Cranberry – a.k.a. Moosbeer-Sirup, DIY einfach selbstgemacht

Zur Adventszeit habe ich ein Rezept für tiefroten Cranberry-Sirup im Gepäck. Der herbe Trunk eignet sich für alle, denen es vor billigem Glühwein graut. Da die Winter nicht mehr das sind, was sie mal waren, warum nicht gleich ein eisgekühler Cocktail, gemixt mit Cranberry Saft?

Cranberry Sirup selbstgemacht Kochen an Bord

Statt Glühwein: Cranberry Sirup selbstgemacht für Gin and Cranberry. Skål

Der feinherbe Geschmack der Cranberries passt hervorragend zu Gin oder Vodka. Aufgefüllt wird  mit Limettensaft als Gin Fizz, mit Tonic Water oder pur mit Soda zum detoxen. 😉

Cranberry Gin and Tonic Rezept

Auch als Saft soll er gesund sein. DIY Cranberry Juice

Cranberry, Moosbeere oder große Moosbeere – Was sind die Unterschiede?

Ich habe ein regionales Produkt eingekauft, das ich mir genauer angesehen habe. Meine Beeren vom REWE stammen laut Etikett aus der Lüneburger Heide. Als Absender ist die Moosbeerhütte angeben.

Cranberries gekocht für Sirup

Jetzt endet die Ernte: Cranberries aus der Lüneburger Heide

Die Erzeuger bezeichnen ihre Produkte als „großfrüchtige Moosbeere“ (Vaccinium Macrocarpon). Manchmal werden die roten Beeren auch Kranbeere genannt. Unnützes Wissen: Der Name wird von der Blüte der Cranberry abgeleitet. Denn sie ähnelt der Kopfform eines Kranichs. (eng.= Crane). Moosbeeren klingen für die Vermarktung weniger hip, als die beliebten „Cranberries“ aus den USA, die an Thanksgiving nicht fehlen dürfen.

Die echte „gewöhnliche“ Moosbeere (Vaccinium Oxycoccus) ist hierzulande sehr selten. Sie ist weniger robust als die harte Cranberry. Echte Moosbeeren finden sich eher im Baltikum oder in Skandinavien. Es gibt dort im Norden noch viele Unterarten.

All diese Beeren, also auch Heidelbeeren und Preiselbeeren, gehören zu den Heidekrautgewächsen und gelten als sehr gesund. Roh können Cranberries und Moosbeeren nicht verzehrt werden, denn sie schmecken extrem herb und sauer.

Cranberry oder Moosbeeren Sirup Rezept selbstgemacht

Moderat gezuckert. Weihnachten wird süß genug

Wann werden Cranberries geerntet?

Die Erntezeit in der Lüneburger Heide beginnt Ende September und dauert, ähnlich wie in den USA, etwa sechs bis acht Wochen. Geerntet wird hier erst, wenn die Früchte tiefrot und ausgereift sind. Zum Vergleich habe ich auch Beeren aus den USA begutachtet. Ich fand diese viel härter, teilweise sind sie noch heller.

Mit den deutschen Beeren habe ich also ein saisonales, regionales Produkt erworben, das keine langen Transportwege hinter sich hat. So sollte es sein.

Cranbeery oder Moosbeere Unterschiede

Cranberries (großfrüchtige Moosbeeren) riechen nach Torf und Wald

Schon beim Öffnen der Packung verströmen die Beeren einen erdigen Geruch, der an Herbstspaziergänge im Moor erinnert. Dieser Duft intensiviert sich beim Einkochen. Das macht mir spontan Lust auf Wildgerichte. Heute geht es zunächst nur um den Saft.

An Zutaten für eine kleine Flasche braucht ihr:

  • 1 Paket frische Cranberries (200 g-250 g)
  • 4 EL Zucker (alternativ Honig)
  • 300 ml Wasser oder mehr
  • Saft einer halben Limette (optional)

Und so einfach ist die Zubereitung des Safts:

Die Beeren gründlich waschen. Mängel-Exemplare aussortieren. Die Beeren mit 3-4 EL Zucker zuckern, in einen kleinen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Mit Deckel abdecken und aufkochen.

