Krautsalat – schnelles Rohkost Grundrezept und zwei Klassiker an Bord

Weißkohl ist bei Langfahrtseglern beliebt. Das liegt an seiner Ergiebigkeit und an der Haltbarkeit. Während andere Gemüse längst verwelkt sind, bleibt der preiswerte Kohl noch lange frisch. Herrlich wandelbar und vitaminreich ist das Gemüse auch. Mit diesem Proviant ist Frisches an Bord gewährleistet – ob als Stir-Fry im Wok oder als Rohkost. Heute geht es um schnelle Krautsalate aus Weißkohl. Drei der beliebtesten Rezepte, habe ich diesmal im Gepäck.

Die See kocht Krautsalat Rezepte

Ein Kohlkopf, drei Rezepte. Die Beilage zum BBQ

Was dem Langfahrt-Segler recht ist, ist für den Wochenendsegler oder Camper eher ein Hindernis. Selbst der kleinste Kohlkopf ist unendlich ergiebig. Einmal geraspelt, sorgt er für Berge von Frischgemüse. Aber wer will schon soviel Kohl auf einmal essen?

Geraspelt und geschnitten. Weisskraut Salat

Weißkohl ist brutal ergiebig. Große Schüsseln sind gefragt

Weißkohl Salate die perfekte Beilage zum BBQ

Da dank der Temperaturen zur Zeit Hochsaison am Grill herrscht, habe ich aus einem kleinen Kohl (etwa 1,5 kg) drei verschiedene Rohkost Salate zubereitet und aufgetischt.

Bei den säuerlichen Rohkost-Salaten gibt es keine großen Probleme mit der Haltbarkeit. Eine Übernachtung in der Kühlbox oder an einem kühlen Ort verbessert die Qualität sogar.

3-in-1, aus einem Kohl drei verschiedene Salate zaubern

Die Zubereitung für den klassischen Basis-Krautsalat, wird im Netz oft „nach Art einer Sylter Strandbar mit tansanisch klingendem Inselnamen“ genannt. Andere sagen schlicht, wie beim „Griechen“. Diese vegane Rohkost Variante schmeckt säuerlich und ist sehr erfrischend. Die Zutaten für die Marinade hat wirklich jeder beim Segeln oder Camping dabei. Der Salat passt perfekt zu allem Gegrillten. Wem dieses vegane Rezept zu puristisch ist, der kann von hier aus weitermachen.

Der zweite Salat ist ein einfacher Bayerischer Krautsalat mit einem Dressing aus lauwarmen Speckwürfeln, Kümmel und Senf. Diese herzhafte Variante passt zu Grillwürstchen, Nürnbergern und Spareribs.

Die dritte Variante, der milde, süßliche Coleslaw schmeckt am gefälligsten. Leider liegt das – wie bei vielen amerikanischen Rezepten – am Zucker und der Mayonnaise in der Rezeptur. Ich habe dies etwas reduziert. Ausgangspunkt waren Rezepte nach „KFC Style“. Coleslaw hat dem Captain am besten geschmeckt. Nichts anderes habe ich erwartet. 😉

Cole Slaw, zum BBQ

Ein Kohlkopf, drei Salate. Im Vordergrund steht des Captains Wahl

Hat Weißkohl denn jetzt Saison?

Kohl ist in erster Linie ein Wintergemüse. Es gibt frühe Sorten, die im Juni geerntet werden. Ursprünglich stammt er aus dem Mittelmeerraum. Was die Größe des Anbaugebietes angeht, hat Deutschland in Europa die Nase vorn. Allein zwischen in Dithmarschen und Sylt werden jedes Jahr über 80 Millionen Köpfe geerntet. Der meiste Kohl dürfte zu Sauerkraut verarbeitet werden. Seefahrer und die „Krauts“ wußten das schon immer zu schätzen. 

Frisch eingekaufte Kohlköpfe lassen sich gut lagern. Tipp: Wer unterwegs nur eine Handvoll frisches Gemüse braucht, zum Beispiel für Bami Goreng, der pellt einfach nur ein paar äußere Blätter ab. So bleibt der Kopf intakt. Er wird mit der Zeit nur etwas kleiner. 😉

Und noch ein guter ein Tipp aus der Proviantbibel: Kohlköpfe müssen vor Austrocknung geschützt werden. Am besten hierzu ein Loch in den Strunk bohren und dies mit einem feuchten Papier stopfen. Das Papier sollte danach feucht gehalten werden. Aber selbst ohne diese Vorkehrungen hält sich der Kohl – in Papier eingewickelt und kühl gelagert – drei Wochen frisch.

