Tipps

Hier findet ihr sonstige Tipps und Tricks oder sonstigen „Klönschnack“.

Nachhaltiger Wildlachs aus Alaska und dänisches „Smørrebrød“ [Werbung]

Heute geht es um Wildlachs aus Alaska, um Konservierung, Nachhaltigkeit beim Fang und um viel Handarbeit. Die ist nicht nur bei der Herstellung der Wildlachs-Spezialitäten angesagt, sondern auch beim Dekorieren der dänischen Butterbrote „Smørrebrød“.

Wildlachs Smoerrebroed Varianten auf Roggenbrot

Zungenbrecher: dänisches Smørrebrød auf Rugbrød mit Alaska Wildlachs

WildLachs Graved Brot auf Hand

Mit Graved Wildlachs, Dillbutter, Gurke und Lachskaviar

Alaska Wildlachs ist eines letzten tierischen Lebensmittel, das wir noch in freier und unberührter Natur finden. Die Lebensweise der Wildlachse ist ein wichtiger Bestandteil für das gesamte Ökosystem an Alaskas Küste. Dementsprechend respektvoll sollten wir mit diesem Naturprodukt umgehen.

Der Beitrag ist in Kooperation mit Friedrichs, der ersten Hanseatischen Feinfisch-Manufactur, entstanden. In der Produktionsstätte in Waren an der Müritz konnte ich mich vor Ort überzeugen, wie viele Arbeitsschritte von Hand nötig sind, um Räucherlachs und Graved Lachs in dieser Qualität herzustellen.

Graved Wildlachs Seite handgebeizt

Gravlax = vergrabenener Lachs. Haltbar wird er durch die Beize

Speziell der „Graved Lachs“ hat es mir angetan. Diese alte Konservierungstechnik wurde vor Jahrhunderten im kühlen Skandinavien erfunden. Wörtlich übersetzt, bedeutet „Gravlax“ eingegrabener Lachs. Um die Lachse haltbar zu machen, vergruben die Wikinger den Fisch und beschwerten ihn mit Steinen. Vorher wurde er mit einer Mischung aus Salz, Zucker und Gewürzen gebeizt. Die Beize und das Gewicht entzog dem rohen Lachs das Wasser. Er wurde dadurch haltbar. Heute wird Lachs nicht mehr vergraben, die Technik ist im Prinzip gleich geblieben.

Um den natürlichen Geschmack des Graved Lachs zu unterstreichen, bleibt die Kombüse heute kalt. Dafür gibt es das traditionelle dänische Mittagessen, die reichhaltig belegten Butterbrote „Smørrebrød“. Hierfür braucht ihr nur Phantasie, den Lachs, gutes Roggenbrot und ein Händchen für die Dekoration. Das Auge isst auch mit.

Bevor ich zu der Lachs-Verarbeitung komme, zieht es mich an die Küste von Alaska. Von hier stammt der Wildlachs.

Graved Lachs Friedrichs Packshot

Aus nachhaltigem Fang: Kodiak Graved Wildlachs von Friedrichs

WildLachs Graved Friedrichs seitlich

Zum Anbeißen: Die Smørrebrød Varianten

Wildlachs aus Alaska. Wie nachhaltig ist er wirklich?

Wenn ihr Wildlachs einkauft, achtet auf die Herkunft. Wildlachse aus Alaska wachsen in ihrem natürlichen Lebensraum auf. Fischzucht und Aquakulturen sind in Alaska staatlich verboten. Die „Kodiak“ Wildlachse für Friedrichs stammen aus dem Golf von Alaska, aus dem Fanggebiet: FAO67. Die Lachsbestände gelten als nicht überfischt.

Selbst der strenge WWF gibt grünes Licht für Alaska-Wildlachs und bewertet: „Die Bestände sind in gutem Zustand und nicht überfischt. Die Fangmethoden sind nachhaltig. Die Beifangquote liegt zwischen 0-5 %, der Meeresboden wird nicht geschädigt. Das Management wird als sehr effektiv für den Bestand eingestuft. Das MSC Siegel wurde schon im Jahr 2000 vergeben.

Alaska Gletscher Copyright Friedrichs

Alaskas Küste ist eines der letzten Naturparadiese (Bild ©Friedrichs)

Alaska Wildlachs – wie und wo lebt er?

