Neuer Matjes – als Tatar mit Avocado und Creme Fraiche

Endlich ist wieder Matjeszeit. Wenn ich jetzt frischen Matjes sehe, greife ich sofort zu. Die jungen und fettreichen Heringe wurden in den Frühjahrsmonaten gefangen und werden jetzt zu feinem Matjes veredelt. Das Geheimnis: Beim „Kehlen“ werden Kiemen und Innereien entfernt – nur die Bauchspeicheldrüse verbleibt im Hering. Die natürlichen Enzyme der Drüse lassen den Hering in etwa einer Woche zu dieser zarten Delikatesse reifen.  Mehr über frische Matjes gibt es hier.

Für Matjes findet man viele Rezepte. Wichtig ist, Matjes sollte nie erhitzt werden, das bekommt dem feinen Aroma nicht. Beim Blick in meine Proviantkiste habe ich mich für ein Matjes – Tatar mit asiatischen Aromen entschieden.

Hier geht es zur Zubereitung:
Zutaten für 2 Personen (als Snack oder Vorspeise)

  • 2 frische Matjesfilet, einfach (=1 Doppelfilet)
  • 1 Limette (am besten unbehandelt)
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Gurke oder ½ Salatgurke
  • ½ Avocado
  • 1 paar Zweige Koriander (oder Dill, ersatzweise  Petersilie)
  • 2-3 Esslöffel Creme fraiche (ersatzweise 2 Essl. H-Kochsahne)
  • Pfeffer aus der Mühle, Meersalz, gutes Olivenöl
  • 1 Teelöffel Honig
  • Frischer Chili (ersatzweise Chiliflakes oder Tabasco)
  • Frische Wasabi Paste (wenn an Bord)

Zubereitung für 2 Personen

Die Limette waschen, gut abreiben und halbieren. Die grüne Schale von der ersten Hälfte abraspeln und beiseite stellen. Die zweite Hälfte wird später beim Servieren verwendet.

Die halbierte Limette von ihrer weißen Haut befreien und in sehr feine Würfel schneiden. Ingwer und Schalotte schälen und auch möglichst fein würfeln. Die Chilischote in hauchfeine Ringe schneiden.

Gurke schälen, längs vierteln und die wässrigen Kerne entfernen. Gurke, Avocado und die Matjesfilets in etwa 5 mm große Würfel schneiden. Die Matjesfilets müssen übrigens nicht mehr gewässert werden, so wie in älteren Rezepten angegeben.

Alles zusammen mit dem gehackten Koriander, dem Limettenabrieb, der Creme Fraiche, Honig, Öl, Pfeffer aus der Mühle, Salz sowie einem Klecks Wasabi abschmecken.

Achtung: Gerade bei Wasabi und Chili müsst ihr euch jetzt vorsichtig an die Schärfe rantasten. Fangt lieber etwas behutsam an und legt dann je nach Geschmack nach. Allein die Limettenwürfel, der Ingwer und die feinen Chiliringe sorgen schon für kleine geschmackliche Explosionen auf eurem Gaumen.

Von der restlichen Limette zwei Scheiben für die Dekoration abschneiden. Den verbleibenden Limettenrest auspressen und zum Abschmecken verwenden. Den Tatar in ein kleines Glas oder Espressotasse füllen, umstülpen und mit einem Klecks Wasabi, restlicher Creme Fraiche und mit Pumpernickel oder anderem Brot servieren.

Werkzeug: Messer, Brett, kleine Schüssel, Reibe, kleine Tasse oder Glas

Tipp: Ihr könnt natürlich auch mit den Zutaten variieren. Zum Beispiel mit Apfel, Mango oder Gewürzgurken. Ich finde heimische Äpfel im Sommer leider nicht mehr so lecker.

Übrigens: Matjes müsst ihr immer kühl lagern. Nach dem Kauf achtet bitte auf eine einwandfreie Kühlkette. Frischer Matjes sollte spätestens am nächsten Tag gegessen werden. Matjes in Öl hält sich geöffnet auch nur zwei bis drei Tage. Bei ungeöffneter Verpackung haltet euch an die Angaben auf der Verpackung.

6 Kommentare

  1. A propos Wasabipaste: habe ich meistens,aber ich habe vor einer Weile auch Wasabipulver gefunden. Für den Bordgebrauch super!
    Ansonsten. Mal wieder ein gemeines Rezept.

    Gruß aus dem ziemlich matjesfreien Phnom Penh

    Gefällt mir

    1. Die Tipper hab ich korrigiert.;-) Stimmt, Wasabi Paste ist ein guter Tipp, die geht nicht kaputt. Ich bin sicher in PP gibt es irgendwo reichlich stinkigen fermentierten Fisch…
      In Phnom Penh war ich 1998 allein unterwegs, da fand ich es noch ziemlich unheimlich. Nur verschüchterte Menschen, die wohl das Lachen unter Pol Pot verlernt hatten. Verständlich. Und ein paar Farangs,sahen alle aus, als ob sie nichts Gutes im Schilde führen würden. Aber tolle Sachen gibt es zu besichtigen. Und anschließend nach Angkor/Siem Seap. Damals hatte ich die Tempel noch fast für mich allein. War eine unglaubliche Reise. LG in die Hitze. Hier ist es immer noch saukalt…Cornelia

      Gefällt mir

Ich freue mich über Kommentare und Anregungen hier!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s