Wer sich vor Weisskohl scheut, kann auch den milderen „Jaroma Kohl“ oder Spitzkohl verwenden.

Grundrezept Rohkost Krautsalat vegan

Diese schnelle Variante ist eine extrem knackige Sache. Für kurze Wochenendtörns würde ich Krautsalat immer schon zu Hause vorbereiten und ihn in Frischeboxen verpackt mitnehmen. Denn er sollte noch ziehen.

Die Zutaten sind etwa für +– 500 g Weißkohl berechnet

  • 500 g Weißkohl (etwa ½ kleiner Kopf, ohne Strunk)
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • 3-4 EL Essig (Obst- oder Weißweinessig)
  • 3 EL neutrales Öl (wie beim Griechen: Olivenöl)
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL frische Petersilie, gehackt (optional)

Diese Angaben sind circa Mengenangaben. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Salatdressing ist das Verhältnis Essig/Öl gleich, mit sogar etwas Tendenz zu mehr Essig. Wem das zu säuerlich schmeckt, der gibt noch etwas Öl dazu und schmeckt mit etwas mehr Zucker ab.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Welke äußere Blätter abpellen. Kohl halbieren, dann vierteln. Strunk großzügig herausschneiden. 2/3 des Kohls mit einer Küchenreibe raspeln. Zusätzlich einige Blätter (restliches Drittel) mit dem Messer in feine Streifen schneiden. Die Streifen geben dem Salat Biss, die feineren Raspel mischen sich später besser mit dem Dressing.

Kohl geraspelt und fein geschnitten

Geraspelt und geschnitten: Die Mischung macht’s.

Aus den anderen Zutaten die Marinade anrühren und gründlich mit dem Weißkohl vermischen. Hierzu verwende ich einen Caipirinha Stampfer. Das Stampfen macht den Kohl mürber und hilft, das Dressing in den Kohl zu massieren.

Veganer Krautsalat, einfaches rezept

Festgestampft: Jetzt die Marinade einmassieren

Tipp:  In anderen Rezepten wird empfohlen, vorab das Salz von Hand unterzukneten und die restliche Marinade später hinzuzufügen. Häufig wird die Marinade auch erhitzt und heiß über den Kohl gegossen. Alles dient dem Zweck, den Kohl weicher zu machen. Welche Methode auch immer bevorzugt wird: In jedem Fall muss der Salat durchziehen, mindestens eine Stunde, besser über Nacht.

Varianten: Wer jetzt schon den Kümmel vermisst, kann ihn hinzufügen oder gleich beim Speck-Krautsalat schauen. Natürlich kann auch mit Zwiebel, grüner Paprika oder Chili variiert werden.

Werkzeuge: Reibe, Messer, Brett, große Schüssel, kleine Schüssel

Veganer Krautsalat Blitzrezept für Kombüse und Camping

Diese Erfrischung ist eine kalorienarme Sache. Und sogar vegan

Hier geht es zu den anderen Varianten: Speckkrautsalat und Coleslaw

Bayerischer Weißkrautsalat mit Speckwürfeln

  • 500 g Weißkohl (oder Spitzkohl)
  • 1 knapp gestrichener TL Salz
  • 1-2 TL Kümmel, ganz grob zerstoßen
  • 3 EL Weißweinessig
  • 1 TL Zucker (nach Geschmack)
  • 3-4 EL magere Speckwürfel, fein gewürfelt
  • 1 kleine Zwiebel
  • 100 ml gute Gemüsebrühe, aufgelöst
  • 2 EL Öl (bei fettem Speck weglassen)
  • 1 EL Senf
  • Pfeffer und Salz zum Abschmecken
Krautsalat mit Speck und Kümmel

Speck und Kümmel, herzhaftes aus Bayern, schmeckt auch auf See

Zubereitung: Wie beim Grundrezept oben beschrieben, den Kohl schneiden und raspeln. Aus Essig, Kümmel, Zucker, Pfeffer und wenig Salz (den salzigen Speck hierbei mit einkalkulieren) eine Marinade anrühren und in den Salat einmassieren. Das Öl noch weglassen. Den Salat mindestens! eine Stunde ziehen lassen.

In der Zwischenzeit Speck und Zwiebel fein würfeln.

Erst unmittelbar vorm Servieren: Magere Speckwürfel in Öl bei milder Hitze hell anbraten. Wer fette Speckwürfel verwendet, lässt sie ohne Fett aus. Zwiebelwürfel hinzufügen und weiter braten bis diese glasig sind. Mit aufgelöster Brühe ablöschen, Senf unterrühren. Kurz aufkochen und sofort über das durchgezogene Kraut gießen. Gründlich vermischen.