Um den Wert der Lachse zu verstehen, lohnt es sich einen Blick auf die spezielle Lebensweise der Tiere zu werfen. Das saubere Meer vor Alaska gehört zu den fischreichsten Gewässern der Welt. Und das muss auch so bleiben. Nur in unberührter Natur ist das Überleben der Lachse gesichert. Wird der empfindliche Lebenszyklus der Fische nur an einem Punkt gestört, ist er vom Aussterben bedroht.

Warum? Lachse sind androme Wanderfische. Sie wandern im kurzen Sommer zum Laichen vom Meer die Flüsse hinauf.

Im Süßwasser der Flüsse und Seen wird der Lachsrogen befruchtet. Die Embryonen überstehen dort den harten Winter. Erst im Frühjahr beginnen die Winzlinge ihre Reise flussabwärts. Bis zu zwei Jahre verbleiben die Jungfische in Flussläufen, Bächen und Seen, um sich vor natürlichen Feinden zu schützen.

Danach beginnt ihre Wanderung in den Pazifik. Im Salzwasser stellen die Lachse ihre Lebensweise um. Der Räuber ernährt sich jetzt von Plankton, Kleinfischen und Krebsen und wächst in natürlichem Tempo zu einem Kraftpaket heran. Je nach Art verbringt er zwischen zwei und vier Jahren im offenen Meer. Zum Laichen tritt er die Heimreise an seinen Geburtsort an.

Sobald die Lachse wieder das Süßwasser erreichen, hören sie auf zu fressen. Die Reise flussaufwärts kostet Kraft, die Fische zehren aus ihrem angefressenen Fett und ihrer Muskelmasse.

Am Ziel angekommen, beginnen die Weibchen ihre Kiesnester zu bauen. Das fitteste Männchen darf die Eier befruchten. Anschließend sterben die völlig ausgezehrten Lachse. Doch selbst die Fischkadaver sind keine Verschwendung der Natur. Sie versorgen den Lebensraum mit Nährstoffen. Das sichert nicht nur den Bestand der Jungtiere, sondern den des gesamten Ökosystems. Der Kreislauf des Lebens beginnt von neuem.

Lachse im Fluss in Alaska Copyright Friedrichs

Bei ihrer Wanderung überwinden die Lachse jedes Hindernis (Bild ©Friedrichs)

Lachse nach dem Laichen Alaska

Nach der Fortpflanzung sterben sie. Für das Ökosystem (Bild ©Friedrichs)

Wildlachs wird streng kontrolliert gefischt und geangelt

Weil das Ökosystem so sensibel ist, wird die Umwelt in Alaska staatlich überwacht. Man sägt in Alaska nicht an dem Ast, auf dem man sitzt. Das “Department of Fish and Game” schützt durch strenge Gesetze den Bestand. Staatlich beauftragte Fischzähler zählen, wie viele Lachse zum Laichen die Flüsse hinaufgeschwommen sind. Erst wenn die vorgeschriebene Zahl erreicht ist, wird die Erlaubnis zum Fischen erteilt.

Fischlizenzen sind limitiert und bleiben über Generationen in den lokalen Fischerfamilien. Art und Größe der Fangboote sind vorgeschrieben, umweltbelastende Fangmethoden sind komplett verboten.

Die Fangsaison reicht je nach Lachsart von Ende Mai bis Ende September. Noch im Salzwasser werden die Lachse auf ihrem geschmacklichen Höhepunkt auf kleinen Trawlern mit Handleinen geangelt. Auch die alternative „Gillnet“ Fangmethode mit Kiemennetzen gilt als schonend. Die Stellnetze sind grobmaschig gewebt, so dass kleine Fische durchschlüpfen können.

Leinenfang garantiert beste Qualität. Im Schnitt fängt ein Fischer mit seinem Boot nur 100-150 Lachse pro Tag. Die Fische werden an Bord ausgenommen, sofort auf Eis gepackt und an Land gebracht. Dort werden sie bei -30 Grad unter einer Schutzglasur tiefgefroren. Aroma, Farbe und Nährstoffe werden dadurch versiegelt.

Durch ihre lange Erfahrung kennen die Einkäufer von Friedrichs die Fischereibetriebe und Lieferketten. Das garantiert die beste Qualität der Ware.

Wildlachs Fischer Alaska Copyright Friedrichs

Der Alaska Wildlachs wird mit Handangeln geangelt (Bild©Friedrichs)

Die Veredelung der Wildlachse

Um das ganze Jahr eine gleichbleibend gute Qualität zu erhalten, werden die gefrorenen Lachse nach Bedarf in Kühlcontainern nach Deutschland verschifft.

