Die Tofu – Möhrchen Premiere: Alles Bio – oder was?

Mit Tofu kann ich den Kapitän seemeilenweit davonjagen. Da ich aber nicht mehr gedankenlos minderwertiges Fleisch konsumieren will, habe ich mich trotzdem heute an den Tofu herangewagt. Aus vielerlei Gründen hat Tofu es verdient, endlich im Blog zu erscheinen und mitzusegeln. Richtig zubereitet, ist er alles andere als fad.

Was kochen beim Segeln oder in der Kombüse? Tofu.

Es muss nicht immer Fleisch sein. Knuspriger, scharfer Tofu mit Ingwer und Möhren

Das im Wok gebratene Tofu-Möhren Gericht schmeckt würzig, scharf und ist knusprig. Also alles Attribute, die man eher einem Fleischgericht zuschreiben würde. Der Schifffsführer wurde zwar nicht komplett bekehrt, er hat aber auch nicht gemeutert.

Was ist das besondere an Tofu:

Tofu (Bohnenquark) ist ein Lebensmittel auf Sojabasis. Die Herstellung von Tofu aus Sojamilch ist recht ähnlich der Herstellung von Käse aus Kuhmilch. Mein Tofu stammt aus einem handelsüblichen 250g Paket. Er ist schnittfest und hat dadurch etwas mehr Kalorien, als wässrigere Sorten, die z.B. für Misosuppen verwendet werden.

Was kochen beim Segeln oder in der Kombüse? Tofu.

Tofu. Er saugt Geschmäcker auf wie ein Schwamm

126 Kalorien pro 100g, dazu viel Eiweiß, wenig Fett, kaum Kohlehydrate. Zusätzlich: pflanzliches Eisen, Vitamin B6, Kalzium und Folsäure. Wichtig: Der Bio-Tofu enthält laut Packung kein genmanipuliertes Soja. Dazu aber nach dem Rezept mehr.

Der geschmacksneutrale Tofu ist sehr wandelbar:

Betrachten wir nur den puren, festen Tofu: Er eignet gut für Wok oder Pfannengerichte. Tofu lässt sich gut einlegen, weil er hat kaum Eigengeschmack hat. Marinieren kann man Tofu über Nacht. Eilige Segler können aber schon nach einer halben Stunde mit einem gut gewürzten Ergebnis rechnen. Marinierter Tofu hält sich etwa 2 Tage.

Eingeschweißter Tofu muss zwar auch gekühlt werden, aber er verursacht bei mir keine Schweißausbrüche, wenn er bei nicht so guter Kühlung einige Tage in der Kühlbox lagert. Bei Huhn sähe das schon ganz anders aus.

Und jetzt zum schnellen Stir Fry. Ganz ohne Meuterei.

Da heute Bio Tag ist, nehme ich gleich noch Bio-Möhren und Bio-Ingwer. Die Zutatenliste ist recht kurz:

  • 1 Paket Bio Tofu 250g
  • 5-6 Möhren
  • 1-2 trockene Chili
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 dickes Stück frischer Ingwer
  • 2-Esslöffel Fischsauce oder helle Sojasauce
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Schuss Weißwein oder andere Säure z.B. ein Spritzer heller Essig oder Limettensaft
  • Reichlich frisch Pfeffer aus der Mühle
  • 4 Esslöffel hoch erhitzbares Öl
  • Koriandergrün (optional)
  • Sesamsaat (optional)

Tipp: Fall ihr keine Frühlingszwiebeln an Bord habt, gehen auch Zwiebeln & Schnittlauch. Alternativ zu den Möhren: Knollensellerie oder Auberginen

Hier geht es zur Zubereitung:

Den Tofu aus der Packung nehmen und soviel Flüssigkeit wie möglich mit einem Zewa herauspressen. Je trockener der Tofu ist, desto besser nimmt er Marinaden auf.

Für die Marinade nehme ich nur frisch gemahlenen Pfeffer, Chili und Fisch- oder Sojasauce. Knoblauch oder Zucker würden beim Anbraten zu schnell schwarz werden. Den Tofu würfeln und mindestens eine halbe Stunde marinieren. Je länger desto besser.

Die Karotten schälen und in feine Streifen von etwa 5cm Länge und 4mm Breite schneiden. Den Ingwer ebenfalls in sehr feine Streifen zerkleinern. Knoblauch schälen und fein hacken. Die Frühlingszwiebel auf zweierlei Art schneiden: die weißen und hellgrünen Teile in schräg geschnittene Stücke, das obere Grün in feine Streifen. Alles bereithalten.

In einer tiefen Pfanne 4-5 Esslöffel Öl (also viel) bis kurz unter den Rauchpunkt erhitzen. Den Tofu aus der Marinade nehmen, abtropfen lassen und sehr scharf anbraten bis er knusprig ist. Danach aus der Pfanne heben und auf Zewa das Fett „absaugen“.