Salat noch einmal abschmecken und lauwarm servieren. Er schmeckt am nächsten Tag auch kalt.

Coleslaw – pastellig und gefällig: Krautsalat aus den USA

Diese amerikanische Variante enthält im Original viel Mayonnaise und Zucker. Das Rezept habe ich etwas abgespeckt. Trotzdem ist der Coleslaw immer noch der kalorienhaltigste der drei Varianten.

Abgespeckt: Coleslaw leichter

Für Kids und Captains: Coleslaw nach Art des Colonels

Unnützes Wissen: Das Wort Coleslaw wurde vom niederländischen „Koolsla“ abgeleitet, was übersetzt wieder „Kohlsalat“ bedeutet. Aha. Zum Kohl gesellen sich bei dieser Variante geraspelte Möhren. Diese geben der cremigen Marinade später die schöne Pastellfarbe.

Und das waren die Zutaten für den Coleslaw, frei nach Colonel Sanders 😉

  • 500 g Weißkohl, geraspelt
  • 1-2 Möhren (je nach Größe)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1-2 EL Zucker
  • 3 EL Mayonnaise oder Miracel Whip
  • 3-4 EL griechischer Honig-Yoghurt (Buttermilch und Milch im Original)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1-2 TL Weißweinessig
  • Pfeffer aus der Mühle, Salz

Zubereitung: Kohl raspeln und in feine Streifen schneiden. Zusätzlich eine große Möhre raspeln. Die kleine Zwiebel fein würfeln.

Mayonnaise, Milchprodukte, Zitronensaft, Essig, Zucker, reichlich Pfeffer und Prise Salz in einer kleinen Schüssel glattrühren. Das Dressing mit dem geraspeltem Gemüse gut mischen und nach persönlichem Geschmack abschmecken.

Tipp: Anstelle der Buttermilch und Milch habe ich griechischen Honig-Joghurt verwendet. Der ist bereits recht süß und passt hervorragend dazu. Dafür konnte ich etwas Mayonnaise und Zucker sparen.

Mindestens einen Tag durchziehen lassen. Durch die Möhren wird das Dressing appetitlich zartrosa. Yummie. Fehlen nur noch die Chicken Wings.

Die See kocht: Krautsalat drei Varianten, vegan, bayerisch und Coleslaw

3 out of 1. Oder alle drei Varianten wie Mezze servieren.

16 Kommentare

  1. Ich hab festgestellt, daß Coleslaw stark kalorienreduziert werden kann, wenn man statt Mayo einen guten El Creme Fraiche dazugibt. Hat weniger Kalorien, macht ihn aber auch cremig. Ist den Col. Sanders Liebhabern wahrscheinlich nicht süß genug. Ich find ihn gut.
    LG Alex
    Den bayerischen Krautsalat mit Kümmel mag ich eh lieber…

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    1. Hi Alex, mit Creme Fraiche geht es naturlich auch gut. 😉
      Ich habe auf Youtube ein US Video gesehen, da empfehlen sie 40% Mayo, 5% Möhren und 55% Kohl…Kein Wunder, dass man dort echt viele superadipöse Menschen sieht. Und das dann noch bei den Portionen. tsss. LG C

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      1. Ja, das ist pervers. Den Slaw, den ich letztens einstellte hab ich tatsächlich mit einem gehäuften El Creme Fraiche gemacht-und wenig Zucker. War aber trotzdem cremig. Ich denke, sie essen es gern, weil es durch die Mayo süss wird. Lauter kleine Süssesser!

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      2. Hi! Schönes Thema, besonders für Langfahrer, denn außer dem Kürbis und den Zwiebeln sind es die Kohlköpfe, die am längsten ausdauern.
        Von Crème Fraîche kann man ja vielerorts nur träumen. Hier an Bord gibt es aber immer Sahne, UHT aus dem Tetrapack oder aus der Dose (zum Beispiel in Ozeanien oder im Indik). Und damit es schön dumm macht, gibt es viel (Maille-)Senf, auch mit Honig – wenn man nun Sahne mit Honigsenf mischt, macht das mir eine angenehme Alternative zu Mayo.
        Was süßliche Krautsalate betrifft, haben wir hier einen „Kraut- und Rübensalat mit Apfel und Rosinen“ an Bord, oder gern auch mit Cranberries. Da macht sich dann auch ein Klacks Apfelmus in der Sahne ganz gut.
        An die 40% Mayo kann ich irgendwie nicht glauben, und die Adipositas mag unter Umständen mehr vom zugesetzten Zucker kommen, der von der begleitenden Cola aufgetoppt wird 😉

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