Erst im Werk in Waren an der Müritz, werden die Lachse wieder aus ihrem Kälteschlaf geweckt. Bei der Werksbesichtigung konnten wir uns von der aufwändigen Veredlung überzeugen. Die Verarbeitung des Rohproduktes Lachs erfolgt unter strengsten hygienischen Bedingungen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Friedrichs Blogger Hygiene in Waren Mueritz

Strenge hygienische Bedingungen: Besuch bei Friedrichs in Waren an der Müritz

Wildlachs sanft auftauen bei Friedrichs

Die tiefgekühlten Lachse werden hier aus dem Kälteschlaf geweckt

Ich habe zwar nicht exakt mitgezählt, bin aber sicher, dass es weit über 100 Arbeitsschritte und Handgriffe braucht, um den Fisch zu veredeln.

Zunächst müssen die Lachse schonend im kalten Wasser über Nacht aufgetaut und von ihrer Schutzglasur befreit werden. Danach wird der sogenannte Kragen und die Schwanzflosse abgeschnitten. Andere Mitarbeiter entfernen mit scharfen Messern Rückenflossen, Flossenansätze und Bauchlappen. Nur das Entfernen der mittleren Gräte erfolgt maschinell.

Karkasse, Flossen und Abschnitte werden getrennt gesammelt – weggeworfen wird nichts. Das Fleisch wird sorgsam von den Gräten abgelöst und anschließend zu Lachspasten, Babynahrung, Fischöl oder anderen Produkten verarbeitet.

Die perfekt getrimmten und kontrollierten Lachshälften sind nun bereit für die Veredlung.

Für den Räucherlachs wird der Lachs für 24 Stunden in Salzlake eingelegt. Die dünnen Enden hängen Mitarbeiter an Haken auf, damit sie nicht zu viel Salz aufnehmen. Am nächsten Tag wird er noch einmal Salz einmassiert, jetzt werden auch die Enden von Hand gesalzen.

Lachs Friedrichs im Salzbad

Und für 24h im Salzbad gelagert und aufgehängt

Nach einer Ruhezeit von 24 Stunden wird der Fisch für zwölf Stunden über Buchenholzspänen im Querstromverfahren kalt geräuchert. Diese Technik sorgt für ein besonders gleichmäßiges und mildes Raucharoma.

Nach dem Räuchern wird noch die Haut, die Steckgräten und der graue Mittelstreifen entfernt. Erfahrene Mitarbeiter ertasten die etwa 32 Gräten pro Lachshälfte und ziehen sie einzeln, mit der Pinzette, in unter 30 Sekunden. Danach wird getrimmt, geschnitten und wieder getrimmt, um ein optisch und geschmacklich einwandfreies Produkt anbieten zu können.

Für den Graved Wildlachs werden die Lachsseiten nach der skandinavischen Tradition in der Rohrzucker- und Salzmischung gebeizt. Die Reifezeit dauert drei Tage. Für eine gleichmäßige Reifung müssen die Lachse täglich von Hand umgeschichtet werden. Das Zucker-Salz Gemisch entzieht dem Fleisch bis zu 30 % Wasser, der spezielle Graved Geschmack entsteht. Am Ende wird der Graved Lachs noch mit Ahornsirup und frischem Dill verfeinert. Graved Lachs schmeckt fein, salzig-süß und ein wenig Umami. Das fettarme Fleisch hat eine ganz zarte Textur.

Lachs Friedrichs Graved von Hand gewendet

Der Graved Lachs in der Beize wird täglich von Hand gewendet

Friedrichs Coho Raeucher-Wildlachs

Kontrolle bei der Veredlung: Jede Charge trägt ein Herkunfts-Tag

Aufgefallen ist mir, dass sich zu jedem Zeitpunkt jeder Mitarbeiter für die Qualitätskontrolle zuständig fühlt. Man ist stolz auf die Produkte. Wenn etwas nicht in perfekt ist, wird es radikal aussortiert.

Während der Verarbeitung reist ein eingeschweißtes Herkunfts-Label mit den Lachsen mit. Herkunft, Charge und die Verarbeitungsschritte sind dadurch lückenlos dokumentiert und können bei Beanstandungen bis zurück nach Alaska verfolgt werden.

