Steamed Fish, gedämpfter Fisch mit Ingwer – Kantonesisch und kalorienarm

Mit guten Vorsätzen bin ich mental ins neue Jahr gesegelt. Mit gedämpftem Fisch setze ich sie bis auf weiteres um. „Steamed Fish“ ist eines meiner Lieblingsgerichte, das ich in verschiedenen Variationen in Thailand kennen und lieben gelernt habe. Schlank werden durch phantastisches Essen? Mit dieser Gar-Methode klappt es.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch mit Ingwer

Das Beste was ein Kabeljau werden kann. Gedämpft mit Ingwer und Kräutern

Wie funktioniert Dampfgaren?

Dampfgaren ist eine gesunde und schonende Art der Zubereitung. Im Wasserdampf behalten Lebensmittel ihre Farbe, Nährstoffe und Vitamine. Auch der natürliche Eigengeschmack der Speisen bleibt erhalten. Fett wird fast nicht gebraucht. Ich habe mich für dieses milde Kantonesische Rezept entschieden, weil es mit sehr wenigen Zutaten auskommt. Wieder ein Gericht, das perfekt für meine Segler-Bordküche geeignet ist.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch mit Ingwer

Kalorienarm: gedämpfter Fisch, da darf auch Reis dabei sein

Fisch dämpfen ohne Dampfeinsatz?

Professionell ausgestattete Küchen haben ihre Helfer und Helferlein. Der unvermeidliche Thermomix (no way!) oder spezielle Dampfgarer. Aber auch ohne Profi-Geräte kann im Wasserdampf gegart werden. Entweder mit klappbaren Einsätzen, die es für kleines Geld gibt oder einfach mit etwas Improvisationstalent.

Alles was genügend Abstand zum kochenden Wasser schafft ist geeignet. Ein großer Topf oder Wok mit Deckel plus Serviettenring oder ähnliches tut es auch. Das kann beim Garen zwar etwas klappern – es funktioniert dennoch.

Bambuskörbchen eignen sich selbstverständlich sehr gut.

Bitte beim Dämpfen den Deckel nicht allzu oft lüften. Eine gleichbleibende Temperatur ist wichtig. Wie bei allen Zubereitungen kommt es auf das richtige Timing an. Dampfgegartes kann schnell zerkocht sein. Bei Fisch ist das oft nur eine Sache von Sekunden.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch

Gedämpfter Fisch – geruchsneutral und kalorienarm

Kantonesisch gedämpfter Fisch – exotisches aus Supermarktzutaten

In guten Chinarestaurants, die sich in Deutschland leider an einer Hand abzählen lassen, werden meist ganze Fische gedämpft. Dieses Rezept habe ich vor einiger Zeit in New York entdeckt. Unmengen frischer Ingwer, Frühlingszwiebeln, Koriander, eine aromatische Soße und alles perfekt auf den Punkt gegart. Unvergesslich! Umso glücklicher war ich, bei „The Woks of Life“ endlich eine unkomplizierte Zubereitungsart gefunden zu haben, die der New Yorker Erinnerung sehr nahe kommt.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch

Roh und gedünstet: Ingwer, Frühlingszwiebeln und Kräuter = Aroma hoch 2

Anstelle des ganzen Fischs verwende ich heute Fisch-Filets. Perfekt ist der feste Skrei „Winterkabelau“ von den Lofoten. Aber auch TK-Ware in guter Qualität ist geeignet.

Und das waren die Zutaten für zwei Personen:

  • 400g Fischfilet, wie Skrei bzw. Kabeljau, Scholle, frisch oder als TK-Ware
  • 1 großes Stück frischer Ingwer (100g)
  • 3-4 Frühlingszwiebeln (alternativ kleine, junge Lauchstange)
  • kleiner Bund Koriander
  • Optional: etwas Selleriegrün
  • 2 EL helle Sojasauce
  • 2 EL Wasser
  • 2 EL Öl
  • 1 EL brauner Zucker
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Wasser zum dämpfen

Als Beilage: Jasminreis

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch

Überall erhältlich: Ingwer, Sojasauce, Frühlingszwiebeln, Kräuter

Hier geht es zur schnellen Zubereitung:

Fisch vorbereiten. Eventuelle Gräten mit der Pinzette herausziehen, in portionsgerechte Stücke teilen. Falls aufgetaut wird: Bitte so langsam und schonend wie möglich auftauen.