Wer es nicht so ölig möchte, kann jetzt noch etwas überschüssiges Fett aus dem Wok schöpfen. Danach die Möhren und die unteren Teile der Frühlingszwiebel scharf anbraten. Den Knoblauch erst später dazugeben, er soll nicht verbrennen.

Nach 1-2 Minuten mit der Säure (z.B. dem Weißwein) ablöschen. Die restliche Marinade und den Zucker dazugeben. Kurz aufkochen lassen. Jetzt den Tofu wieder dazu. Auch den Ingwer und die grünen Frühlingszwiebelstreifen untermischen. Fertig.

Zum Servieren noch etwas Ingwer, Koriander und Frühlingszwiebelgrün darüber streuen.

Optional: Etwas Sesamsaat vorher in einem kleinen Pfännchen ohne Fett anrösten und am Ende untermischen. Das gibt zusätzlich ein schönes nussiges Aroma. Es kann auch Sesamöl verwendet werden. Dies aber sparsam verwenden (hier genügen ein paar Tropfen, weil es sehr intensiv schmeckt)

Was kochen beim Segeln oder in der Kombüse? Tofu.

Raffiniert. Sesamsaat ohne Fett angeröstet.

Variante Süß Sauer: Wer eher den typischen süß-sauren Chinarestaurant Geschmack möchte, löscht mit etwas mehr Essig ab und gibt zusätzlich noch etwas Ketchup und Zucker dazu. Schmeckt auch toll – ganz glutamatfrei. Dazu passt gedämpfter Thai Jasmin Reis. (oder anderer)

Was kochen beim Segeln oder in der Kombüse? Tofu.

Wer es typisch süß-sauer mag, kann mit Ketchup, Essig und Zucker variieren.

Werkzeuge: Messer, Gewürzmühle, Sparschäler, Schüsselchen, tiefe Pfanne oder Wok, Küchenpapier,  eventuell kleines Pfännchen für den Sesam

Was es sonst noch Wissenswertes über Tofu vs. Fleisch gibt:

Natürlich steht auch Tofu schon wieder in der Kritik. Für den Soja-Anbau werden in Südamerika riesige Flächen Regenwald gerodet. Es sind aber nicht die Vegetarier, die die große Nachfrage ankurbeln. 98% der weltweit angebauten Sojabohnen werden für Tierfutter verwendet. Der Vorwurf, dass ausgerechnet Vegetarier den Regenwald zerstören, stimmt also nicht wirklich. Noch schlimmer aber ist, dass der Großteil der Bohnen mittlerweile gentechnisch verändert wird.

Ratet also mal, wie viel genmanipuliertes Soja im billigen Fleisch steckt? Es gibt zwar eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, diese gilt aber nicht für Tiere, die Gen-Futter gefressen haben. Fleisch, Milch und Eier müssen nicht ausgezeichnet werden. Clever, oder?

Was kochen beim Segeln oder in der Kombüse? Tofu.

So darf Tofu jetzt öfter auf den Teller und in die Kombüse

Zum Glück lässt sich genmanipulierter Tofu in Deutschland kaum mehr vermarkten. Immer mehr Soja stammt aus europäischem Bio-Anbau, die Verbraucher sind also wachsam. Ebenso positiv in der Tofu-Bilanz: Aus einem Kilo Sojabohnen können rund zwei Kilogramm Tofu hergestellt werden. Um die gleiche Menge Fleisch herzustellen, müsste ein Vielfaches verfüttert werden.

Tofu ist auch kein neumodischer Kram, sondern in der traditionellen chinesischen Küche schon seit über 2000 Jahren zu Hause.

Was kochen beim Segeln oder in der Kombüse? Tofu.

Gewußt wie. Seit mehr als 2000 Jahren.

PS: Ich rede ausdrücklich nicht von diesen industriell verarbeiteten Fleisch-Imitations-Produkten. Die finde ich mindestens genau unappetitlich wie jedes andere Fertig-Essen aus Fleisch. Aber aus purem Tofu lässt sich – richtig zubereitet – doch einiges machen.

2 Kommentare

  1. Cornelia traut sich was.- Das Tofu Gericht sieht ja super lecker aus , und appetitlich dazu. Zugegeben, ich habe es noch nie versucht, aber es liest sich alles sehr gut. Beim Anblick der schönen Darbietung möchte man sogleich zugreifen.- Was sagt denn der Kapitän dazu? Hat es ihm auch geschmeckt? Ich werde es mal meine twin- sister H. vortesten lassen.
    L.G. die twin-sister I.

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    1. Liebe Twin Sister(s) sag es nicht weiter, ich hab dem Captain ein Entrecote separat gebraten. 😉 das Tofu-Möhren Gemüse hat er als Beilage gegessen…LG Cornelia

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