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Ratatouille – einfaches Sommer-Rezept für Gemüsereste

Der Name Ratatouille ist in Frankreich seit dem 18. Jahrhundert für einfache Eintopfgerichte gebräuchlich und könnte nach böswilliger Interpretation Reste-Fraß (rata = Fraß; touiller = rühren, umrühren) bedeuten. Ratatouille war ursprünglich ein Arme-Leute-Essen aus dem Abfall von Gemüse – Tomaten, Auberginen, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch. Es wurde über Stunden eingekocht.

Die See kocht Ratatouille

Heute wird die Gemüsekiste geleert

Ganz so abwertend würde ich den Gemüseeineintopf nicht sehen, aber nach ein paar Tagen auf See lohnt es sich, einen kritischen Blick die Proviantkiste zu werfen. Ist euer Gemüse trotz sorgfältiger Lagerung nicht mehr ganz frisch, dann ist die Zeit für ein sommerliches Ratatouille gekommen.

Bordrezept Segeln Ratatouille

So schmeckt der Sommer

Im August: Zeit für ein sommerliches Ratatouille-Rezept

Selbstverständlich könnt ihr im August alle Zutaten marktfrisch einkaufen. Zur Zeit bekommt man das Gemüse geradezu nachgeschmissen. Die wichtigsten Bestandteile für Ratatouille sind Auberginen, Zwiebeln, Zucchini, Tomaten, Paprikaschoten und Knoblauch. Achtet bei den Auberginen darauf, kleinere Exemplare aus Italien oder der Türkei zu bekommen. Die sind optisch zwar nicht so perfekt wie die Hollandware, aber sie sind viel aromatischer.

Laut Original-Rezept sollen Tomaten und Paprika vorher enthäutet werden. Ich habe mir das gespart. Ich finde ein paar Ballaststoffe können einem Segler nicht schaden. Die größten Haut- Stückchen habe ich zwischendrin einfach mit der Gabel rausgefischt.

 Die Zutaten für 4 Personen als Beilage:

  • 4 reife Tomaten
  • 2 mittlere Zucchini (oder 1 große)
  • 1 große Aubergine oder mehrere kleine
  • 1 rote oder gelbe Paprikaschote
  • 2 mittlere Zwiebeln oder 3 Schalotten
  • 3 – 5 Knoblauchzehen
  • 1 halbe Chili (optional)
  • Frische Kräuter: Glatte Petersilie, Basilikum, Rosmarin oder Thymian
  • Reichlich gutes Olivenöl, (100ml)
  • Pfeffer Meersalz
  • 1 Teelöffel Zucker

Werkzeuge: Pfanne, Topf, Messer, Schneidebrett

Zubereitung: Beginnend mit den Auberginen und den Zucchini alles Gemüse in nicht zu kleine Stücke schneiden. Zucchini und Auberginen salzen und 20 Minuten stehen lassen, um ihnen das Wasser zu entziehen. Die Scheiben gut abtupfen.

Zum Anbraten habe ich eine große Eisenpfanne verwendet. Auberginen brauchen viel Öl, bei diesem vegetarischen Gericht muss nicht am Öl gespart werden. Im Originalrezept sollte jedes Gemüse einzeln angebraten werden. Um die Zubereitung nicht allzu aufwändig zu machen, habe ich die Auberginen mit den Zucchini angebraten, danach die Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und die Tomaten.

Das Gemüse jetzt in einen Topf schichten. Pfeffern und vorsichtig salzen. Frische Kräuter, wie Basilikum, Petersilie und Thymian dazugeben und mindestens 40 Minuten bei kleiner Hitze weiterschmoren. Nur hin und wieder vorsichtig umrühren bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Aufpassen, dass nichts anbrennt.

Ratatouille, was dazu servieren?

Mit frischem Basilikum oder Petersilie dekorieren. Dazu einen gutgekühlten provenzalischen Rosé servieren. Fleischessern empfehle ich rosa gegrillte Lammhüfte. Dieses Essen schmeckt wie der Sommer pur. Bon appétit.

Varianten: Ratatouille kann auch mit Wein, Sellerie, Möhren, Oliven, Limetten oder Kapern variiert werden.

Tipp: Ratatouille schmeckt am nächsten Tag noch besser. Es kann kalt oder warm gegessen werden.

Captain`s Dinner mit Nudelsalat nach „Oldschool“ Art

Nudelsalat- ist der unvermeidliche Partyklassiker, mit dem wohl fast jeder seinen ersten Alkoholrausch leidlich überlebt hat. Auf dem Boot macht so ein Nudelsalat aber durchaus Sinn, weil er fast vollständig aus der Proviantkiste gezaubert werden kann, und weil er in stürmischer Umgebung bei 5 BFT wirklich schmeckt. Ausserdem sind Segler auch sehr durstig.

Bordküche Segelrezept Nudelsalat

Stabilisiert durstige Segler – Nudelsalat „Oldschool“ Style

Am Wochenende hat ihn der Kapitän zubereitet. Vielleicht war er nach dem leichten thailändischen Glasnudelsalat die Tage zuvor doch noch etwas hungrig. Auf dem Video seht ihr, wie einfach Nudelsalat geht. Der Vollständigkeit halber habe ich das Rezept noch einmal aufgeschrieben.

Zutaten für eine mittlere Schüssel Nudelsalat:

  • 200 Gramm Nudeln aus Hartweizengrieß
  • 1 kleine Dose Erbsen (200 Gramm)
  • 1 kleines Glas Gewürzgurken mit Gurkenwasser
  • ½ Tube Mayonnaise
  • 1 Dose gute Hausmacher Bratwurst, Lyoner oder andere Wurst (200 Gramm)
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Zwiebel oder 2 Schalotten
  • Optional: 2 Frühlingszwiebeln,
  • frische Kräuter wie Petersilie oder Basilikum
  • 2-3 feste Tomaten oder 1 rote Paprikaschote

Die Zubereitung:

Die Nudeln nach Packungsanweisung al dente kochen.
Falls ihr – so wie wir – nur flache und platzsparende Spaghetti an Bord habt, diese vorher in drei Teile brechen. Die Wurst in etwa 1cm große Würfel schneiden. Die Erbsen abgießen und gut abtropfen lassen. Die Gewürzgurken in Scheiben schneiden, die Zwiebel würfeln.

Jetzt die Zutaten mit dem Gurkenwasser (ohne die Senfkörner) verrühren. Reichlich Mayonnaise dazugeben und mit den abgegossenen Nudeln vermischen. Ordentlich salzen und pfeffern. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Vor dem Servieren bei Bedarf noch etwas Gurkenwasser hinzugeben und mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Tipp: Wer mag, kann noch entkernte frische Tomaten, Paprikawürfel und Kräuter dazugeben – je nachdem, was ihr noch an frischem Gemüse an Bord habt. Ich finde das sieht farblich einfach besser aus und gibt mehr Biß.

Der Nudelsalat hat mir am nächsten Tag fast noch besser geschmeckt. Bitte versucht wirklich gute Dosenwurst zu verwenden.