Tortilla española – Tipps und Tricks und ein gelungenes Wendemanöver

Tortilla española oder auch „Spanisches Omelett“  ist ein perfektes Reste-Essen und sehr einfaches Rezept für meine kleine Segler – Bordküche. Nur das Wendemanöver muss klappen, dazu aber später mehr.

Bord-Rezept Segeln, Kombüse und Camping

Sie brutzelt noch: Das Spanische Omelett in der beschichteten Pfanne

Tortilla Española–die darf in keiner Tapas Bar fehlen

Die mediterrane Spezialität ist, neben Gazpacho und Paella, bestimmt das meistverzehrte Gericht in Spanien. Die „Tortilla de Patatas“ gilt als heimliches Nationalgericht. Weil sie so schön bodenständig ist, genehmigen sich auch deutsche Touris gerne ein Stück.

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Die Zutaten kommen uns gar nicht Spanisch vor 😉

Das spanische Omelett – Nur Zutaten aus Basis Proviant

Die Zutaten könnten auch der deutschen Bratkartoffelküche entstammen. Ähnlichkeiten zum Bauernfrühstück sind unverkennbar. Die Tortilla kommt ohne Fleisch aus. Sehr gut.

Im spanischen Original – Rezept wird die Tortilla aus rohen Kartoffeln zubereitet. Als Reste-Essen klappt sie auch mit gekochten Kartoffeln vom Vortag. Ich habe beide Versionen getestet und finde die Version mit gekochten Kartoffeln besser, weil sie weniger Öl braucht und schneller fertig ist. Das bedeutet weniger Energieverbrauch in der Kombüse.

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Perfekte Farbe, perfekte Bindung. Die Variante mit Kartoffeln vom Vortag

Tortilla Española, die Zutaten für eine kleinere Pfanne (24 cm)

  • Reichlich Olivenöl
  • Pfeffer
  • Meersalz
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 4-6 Kartoffeln, roh oder gekocht vom Vortag
  • 3-4 Eier
  • wie immer: getrocknete Chili, gemahlen

Varianten: Knoblauch, Paprika, Frühlingszwiebeln

Hier geht es zur Zubereitung der Basis-Tortilla mit rohen Kartoffeln:

Die rohen Kartoffeln schälen und in Scheiben vom 5-7 mm Dicke schneiden. Bei größeren Exemplaren die Scheiben halbieren. Die rohen Kartoffeln in einer beschichteten Pfanne in reichlich Olivenöl bei niedriger bis mittlerer Hitze schwimmend brutzeln. Wenn die Kartoffeln weich werden, kurz Hitze erhöhen, um eine leichte Bräunung zu erzielen. Die Zwiebeln später hinzufügen und anbraten. Sie können schnell schwarz werden. An diesem Punkt könnt ihr noch Kurs auf Bratkartoffeln nehmen.

Zwischendrin die Eier in einer größeren Schüssel aufschlagen und sehr gut verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Chili (optional) abschmecken.

Mit diesen zwei Tipps gelingt die Tortilla sicher:

Erster Tipp: Die Ei-Masse NICHT zu den Kartoffeln in der Pfanne geben, sondern die gebratenen Kartoffeln zu den Eiern geben und für dort einige Minuten ruhen lassen. Die Eier und die Kartoffeln erhalten eine bessere Bindung, die Tortilla bricht beim Wenden später nicht auseinander. Falls nötig, überflüssiges Fett vorher abgießen und die Kartoffeln mit Zewa entfetten.

Nach circa 10 Minuten die Ei-Kartoffelmasse gleichmäßig in der Pfanne verteilen und die Oberfläche glatt drücken. Bei milder Hitze stocken lassen. Die Pfanne ab und zu rütteln, um die Tortilla vom Boden zu lösen. Um den Zeitpunkt für das Wendemanöver zu bestimmen, die Ränder beobachten. Diese sollten schon gestockt sein. Auch auf den Geruch achten, der verrät ziemlich schnell, ob die Tortilla unten bereits schwarz wird.

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Captain, runter vom Gas! Damit die Tortilla nicht schwarz wird

Zweiter Tipp: Das Wendemanöver muss perfekt ausgeführt werden, sonst bricht die Tortilla auseinander. Nehmt dazu einen großen Teller und legt ihn auf die Pfanne. Das Kommando muss jetzt lauten:

„Klar zur Wende? „Ist klar“….“ Ree!“

Aber Waarschau! Das heiße Öl kann beim Wenden tropfen, im schlimmsten Fall auf die Finger.

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Der Teller-Trick: So gelingt das Wendemanöver

Nach dem Wenden, die Tortilla in langsamer Gleitfahrt wieder in die Pfanne rutschen lassen. Nach etwa 4 Minuten ist die Tortilla Española auch von unten gar.

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In langsamer Gleitfahrt zurück in die Pfanne

Die Tortilla kann sofort serviert werden. Einfach wie beim Kuchen Stücke herausschneiden.

Extra Tipp: Wenn ihr im Mischungsverhältnis sehr viele Kartoffeln und weniger Eier verwendet, dann dürfen es auch mehlige Kartoffeln sein.

Tortilla – die Variante mit gegarten Pellkartoffeln

Der Vorteil dieser Variante ist, dass die Kartoffeln kürzer braten müssen. Sie kommt auch mit weniger Fett aus, was für die Fett-Vorräte von Vorteil ist. Die Kartoffeln werden bei dieser Zubereitung zwar etwas weicher, was aber nicht dramatisch ist. Festkochende Sorten sind hier besser geeignet.

Für diese Zubereitungsvariante die vorgekochten Kartoffeln zusammen mit den Zwiebeln kurz anbraten. Danach wie im ersten Rezept fortfahren. Das war’s schon.