Und nach soviel Info kommt jetzt endlich Butter bei die Fische. 😉

Smørrebrød Varianten mit Graved Wildlachs

Smørrebrød soll von dänischen Farmern erfunden worden sein und ist ein echtes Reste-Essen. Überbleibsel vom Abendessen wurden für die Arbeit eingepackt und zur Mittagspause auf Brote gelegt. Die Brotscheiben dienten als Tellerersatz, die Butter verhinderte, dass das Brot durchweicht. Am besten schmecken gutes dänisches Roggenbrot (Rugbrød) mit Salzbutter. Die Brote werden nie zusammengeklappt, der Belag wird kunstvoll aufgetürmt und mit vielen frischen Zutaten wie Kräutern, Gemüse, Ei, Körnern und Gewürzen garniert.

Wildlachs Graved Friedrichs auf beton

Jetzt Butter bei die Fische: Dänisches Smørrebrød

Hier geht es zu den Zutaten für das bunte Smørrebrød:

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Lissabon und Cascais im Frühling – Seafood, Sushi und Selfiesticks

Lissabon im Winter oder Frühling bereisen? Von mir ein absolutes ja. „Lisboa“ eignet sich perfekt, um dem norddeutschen Dauergrau zu entkommen und um hervorragenden Fisch und Seafood zu probieren. Das Angebot ist mindestens so überwältigend wie die Stadt selbst.

Lissabon Chiado View Tejo

Wasser und Schiffe voraus. Ausblick vom Bairro Alto, Lisboa

Denkmal der Entdeckungen Lisboa Belem

Für Seefahrer: Denkmal „Padrão dos Descobrimentos“ in Belém

Muschen und Krebse Markt Lissabon

Die wichtigsten Vokabeln auf dem Markt lernen

Schwertmuscheln Lissabon Time Out Markt

Und direkt anwenden: „Canivetes“ in der Marisqueira Azul

Lissabon im Februar – Frühling am Tejo

Möglichst viel Fisch und Meeresfrüchte zu probieren, war der feste Vorsatz für unseren Lissabon Trip im Februar. Als Hamburgerin mit anhaltendem Meerweh fiel die Wahl schnell auf die Stadt am Tejo. „Was wollt ihr denn um diese Jahreszeit dort?“ wurden wir vorher gefragt, trotzdem haben wir uns in den Flieger gesetzt. Ab Hamburg gibt es einen Direktflug mit der guten portugiesischen TAP. Praktisch. Mit im Gepäck war eine lange „must-see“ Liste an Seafood-Restaurants und Ausflugs-Empfehlungen für Lissabon.

Hinweis: Unser Kurzbesuch in die Seefahrerstadt Lissabon und an die Küstenorte Cascais, Estoril und Belém ist absolut subjektiv, zufällig und unvollständig. Alle Tipps sind freiwillig und selbst bezahlt. Am Ende des Beitrags liste ich unsere Empfehlungen gesammelt auf. Ein Rezept gibt es heute nicht, dafür viele Restaurants- und Ausflugstipps.

Galao, Toastada, Sumo de laranja Lissabon

Vor dem Seafood: Frühstück mit Galão, Tostada, Sumo de laranja

Lissabon und Cascais: Frühling ab Ende Januar

Laut Klimatabelle regnet es in Lissabon im Januar/Februar durchschnittlich an elf Tagen, was positiv betrachtet 20 Sonnentage bedeutet. Bei unseren Besuch war es 24h lang ungemütlich mit Sturm und Starkregen. Danach gab es einen klassischen „April-Wettertag“ mit Schauern und Sonne und drei perfekte Sonnentage, die sogar für einen kleinen Sonnenbrand gereicht haben. Für uns „Dänen“ das perfekte Frühlingswetter.

Bei Temperaturen von 15-17 Grad fällt es leicht, die Hügel zu erklimmen, auf die Lissabon gebaut ist. 15 km zu Fuß und pro Tag sind um diese Jahreszeit kein Problem. Bei schweißtreibenden 35 Grad im Juli und August wäre das schon anstrengender.

Und jetzt im März steigen in Lissabon die Temperaturen langsam an, es regnet weniger. Bei Tagestemperaturen von 18-20 Grad, macht es Spaß in der Sonne zu sitzen und zu genießen.

