Dänemark

Segeln in der Nachsaison: Fünf Gründe jetzt in See zu stechen

Zwei Wochen herrschte auf meinem Segel-Blog Funkstille. Der Grund für die Blogpause war unser Sommertörn. Wie in den Jahren zuvor, haben wir uns für die Nachsaison entschieden. In Dänemark ist ab Mitte August der ganz große Rummel schon vorbei. Die beste Zeit für einen entspannten Törn.

Segeln in der Nachsaison in Dänemark

Halb neun in Dänemark. Traumhafte Abendstimmung auf den Inseln

Einziger Wermutstropfen: Wassertemperaturen von 15-18 Grad muss man mögen. Und Rezepte habe ich diesmal nicht im Gepäck. Wer flexibel ist, sollte jetzt die Leinen los werfen. Laut Windfinder wird es nächste Woche wieder richtig schön. Mit viel Glück hält das Wetter bis weit in den September hinein.

Erster Grund: Freie Liegeplatzwahl im Hafen

Die dänischen Sommerferien enden bereits in unserem Hochsommer, um den 10. August. Mit jedem Tag wird es in den Häfen leerer. Trotzdem sind die Marinas noch gut besucht und keineswegs verlassen. Die meistens Restaurants haben – zumindest am Wochenende – noch geöffnet.

Hafenkneipen mit Postkarte Pesto

Jetzt haben alle wieder mehr Zeit. Zwischensaison in Dänemark

Freie Liegeplatzwahl bedeutet eine entspanntere Törnplanung. Nichts finde ich schlimmer, als spät einen überfüllten Hafen anzusteuern, immer mit der Ungewissheit keinen oder nur einen schlechten Liegeplatz im Päckchen zu finden.

Gerade mit einem kleineren Boot ist es in der Zwischen-Saison kein Problem nach 18 Uhr anzukommen. Ein Traumplatz findet sich immer. Natürlich kann es schön sein, im Morgengrauen abzulegen, um den besten Platz im nächsten Hafen zu ergattern. Viel besser findes ich es, auszuschlafen, zu baden, zu joggen und gut zu frühstücken. Ist doch Urlaub.

Manchmal gibt es in der Nachsaison sogar Preisnachlässe. Eine halb belegte Marina bedeutet freundliche Kellner, saubere Sanitäranlagen, keine Wartezeiten und mehr Ruhe.

Leere Häfeln. Segeln und Kochen in Dänemark

Freie Platzwahl im Hafen, auch nach 18.00 Uhr!

Sommertörn Spinnaker Blau

Ein makelloser Tag mit 2 Bft und über 20 Grad

Nachsaison halber Preis im Segelhafen

Hafengebühr zum halben Preis lockt jetzt oft

Zweiter Grund: Die Ostsee hat endlich Betriebstemperatur

Auch wenn die Ostsee kaum wärmer als 18 Grad wird, ist sie doch ein schöner Wärmespeicher. Selbst im September hat das Wasser noch mindestens 15 Grad. Der Vorteil: Obwohl die Tage kürzer werden, sinkt die Lufttemperatur nachts selten unter 15 Grad. Statistisch gesehen regnet es im September sogar weniger als im Juni/Juli. Hier geht es zur Klimatabelle.

Baagø Sommertörn Dänemark

Das Wasser hat jetzt noch um die 17 Grad

Dritter Grund: Das spätsommerliche Licht ist schöner

Für Freunde schöner Sonnenuntergänge und besserer Fotos: Ende August wird das Licht schöner. Die Sonne steht tiefer und taucht alles in ein warmes, goldenes Licht. Während der Himmel im Hochsommer oft nur gleißend hell oder manchmal schwül-dunstig ist. Auch die Segler-Haut freut sich über den dänischen „Indian Summer“.

Middelfart Marina Fünen Sommertörn Dänemark

Traumhaft, friedliche Abendstimmung mit Tümmlern in Middelfart

Aber es gibt noch zwei weitere Gründe:

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Hafenkneipen- und Restaurant-Tipps für Segler in Dänemark

In jedem Hafen eine Liebste? In jedem Hafen eine liebste Hafenkneipe wäre mir lieber. Ein gutes Restaurant, ein Chiringuito am Strand oder einfaches Fischrestaurant mit regionalen Produkten? Noch besser! Doch was nützt die beste Strandbar, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Hafenkneipen oder Chiringuito traumhaft

Wer träumt nicht vom Barefoot-Feeling? In Dänemark nicht einfach zu finden

In Dänemark gibt es mehr als nur Anlegerbier

Ganz klar, Dänische Inseln sind nicht die Balearen. „Dänische Südsee“ klingt zwar verlockend, ist oft leider purer Euphemismus. Barefoot-Feeling kommt selten auf, gerade wenn ein Tief das nächste jagt.

Wer das alles weiß, und wer sich auf Wind, erfrischende Temperaturen und abwechslungsreiches Segelwetter einlässt, wird reichlich belohnt. Oft mit stahlblauem Himmel, 14 Stunden Sonnenschein und manchmal sogar kulinarisch.

Cafe Razz Middelfart

 Gibt es doch:  Mediterranes Treiben und Hafen-Promenaden in Dänemark

Dänische Küche, was ist das?