Und was gut zur Tortilla passt? Natürlich Tapas Variadas. Aber auch aufgewärmt zum Frühstück schmeckt sie. Besser können Reste nicht verwertet werden.

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Schmeckt auch am nächsten Tag, aufgewärmt zum Frühstück

Werkzeuge: Beschichtete Pfanne, großer Teller, Messer, Brett, Schüssel

9 Kommentare

  1. Das hört sich richtig lecker an, und die tollen Fotos machen erst recht Appetit!

    Da bei uns an Bord das Braten streng verboten ist (die Vorstellung von einem Fettfilm auf Mahagoni unter Deck ist für meinen Skipper unerträglich 😉) werde ich die Tortilla bestimmt mal am heimischen Herd ausprobieren.

    Lieben Dank übrigens, dass Du nun unserem Blog folgst, das freut mich sehr! 👍😊

    Schönen Abend und liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina, ich habe euch heute erst richtig angeschaut. Die Nordborg ist wirklich ein schönes Schiff und kommt praktisch aus unserem Heimathafen auf Als. Aber dass nichts in so einer schönen Panry gebraten werden darf? Das ist sehr schade. Aber ich habe ja noch One-Pot und Salatrezepte…

      PS: Bei uns ist der Herd nur 60 cm vom Kopfkissen entfernt. Aber die kann man waschen.

      Liebe Grüße Cornelia

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      1. Hallo Cornelia! Da liegt Ihr ja quasi um die Ecke. Du hast recht, die Mjelsvig ist wirklich sehr ruhig und herrlich idyllisch. 👍😊
        Vielleicht komme ich Dich nächstes Jahr ja mal besuchen. Wir spazieren nämlich gern über den kleinen Weg „Æ Gavl“ die Küste entlang bis nach Mjels. Traumhaft.

        Liebe Grüße,
        Martina

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  2. Liebe Cornelia,

    sehr schön! Musste gleich schmunzeln…ich habe in den vergangenen Wochen zwei mal Tortilla gemacht und noch zweierlei andere ‚Wendemanöver‘ ausprobiert. Das erste ist fast so, wie Du es beschreibst, mit dem Unterschied, dass ich die Tortilla ‚face up‘ aus der Pfanne auf den Teller gleiten lasse (mit etwas Unterstützung eines Holz-Wenders) – da tropft das Öl höchstens auf den Teller und/oder die Tortilla. Pfanne mit Küchenpapier auswischen, über die Tortilla auf dem Teller stülpen, eine Hand unter den Teller, die andere Hand (‚bewaffnet‘ mit einem Tuch) drückt auf den Boden der Pfanne…und schwupps! Umdrehen. Hat den Vorteil, dass nichts aus der ungegarten Mitte der Tortilla am Teller hängen bleibt –> insgesamt weniger Gefahr für ‚Sauerei‘. 😉

    Beim zweiten Mal habe ich die gleiche Pfanne wie die, in welcher die Tortilla ist (Pfannen sind ja bei mir keine Mangelware 😉 ) umgekehrt exakt auf den Rand der Anderen gelegt. Die Idee war, die Tortilla direkt in einer Bewegung von der einen in die andere Pfanne zu befördern….ich habe wohl die Antihafteigenschaften unserer Pfannen maßlos unterschätzt *zähneknirschendgrins*…jedenfalls rutschten mir die Pfannen etwa 5 cm auseinander, was der Tortilla ausreichend Platz gab, durch diesen Spalt zu flutschen und im Spülstein zu landen…:)))) Gottseidank hatte ich die Aktion in einem Anflug von, mir sonst eher weniger zueigenen, Vorsicht über ebendiesem Spülstein ausgeführt…

    Tortilla (ich mach gerne die Variation mit Paprikawürfeln und Frühlingszwiebeln (oder Lauch) ess ich auch gerne als vollwertige Mahlzeit…bissl scharfe Chilisauce dazu…mmmhhmmm!

    Liebe Grüße
    Tommy

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    1. Hallo Tommy, die erste Methode hört sich sehr sinnvoll an. Werde ich das nächste mal probieren, ich bin gar nicht auf die Idee gekommen. Jaja „technisch sans uns scho überlegen“, (also die Männer) hat ein Bayer mal gesagt…;-) Und was die Pfannen angeht: So sehr ich ein Fan von Eisenpfannen bin, damit hat es nicht geklappt. Die Tortilla ist hängengeblieben…Deshalb gibt es die dunkleren Bilder auch nur im Anschnitt…Aber lecker ist sie wirklich.
      Liebe Grüße Cornelia

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      1. Die erste Methode hab ich seinerzeit für den Blog von d. die Pfanne® genommen…was ein Glück war, nach dem ‚Unfall‘ mit der Zweiten 😉 Eisenpfannen mag ich per se auch gerne, aber seit ich berufsbedingt fast ausschliesslich mit den beschichteten koche, bin ich so was von davon abgekommen, denn die Ergebnisse sind einfach super. Unterschiede? Marginal, wenn überhaupt.Schönen Abend Euch!
        Tommy

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  3. Wir haben noch einen ganz flachen Deckel des altmodischen Eisenbräters. Der Deckel hat seinen Griff mittig, so ist es ganz easy ,wie bei Cornelia mit dem Teller, den flachen Auflauf rüberrutschen zu lassen auf die Unterseite ,und mit Hauruck „sunny side up“ in die Pfanne zurück zu befördern , fest im Griff des Deckels. Den Deckel benutze ich ebenso bei Pfannekuchen, oder jeder Art von Omletts. Ein Superdeckel,50 Jahre alt ,hahaha. Den leckeren Auflauf werde ich ganz sicher nachkochen. l.G der Joferdl. 🍳

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