Regenfront Cais do Sodro

Aprilwetter – kein Thema für Hamburger

Vino Blanco Galao Lisboa Ponte

Wie reingewaschen: klares Licht im Frühjahr

Lissabon Cascais Aufzug

Die Stadt strahlt: Sonnige Farben im FrühlingChiado und Cafe Janis Time Out Market

Februar und März – die beste Reisezeit für Lissabon

Die größte Stadt Portugals ist selbst im Winter und Vorfrühling voller Touristen, sie ist aber nicht überfüllt. Ein paar Fakten: Lissabon Stadt hat etwa 500.000 Einwohner, wird jährlich aber von sechs Millionen Touristen heimgesucht. Die Stadt lebt vom Tourismus, was für die Einwohner Fluch und Segen zugleich ist.

Im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen ist Lisboa immer noch preiswert. Wer sich nach dem Atlantik, Häfen und Brandung sehnt, gelangt mit der Regionalbahn zudem schnell in die Seebäder Cascais oder Estoril. Aber auch ein Spaziergang am Tejo Richtung Belém genügt, um ein Seefahrerherz zu erwämen. Mehr über den Tourismusboom und seine Schattenseiten könnt ihr hier im Travelbook lesen.

Lissabon Treppen Graffiti Verfall

Licht und Schatten. Zugenagelte Häuser im Zentrum

Lissabon – die Stadt für Fisch- und Seafood Liebhaber

Die Portugiesische Küche setzt auf frische und naturbelassene Produkte. Die Rezepte sind einfach, der Eigengeschmack der Zutaten soll nicht überdeckt werden. Das wäre auch schade. Fisch- und vor allem Meeresfrüchte, Krebse und Krabben gibt es in einer unvergleichlichen Vielfalt. Gemüsegerichte oder Beilagen sind zu vernachlässigen. Eintöpfe und Suppen spielen eine Rolle, vom allen auch mit der Feijão Bohne. Gewürzt wird in Portugal mit Knoblauch, Koriander, Zitrone und sehr viel Olivenöl.

Das portugiesische „Signature Dish“ ist für mich „Amêijoas à Bulhão Pato“. Das sind Venusmuscheln gedämpft in Olivenöl, Zitronensaft, viel Knoblauch und noch mehr frischem Koriander. Die wollte ich jeden Tag essen. Geplant war ein deftiges „Carne de porco à alentejana“, das ebenfalls mit Venusmuscheln zubereitet wird. Auch auf der Wunschliste: Oktopus, Bolinhos de Bacalhau, gegrillte Sardinen, Thun-, und Schwertfisch. Es ist mir geglückt, alles zu bestellen. Aber es kam doch anders als erwartet.

Lissabon kulinarisch: Fluch und Segen der Globalisierung

Nach meiner Einschätzung ist es mittlerweile leichter, in Lissabon gutes Sushi oder Ceviche zu finden, als traditionelle Portugiesische Küche. Sushi in Portugal? Warum auch nicht. Fangfrischen Fisch aus dem Atlantik gibt es im Überfluss. Der Tourismusboom und die globalisierte Welt fordern ihren Tribut, wie es uns Paulo, der Chef des hervorragenden „Solar 31“, abends erzählte.

Zum Solar 31 gehört auch das „O Chefe e o Mar – Peixes e Mariscos. Ins O Chefe sind wir durch Zufall hineingestolpert, weil es sintflutartig regnete und es direkt neben unserer Unterkunft lag. Listen abarbeiten und vorausplanen mag ich sowieso nicht, mein Bauchgefühl verlässt mich selten. Die Fischvitrinen und Speisekarten vor beiden Lokalen sahen einladend aus.

Jedenfalls habe ich Chef Paulo nach der authentischen, portugiesischen Küche gefragt. Er hat lachend abgewunken. „Too much garlic, too much olive oil and coriander!“ Authentische portugiesische Küche könne er so am Abend nicht verkaufen. Es stimmte, im Restaurant waren ausnahmslos Gäste aus den USA, UK, Frankreich, Spanien, Fernost und wir. Mittags kämen noch Portugiesen zum Essen, aber die verlassen abends die Stadt, weil sie sich die Miete oder ein Apartment in Lissabon nicht mehr leisten könnten. Dabei stehen selbst im Zentrum viele Häuser leer, sind zugenagelt oder verfallen. Spekulationsobjekte vermutlich.