Tipp: Für das Boot kaufe ich gerne TK-Fischfilets und lasse sie in der Kühlbox, in einer gut verschließbaren Frischhaltedose, zum Beispiel vom Emsa, langsam auftauen. Dadurch habe ich einen Kühlakku mehr an Bord. Am nächsten Tag Auftauflüssigkeit wegschütten, den Fisch abwaschen und gut trocken tupfen.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch, Zutaten

Das Gemüse in extrem feine Streifen schneiden und bereithalten

Ingwer und Frühlingszwiebeln in sehr feine Julienne-Streifen schneiden. Koriander grob zupfen und hacken. Alles beiseite stellen.

Aus der Sojasauce, Salz, Zucker und zwei Esslöffel Wasser die Sauce anrühren. Solange abschmecken, bis eine gute Balance aus Süß und Salzig entstanden ist. Die Mischung hängt von eurer Sojasauce ab, deshalb gibt es hier keine konkreten Mengenangaben. Sauce bereit halten.

Die Fischfilets pfeffern und leicht salzen und auf einen Porzellanteller oder in ein Dampfkörbchen legen. Damit der Fisch nicht festklebt, kann er auf Backpapier oder ein Salatblatt gelegt werden. In Thailand werden auch Bananenblätter verwendet. Hatte ich gerade nicht zur Hand. 😉

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch

Praktisch: Die Bambuskörbchen aus China

Wasser in einem großen Topf oder Wok etwa ein bis zwei Zentimeter hoch einfüllen.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch

Ein Dämpfeinsatz ist schnell gebaut. Hauptsache keine nassen Füße

Den Dampfeinsatz vorbereiten. Not macht erfinderisch. Falls ihr nichts Geeignetes an Bord habt, funktioniert auch eine leere Thunfischdose. Wasser zum Kochen bringen und den Teller oder das Körbchen hineinstellen. Bitte nicht bei Vollgas dämpfen, schon wenig Dampf lässt den Fisch gar werden. Nach etwa 10 Minuten mit einer Messerspitze den Gargrad prüfen. Wenn der Fisch keinen Widerstand mehr leistet, ist er gut. Aufpassen, der Dampf ist sehr heiß.

Hitze abdrehen. Falls auf einem Teller gedämpft wurde, Flüssigkeit abgießen.

Den gedämpften Fisch mit jeweils einem Drittel Ingwer, Koriander (Selleriegrün optional) sowie den grünen Frühlingszwiebelstreifen belegen.

Bord-Rezept Segeln: Gedämpfer Fisch

Perfekter Garzeitpunkt, gute Produkte, mildes Ingwer Aroma, so muss das!

Parallel dazu restlichen Ingwer in sehr heißem Öl in einer Sauteuse für eine Minute bräunen. Die vorbereitete Sojasoßenmischung und die restlichen Frühlingszwiebelstreifen noch für 30 Sekunden mitdünsten. Die heiße Mischung sofort über dem Fisch verteilen. Mit restlichem Koriander bestreuen und schnell servieren, sonst wird der Fisch kalt. Als Beilage passt Jasminreis. Diesen nach Anweisung noch vor dem Fisch garen und warmhalten.

Ich verspreche, dieses Gericht werdet ihr immer wieder kochen. Es passt perfekt zu den guten Vorsätzen nach Sylvester.

Werkzeuge: Großer Topf/Wok mit Deckel, Bambuskörbchen oder Dämpfeinsatz oder „aufgebockter“ Teller, Sauteuse, Schüsselchen, Brett, Messer

Vielen Dank nochmal an „The Woks of Life“ für das schöne Rezept und die toll bebilderte Beschreibung.

