor den Augen und auf dem Teller, die Einflüsse sind spürbar

Marokkanisches Rinder Tajine – traditionelles Rezept mit Aprikosen und Datteln

Sich an das Rezept ohne den „Tajine“ Tontopf heranzuwagen, war eine Idee von Tommy und seinem Blog „The Masked Chef“. Er verwendet kein Dörrobst. Ich habe mich für die süßere Variante mit Aprikosen und Datteln entschieden. Bis auf das Rindfleisch und die frischen Tomaten sind alle Zutaten lange haltbar und somit bestens für die Bordküche geeignet. Das Rezept kann auch mit Lamm oder Huhn zubereitet werden. Dann verkürzt sich sogar die Garzeit.

Und das waren die Zutaten für zwei hungrige Segler:

  • 500-700 g Rindfleisch (zum Beispiel Schulter oder Bug)
  • 2 TL Cumin (Kreuzkümmel)
  • 1 knapper TL Fenchelsamen
  • 1 knapper TL Koriandersamen
  • 2-3 Nelken
  • einige Pfeffer- und Pimentkörner
  • ½ Stück Sternanis
  • 1 Stück Zimtstange
  • 1-2 Stück getrocknete Chili (Menge nach Geschmack)
  • 5 große Knoblauchzehen
  • 3-4 Zwiebeln
  • 2 Möhren oder ähnliche Menge Kürbis
  • 4-5 frische Tomaten (optional)
  • eine kleine Dose Schältomaten
  • 400 ml – 500 ml Rinderfond oder Kalbsfond, aufgelöst
  • eine Handvoll Dörrobst: wie Aprikosen, Datteln oder Rosinen
  • Olivenöl zum Anbraten
  • Koriandergrün (optional)
  • Reis
  • Harissa Paste (Rezept am Ende)

Hier geht es zur Zubereitung:

Fleisch in Würfel von 3 bis 4 cm schneiden. Die Gewürze in einer Pfanne ohne Fett anrösten bis sie duften. Anschließend in der Gewürzmühle fein mahlen. Wer Zeit hat, kann das Fleisch über Nacht oder für einige Stunden in den Gewürzen marinieren. Eilige übernehmen sofort das Ruder.

Da ich keine Tajine Form oder einen Römertopf habe, bereite ich das Beef-Stew in einem normalen Topf zu. Wer einen Ofen hat, heizt diesen jetzt auf 150 Grad vor.

Zwiebeln und Knoblauch in reichlich Olivenöl bei mittlerer Hitze für fünf bis acht Minuten anschwitzen. Die Gewürze dazugeben und einige Minuten weiter schmoren.

Hitze etwas erhöhen und das Fleisch zusammen mit den Zwiebeln anbraten. Die Tomaten (frische und aus der Dose) zugeben, kurz mitschmoren und mit dem aufgelösten Fond auffüllen. Gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken und alles in den Ofen stellen. Wer keinen Ofen hat, schmort alles bei niedrigster Hitze auf dem Herd. Damit nichts anbrennt, muss hierbei öfter kontrolliert werden.

Tipp: Damit der Eintopf schonend einkocht, schneidet euch einen runden „Deckel“ aus Backpapier zu. Dann verdampft Flüssigkeit, aber das Fleisch trocknet nicht aus. Den Tipp habe ich bei Tommy gesehen.

Sobald der Topf im Ofen ist, Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Das Dörrobst hacken oder schneiden. Dörrobst bitte sparsam dosieren, gerade Datteln sind extrem süß. Nach etwa 1,5 Stunden die geschnittenen Möhren und das Dörrobst dazugeben. Ich mag es, wenn die Zutaten nicht komplett verkochen.

Plant je nach Fleischsorte insgesamt zweieinhalb bis vier Stunden Schmorzeit ein. Bitte spart nicht am Fleisch. Gutes Fleisch fällt später fast von der Gabel. Billiges Fleisch kann nach vier Stunden noch zäh sein. Ich musste diese Erfahrung leider schon machen.

Dieses Gericht eignet sich gut für den Slow-Cooker (Crockpot) oder den Thermomix. Dann muss die Zubereitung an die Geräte angepasst werden. Ich bin auf eure Erfahrungen gespannt.

Beef Tajine Tagine mit Aprikosen Segelrezept

Mit etwas Geduld wird gutes Fleisch zart: Beef Tajine mit Dörrobst

Zum Servieren Korianderblätter zupfen und über den Eintopf geben. Dazu passt Reis oder geröstetes Fladenbrot. Und als extra Schärfe-Kick scharfes „Harissa“. Ein Rezept habe ich auch an Bord.

Was ist Harissa? Das Rezept für eine scharfe nordafrikanische Gewürzpaste

Die scharfe Paste Harissa erinnert an mich „Sambal Olek“, nur mit orientalischen Aromen. Es sind viele gute Produkte im Glas oder trockene Gewürzmischungen erhältlich. Wer das Harissa selbst anrühren will, probiert dieses Rezept:

Harissa Gewürzmischung vom Türken Bord Gewürz

Gewürzmischung Harissa, ist meist sehr scharf

  • 4-6 getrocknete Chilischoten, mittelgroß, nicht Birds-Eye 😉
  • 1-2 TL Cumin, ganz
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Paprikapulver (optional)
  • 1 TL Salz
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 EL heißes Wasser
  • 2-3 EL Olivenöl
  • 1-2 EL Zitronensaft (optional)

Chilis zerbröseln. Wer es weniger scharf mag, entfernt vorher die Kerne. Zusammen mit den Gewürzkörnern in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis alles duftet. Die trockenen Gewürze in einem Mörser oder in der Gewürzmühle grob zermahlen.