Paulo hat uns interessiert gefragt, welche Restaurants wir noch besuchen wollten? Als wir ihm die klassischen „Geheimtipps“ Cevicheria, Time-Out-Market und natürlich das Ramiro aufgezählt hatten, hat er gelacht. Und uns dann immerhin eine persönliche Empfehlung für das legendäre Ramiro mitgegeben. Die sollte sich noch als nützlich erweisen.

Im Solar 31 war der für zwei Personen dimensionierte „Polvo com Camarão“ butterzart. Paulos Geheimnis? Zwei bis drei Stunden weich garen und sofort in – mit Trockeneis eisgekühltem – Wasser abschrecken. Auch der gegrillte schwarze „Peixa Espada preto“, ein sehr häßlicher Tiefseefisch, war perfekt auf Holzkohle gegrillt.

In Paulos neuem Restaurant O Chefe e o Mar“ gab es zu unserer Überraschung besagten Sushi, guten lokalen Fisch, Weine aus Setúbal und zuvorkommenden Service. Von außen wirkt das Lokal unscheinbar, innen ist es durchgestylt mit orangefarbenen Wandkacheln, blauen Plüschsesseln, Terrazzo-Boden und schöner Bar.

Wie ich erst später gesehen habe, hat das „O Chefe“ und das „Solar 31“ bei TripAdvisor sehr gute Bewertungen. TripAdvisor ist zwar nicht immer zu 100% objektiv, aber die Tendenz stimmt meistens.

Time-Out-Market Lissabon – in „Foodies“ Heaven

Markthallen sind in jeder Stadt der Welt mein erstes Ziel. Das gilt auch für den „Mercado da Ribeira“ wo auch der Time-Out-Market beheimatet ist. Während die erste Halle noch ein klassischer Lebensmittelmarkt ist, wurde in einer zweiten Halle 2014 ein Foodcourt – der Time-Out-Market – hinzugefügt.

24 Restaurants, etliche Bars und Geschäfte bemühen sich um die Instagramer und Touristen. Namhafte Restaurants haben hier ihre Ableger. Es macht Spaß sich durchzuprobieren. Von Bacalhau bis Burger, Sushi und Sardinen ist alles zu haben. Das Konzept expandiert. 2019 sind Eröffnungen von Miami bis Montreal geplant.

Der Time-Out-Market liegt am Cais do Sodré – dem Zug-, Metro- und Fährbahnhof direkt am Tejo.

Im Sea me“ in der Markthalle probierten wir geflämmte Sardinen mit Kabeljau im Sushi Duell, Jakobsmuscheln mit Mangosalsa, dazu portugiesische „Ria Formosa“ Austern. Gleich gegenüber des Sea me liegt die Marisqueira Azul“. Hier gab es Amêijoas und vorzügliche Schwertmuscheln. Wer Hummer, Langusten und andere Krustentiere probieren will, ist an der Bar bestens aufgehoben. Die großen Aquarien mit den agilen Langusten, Hummern und Krebsen erinnern fast an einen Zoo. Wem das alles zu trubelig wird, kann gegenüber im netten „Café Janis“ in der Sonne sitzen.

Geflämmte Sardinen Kabeljau Duell Sea me

Im „Sea Me“: Kabeljau & Sardinen im Sushi – Duell

Lissabon – Die Seefahrerstadt, die Fernweh weckt

Nach spätestens eineinhalb Tagen Stadtaufenthalt, zieht es uns Seefahrer ans Meer. In Lissabon kein Problem. Ab dem Bahnhof Cais do Sodré geht es mit der Regionalbahn in etwa 30 Minuten am Fluss entlang bis zur Endstation nach Cascais. Die Einzelfahrt kostet 2,25€.

Tipp: In Lissabon gibt es zwar unterschiedliche Bahn-Unternehmen, aber die „Viva Viagem“ Karte, die man über die Zapping Funktion mit Guthaben aufladen kann, gilt überall. Die Karte selbst kostet 50 Cent. Mehr über die verschiedenen Tarife, Tickets, Tageskarten, Zapping und Betreiber findet ihr auf dieser Seite hier. Vor Ort kann es zuweilen hektisch zugehen. Notfalls helfen an den touristischen Hightlights Angestellte oder Einheimische weiter.

Surferabteil im Zug nach Cascais

Regionalbahn nach Cascais hat Surferabteile

Lissabon SUP in Estoril Februar

Wellenreiten und Stand-Up-Paddling in Cascais

Hier geht es weiter nach Cascais, Estoril, Belém und Cacilhas und ins Ramiro: (mehr …)