Sobald das Wasser kocht, explodieren die Beeren so geräuschvoll wie Knallerbsen. Bitte bei der Zubereitung nicht Weißes tragen, denn die rote Farbe ist sehr intensiv. Die Beeren in etwa 20 Minuten weich köcheln.

Um an den Saft zu gelangen, presse ich die Beeren zweimal durch. Zunächst mit einem Stößel durch ein feines Sieb. Dadurch erhalte ich eine Art Frucht-Püree mit Fruchtmark. Dies könnte sofort für Wildsoßen verwendet werden.

Für den Saft muss das Fruchtpüree nun ein zweites Mal durch ein sauberes Küchentuch gepresst werden. Bitte spült das Tuch vorher gründlich aus, damit keine Waschmittelrückstände oder Duftstoffe in den Saft gelangen.

Das Tuch kräftig auswringen und zusammendrehen bis zum Schluss wirklich aller Saft durchgepresst ist. Je feiner das Tuch ist, desto klarer wird der Saft.

Das Ergebnis ist ein leuchtend roter, herber Saft. Den Saft koche ich noch einmal kurz auf, füge den Saft einer halben Limette hinzu (optional) und fülle ihn anschließend in eine sterilisierte Bügelflasche. Wenn der Saft abkühlt, entsteht ein Vakuum und die Flasche ist fest verschlossen. Wenn alles richtig sterilisiert wurde (siehe Ingwer-Sirup-Rezept), müsste sich der Saft eine Weile halten. Bei mir war er schnell ausgetrunken. Das nächste Mal koche ich mehr davon. 😉

Cranberry Sirup mit Gin Kollektion im Freien

 Nur noch den Gin aussuchen und einzelne Beeren für die Deko aufheben

Der Saft ist konzentriert und schmeckt überhaupt nicht süß. Er kann mit Mineralwasser oder oben erwähnten Drinks gemixt werden. Skål.

Cranberry oder Moosbeeren Sirup DIY DieSee kocht

Das nächste mal mache ich mehr davon, noch ist Beeren Saison

PS: Mein Interesse an den Beeren wurde auf einer Baltikum-Skandinavien-See-Reise durch vier Länder geweckt. Viele Ideen und Rezepte mit regionalen Zutaten habe ich von dort mitgebracht. Ihr dürft gespannt sein. Der heutige Beitrag ist sozusagen der Apéritif.

Die Reise erfolgte mit der Tallink Silja Linie. Mehr von diesen spannenden Destinationen folgt demnächst. Ich muss die Eindrücke noch verarbeiten und sortieren. Wer eine kleine Sneak Preview will, schaut auf meinem Instagram Account vorbei. Vielen Dank an Tallink Silja, die mir dies ermöglicht haben.

3 Kommentare

  1. Ich teile dein Faible für die sauer-bittere Frucht. Rein aus traditionellen Gründen bevorzuge ich die amerikanische/kanadische Cranberry und bin auch froh, daß sie heute leicht im Handel zu finden ist. Seit der Zeit mache ich mein Kompott immer selbst. Auf den Unterschied zwischen Cran- und Moosbeere hat mich mein ehemaliger Schwiegervater gemacht, ein Mann mit deutschem Pass, aber mit russisch-estnischen Wurzeln. Auch in Norwegen gab es viel Nationalstolz ob der Beere die (natürlich) selbst gepflückt werden muss 🙂
    Ich finde es gibt leichte Geschmacksunterschiede, aber alle passen zu Wild und Geflügel, und alle passen auch zu deinen Spirituosen, obwohl ich die noch nicht ausprobiert habe (mit Ausnahme eines Moosbeerenvodkas in Norwegen 🙂 )
    Jedenfalls ein schöner Artikel deinerseits.
    Danke!

    LG Alex

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Alex, danke für die ergänzenden Infos. Ich habe auf der Reise ( Schweden, Finnland, Estland und Lettland) so viele verschiedenen Beeren und auch Bären ( allerdings in Dosen) gesehen. Mir raucht jetzt noch der Kopf, und ich kann mich gar nicht entscheiden, welches Land das spannendste war. Ein Wildgericht ist am Wochenende jedenfalls fest in Planung. Liebe Grüße Cornelia

      Gefällt 1 Person

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