18 Kommentare

    1. Der geht immer, ich bin zur Zeit auch an Land. Demnächst mache ich ihn im Ganzen, vielleicht mit einem Loup de Mer. Dann aber als „Pla Nueng Manao“. Mit Chili und Limette. Höllenscharf…
      Liebe Grüße Cornelia

      Gefällt 2 Personen

      1. Na so ein Zufall. Bei mir schlummert ein 1,5 kg Gerät im Kühlschrank für morgen. Schon lange nicht mehr gehabt. Ich werde ihn wohl braten. Aber vielleicht überleg ich es mir noch und dämpf ihn… (allerdings das Bambuskörbchen wo der reinpasst, muss erst gebaut werden)
        Liebe Grüße
        Christian

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  1. Sauber, sog I! Wie immer! Jetzt brauch ich bloß noch Koriander – aber den bekomme ich vielleicht morgen auf dem Rückweg vom Logistikzentrum. Wo ich den Fisch bekomme, weiß ich…ist zwar Ostseedorsch, aber frisch und nachhaltig gefangen. Bananenblätter hab ich zufällig im Freezer 😉 Und ja – die Bambuskörbchen sind die perfekten Dampfgarer – das machen die Asiaten schon seit tausenden von Jahren so – wozu brauch ich da irgend ein sophisticated Hightech-Gedöns. Fünft Daumen, Cornelia – und schön fotografiert!

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    1. Ostseedorsch ist doch auch Kabeljau? Und bald kommt der Skrei. Dann wird gedämpft was das Zeug hält. Von meiner asiatischen Alu-Fisch-Feuerstelle ( also die in Fischform mit Brenner drunter) sollte ich besser Abstand halten, oder was meinst du? Dabei finde ich die für ganze Fische so super. weil der Fisch und der Sud heiß bleiben…? Lg und danke für das Kompliment

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      1. Ja, Ostseedorsch ist auch Kabeljau – morgen krieg ich Frischen…und sogar beim Koriander wurde ich heute fündig 😉 Wegen der Alu-Feuerstelle…das seh‘ ich ziemlich entspannt. Da ist noch keiner dran gestorben. Nur Alufolie nehem ich nicht mehr – aber auch nur, weil die Ergebnisse im Pergament besser sind 😉

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  2. Yummi! Das hört sich superlecker an und muss unbedingt ausprobiert werden. Endlich kommen unsere Bambuskörbchen aus Shanghai mal zum Einsatz. 👍😊 Und wenn ich mich so im Spiegel betrachte…das Weihnachtsbäuchlein freut sich bestimmt auch über eine „schlanke“ Fischmahlzeit.

    Danke für das schöne Rezept!

    Liebe Grüße, Martina

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    1. Liebe Martina, bei mir war das auch so. Die Körbchen dienen sonst als Aufbewahrungsort für Zwiebeln und Schalotten ( farblich sortiert) ich werde demnächst wieder was dämpfen. Oder ins Pergament Päckchen. liebe Grüße Cornelia

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  3. Ach komm, du bist doch gertenschlank dank der Afrikadiät und der Blauwasserküche. 😉 Und keine Sorge, spätestens in 2 Wochen wird es wieder fleischiger… Grüße an die Big 5 aus bitterkalt Hamburg…

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  4. Heute abend gemacht… sehr lecker! Allerdings mit Variation… mehr Julienne-Gemüse, Fenchel, Karotten, Petersilienwurzel… angedünstet und mit selbst gemachtem Fischfond (aus dem Eiswürfelbehälter…) und der richtigen Soja Sauce aufgegossen. Der Trick mit rohen Frühlingszwiebeln und Ingwer ist genial, das bringt die richtige Schärfe! Danke für das Rezept und die Anregungen! Als nächstes ist der Blaukraut-Salat dran, den esse ich auch so gern im Winter. LG Monika

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    1. Liebe Monika, das klingt auch sehr lecker. Und genau die Mischung aus frischem und gedünstetem Gemüse macht den Reiz aus. Freut mich, dass es geschmeckt hat. Liebe Grüße aus Hamburg
      Cornelia

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