Dänische Küche ist dem gemäßigtem Klima angepasst und wird vom Fischfang und der Landwirtschaft geprägt. Die traditionellen Mahlzeiten sind recht mächtig. Es gibt viel Fleisch. Am bekanntesten ist der dänische Hot-Dog mit rot gefärbten Würstchen, den „Røde pølser“. Die gibt es in jedem Hafen-Kiosk.

Die besten Hafenkneipen in der dänischen Südsee und rund Fünen

Nach fünf Jahren in diesem Revier bin ich auf das eine oder andere Gasthaus gestoßen, das einen Besuch wert ist. Die Liste möchte ich ständig erweitern. Ich freue mich auf weitere Tipps in euren Kommentaren.

Grob vereinfacht, unterscheide ich in drei Arten von Gastronomie. In die erste Kategorie fallen einfache Hafen-Kioske. Meist sind das ein paar Picknickbänke vor einer rot-weißen Bude. Hier gibt es frisch gezapftes Bier mit Blick auf Hafen und Meer. Das Essen ist zweitrangig. Das Ambiente macht es aus.

Blick auf den Hafen mit lokalem Bier

Blick auf den Hafen und lokales Bier, der typische Hafen-Kiosk

In die zweite Kategorie fallen Gasthöfe und Restaurants, die lokale Produkte wie frischen Frisch, Fleisch, Gemüse sowie regionale Getränke anbieten. Häufig sind die alten Gasthöfe richtig „hyggelig“. Das Essen ist ordentlich, aber nie experimentell. Das kann auch von Vorteil sein.

Dänische Speisen und Speisekarten

Auf den Speisekarten dieser Gasthöfe finden sich gute Standards wie der Fisch „Stjerneskud“ (übersetzt Sternschnuppen) oder Rødspætte (gebratene Scholle). Zu 99% wahrscheinlich sind Entrecote, Ribeye-, Ochsen- oder Filetsteaks. Als Beilage gibt es neue Kartoffeln, gute Pommes, Sauce Béarnaise, Petersiliensauce und manchmal regionales Gemüse.

Brasserie Svanen Middelfart, Scholle

Typisches Fischgericht: Scholle, neue Kartoffeln, nett angerichtet

Eine preiswerte Alternative zu den teuren Steaks ist das Pariserbøf. Das ist gebratenes Rindertatar, liebevoll dekoriert mit frischem Meerrettich, Kapern, Ei und Rote Bete. Sehr empfehlenswert.

Seglerkneipen Mommark Pariser Boeuf

Pariserbøf mit Meerrettich, Rote Bete, Kapern

Oft zu finden ist auch Hønsesalat, (Hühnersalat), Fiskefrikadeller (Fischfrikadellen) und Smørrebrød (übersetzt Butterbrot), das gerade ein echtes Comeback erlebt.

Die belegten Häppchen auf Rugbrød (Roggenbrot) werden mit gesalzener Butter bestrichen und mit geräuchertem Fisch, Krabben, Käse, Wurst oder Pastete belegt. Garniert werden die Schnittchen mit Gemüse, Eiern und Kräutern. Smørrebrød wird mit Messer und Gabel gegessen.

Dänisches Smørrebrød Rezepte für Segler

Smørrebrød, hier als Eigenkreation mit Rührei und Lachs

Sehr beliebt sind noch Burger, Pulled Pork, Speck, Roastbeef, Leberpastete, Räucherfisch, sowie marinierter Hering (Sild), Meeresfrüchte wie Krabben, Krebse, Muscheln und Jomfruhummer (Kaisergranat).

Falls ihr rätselt was „Frokost“ auf den Speisekarten bedeutet? Das ist keine Roh- oder Tiefkühlkost und auch kein fröhliches Essen, sondern einfach das Mittagessen.

„Aftensmad“ ist das warme Abendessen, „Forretter“ die Vorspeise, „Hovedretter“ der Hauptgang.

Unter diesem Link bekommt ihr einen tieferen Einblick in die dänische Küche.

In meine dritte Kategorie fallen Spitzen-Restaurants, die neue nordische Küche abliefern. Wie überall auf der Welt, ist dieses Erlebnis nicht günstig. Bei den mehrgängigen Menüs heißt es meist „sky is the limit“. Selbst die einfache Flasche Wein ist so gut wie nie unter 30 € zu bekommen. Im Gegensatz zu den Mittelmeerländern belastet das die Bordkasse schon sehr. Diese Restaurants müssen lange im voraus reserviert werden. Wir haben es noch nie in einen der Gastronomie-Tempel geschafft. Törns lassen sich nicht immer perfekt planen.

Übrigens liegt auch das „noma“, eins der besten Restaurants der Welt, in Dänemark. Interessanterweise will es sich jetzt neu erfinden und im alternativen „Christiana“ bei Kopenhagen neu eröffnen. Mit „nachhaltiger Haute Cuisine“ soll das neue Restaurant Teil einer urbanen Farm werden. 2017 soll es losgehen. Klingt spannend.

Zur Liste der Hafen-Kneipen rund Fünen (subjektiv und unvollständig)

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