Knoblauch ebenfalls zu einer Paste zerreiben (Mit Messerrücken oder im Mörser). Alles mit heißem Wasser und Olivenöl zu einer groben Paste verrühren. Wer mag, kann etwas Zitronensaft hinzufügen, dann entsprechend weniger Wasser nehmen.

Das Harissa lässt sich, kühl gelagert und mit Olivenöl bedeckt, sehr lange aufbewahren.

Bordküche: Harissa selbstgemacht schnelles Rezept

Im Glas lange haltbar, ich bereite die Harrissa Paste frisch zu

Werkzeuge: Schmortopf, Messer, Brett, Gewürzmühle oder Mörser, kleines Pfännchen, Backpapier

Und hier schmeckt Rinder-Tajine am besten:

Das orientalische Rezept habe ich im wunderschönen Städtchen und Kiter Mekka Tarifa kennengelernt. Der einmalige Ort, auch „City of Wind“ genannt, liegt an der Straße von Gibraltar, nur einen Steinwurf von Marokko entfernt. Durch die Nähe, die Geschichte und die Architektur wirkt die Medina von Tarifa an vielen Ecken wie Marokko „Light“.

Die Tanger-Fähren nach Marokko brauchen nur 35 Minuten und verkehren mehrmals am Tag. Restaurants wie das „Souk“ und viele Beachbars servieren nordafrikanische Spezialitäten in gechilltem, orientalischem Ambiente. Marokko ist auf den unzähligen Dachterrassen immer im Blick.

Eine Marina gibt es in Tarifa nicht, als Nothafen kann das Hafenbecken mit seinen vielen Fischerbooten angesteuert werden. Der Atlantik ist ab Tarifa schon sehr beeindruckend.

Bordrezepte: Tajine mit Rind, Harissa und Minztee

Hilft bei Kälte und akutem Fernweh: Beef Tajine mit Harissa

16 Kommentare

    1. Hi Alex, das hat auch sehr gut geschmeckt. Leider musste CSI es zweimal kochen, das erste Fleisch (Bedienkühlschrank Supermarkt ) ist einfach nicht zart geworden. Igendwann lerne ich es noch. 🙂

      Schönen Sonntag. Cornelia

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  1. Toll geschrieben, liebe Cornelia, und herzlichen Dank für die Erwähnung! Nicht jeder verweist in seinen Blogposts auf Quellen und Inspirationen – ich schätze das sehr an Dir!
    Kleiner Tipp noch zum ‚Deckel‘ aus Backpapier: Schneide den Rand zick-zack zu – das geht ganz einfach, wenn man das Blatt diagonal immer wieder faltet, bis es ein spitzer Streifen ist. Dann die Spitze kurz abschneiden (das gibt das Loch in der Mitte) und die gegenüberliegende (breitere) Seite auf den richtigen Topfdurchmesser spitz zuschneiden. Auseinanderfalten und Du hast einen perfekten runden ‚Deckel‘ mit zick-zack-Rand 🙂
    Happy 1. Advent & liebe Grüße
    Tommy

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    1. Hab ich doch, 😉 wie heißt es Bayern so schön: technisch san’s und doch überlegen… aber mal im Ernst. Ich sehe keinen Sinn darin die Inspirationsquelle zu verschweigen. Die Leute sind ja schon auf der Seite und können gerne weiterklicken. Interessant wird es wer SEO mäßig das Rennen macht. Aber bei Rezepten wie diesem wird es ohnehin schwer. Das gibt es schon so oft… sonnigen Sonntag euch. Cornelia

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  2. Hihihi 😉 Deiner sieht so ‚rund‘ aus auf dem Foto 😉
    Nö, ich sehe das auch so – das Rad wird nicht neu erfunden werden und auch kein Rezept! Außerdem ist es einfach nett und höflich, wenn man seine Inspirationsquellen nennt. Von SEO hab ich keine Ahnung – ich wähle meine Worte & Tags einfach ’nach Gefühl‘.
    Yup – Euch auch nen tollen Adventssommersonntag 😉
    LG
    NaTo

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    1. Probier das mal, ich freu mich immer wenn ich auf der ersten Seite lande. Was könnten die Leute suchen, wie formulieren Sie ihre Suche in einfachen kurzen Wörtern…und immer nach der Regel: besser der erste im Dorf, als der zweite in der Stadt. Also z.b.nur Tajine wird schwer, aber tajine mit ohne tajine und xy könnte klappen. LG Cornelia

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      1. Die meisten werden zwar Tajine (oder ‚ohne Tajine‘) suchen, aber ’nordafrikanisch‘ hat was ;)…ich sollte vielleicht noch ‚marrokanisch‘ einbauen…vielleicht reichts dann bald für ganz oben 😉

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  3. Liebe Cornelia, Dein sicher super pickantes Gericht sieht verführerisch aus. ! Aber auch die wunderschönen Fotos von Tarifa lassen Sehnsucht nach Sommer aufkommen, man riecht förmlich die Meeresluft beim Anblick des großen Fotos -an so trübenTagen wie heute. L.G von Johannes und schönen Advents Abend!

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  4. Ich liebe marokkanisches Essen und das Rezept sieht echt super aus, muss icha uf jeden Fall mal ausprobieren. Vorallem ärgere ich mich immernoch ein bisschen, dass ich damals aus Marokko keine Taijine mitgenommen hatte, aber in meinem kleinen reiserucksack war nunmal nicht allzuviel Platz…
    Lg Scarlet

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