Sind Lebensmittel in Dänemark wirklich so teuer? Diese Frage beschäftigt nicht nur Segler, sondern auch Camping- und Ferienhausurlauber. In den Facebook-Gruppen kursieren die wildesten Gerüchte. Manche Urlauber schleppen sogar Kartoffeln mit ins Land. Andere – so wie ich – freuen sich einfach auf die kulinarischen Entdeckungen.
Welche Supermärkte besonders günstig sind, wo man schön einkaufen kann, in welchen Häfen es gute Versorgung gibt und welche Alternativen es gibt, darum geht es in diesem Artikel. Ein Rezept gibt es heute nicht – die Supermärkte selbst sind aber eine hervorragende Inspirationsquelle für authentische dänische Küche.



Welche Produkte sind wirklich teurer?
Nach vielen Jahren mit unserem Heimathafen in Dänemark antworte ich diplomatisch: Es kommt darauf an. Wer sein Einkaufsverhalten nicht ändert und vor allem importierte Markenprodukte wie zu Hause kauft, zahlt durchaus bis zu 30 % mehr. Da sich die Preise in Deutschland in den letzten Jahren stark angezogen haben, wirkt der Unterschied 2026 allerdings nicht mehr so dramatisch wie noch vor zehn Jahren.
Dänemark hat eines der höchsten Lebensmittelpreisniveaus in der EU – vor allem wegen des MwSt-Satzes von 25 %, der auch für Grundnahrungsmittel gilt (in Deutschland nur 7 %). Milch, Butter, Käse und Sahne sind etwa 20–30 % teurer. Bei Käse lohnt es sich, auf dänische Spezialitäten wie den köstlichen Danablu zu setzen.
Importiertes Obst und Gemüse ist teurer, heimische Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Spitzkohl und Wurzelgemüse dagegen günstig. Billige Tomaten-Angebote wie in Deutschland sucht man vergeblich.
Besonders teuer sind Süßwaren, Schokolade und zuckerhaltige Produkte wegen der hohen „Chokoladeafgift“, der hohen extra Zuckersteuer. Eine Tafel Ritter Sport wird es hier nie für einen Euro geben.


Wie sieht es beim Alkohol aus?
Der hartnäckige Mythos, Alkohol sei viel teurer, stimmt so nicht. Im Gegenteil: Es gibt fast immer gute Angebote für Biere wie z.B. für Tuborg, Carlsberg oder alkoholfreie Sorten. Besonders praktisch für Segler sind die großen, gut verstaubaren Paletten mit 24 Dosen (0,33 l). Wer beim Wein sparen will, greift zu den beliebten Bag-in-Box-Varianten, die es bei Meny oder Føtex in einer ordentlichen Auswahl gibt. Dazu kommen regelmäßige 3-für-2 oder Nimm-2 Aktionen. Leitungswasser ist in Dänemark sehr gut. Wenn man sich die Trinkwasser-Kanister im Hafen füllt, lässt sich auch viel einsparen.
Bei Grundnahrungsmitteln wie Nudeln, Reis, Salz oder Öl sind die Unterschiede inzwischen gering. Fleisch gibt es im Überfluss – besonders Schwein (Flæskesteg oder Nacken) und Huhn sind preiswert, ebenso die dänische Leberpastete. Nur Rindfleisch ist in den letzten Jahren spürbar teurer geworden.



Discounter oder Vollsortimenter?
Die günstigsten Einkäufe macht man bei den Discountern, vor allem bei REMA 1000 und dem dänischen Netto (den schwarz-gelben mit Hund Scottie im Logo). Netto gehört zur mächtigen Salling Group und ist mit Abstand die größte Kette des Landes. Die Filialen sehen fast alle gleich aus – beim Einkaufen im Netto muss ich manchmal kurz überlegen, in welchem Netto ich eigentlich gerade bin. Im Netto gibt es gute Eigenmarken und manchmal überraschend günstige Premium-Markenangebote in den extra Sonderangebots-Regalen.
Zur Salling-Gruppe gehören auch die Føtex-Märkte. Wer einen Føtex in Hafennähe findet, hat Glück: große Auswahl, Frischetheken, hausgemachte Delikatessen, gute Bäckerei, schöne Weinauswahl und eine moderne, angenehme Atmosphäre. Etwas teurer, aber deutlich entspannter als ein reiner Discounter.

Die genossenschaftliche Coop-Gruppe (SuperBrugsen, Dagli’Brugsen, Kvickly und 365 Discount) sorgt für viel Nachbarschaftsgefühl und gute Qualität, besonders mit der Bio-Eigenmarke Änglamark. Manche SuperBrugsen sind etwas angestaubt und wirken, als ob nicht mehr in Modernisierung investiert wird. Andere Markte sind sehr gut und gepflegt.
Der neue grüne 365 Discount hat das modernste Erscheinungsbild der Gruppe und ist auch an wichtigen Feiertagen geöffnet, wenn alle anderen geschlossen haben. Das Sortiment ist allerdings kleiner als in den Brugsen-Märkten.

Der aufstrebende Star ist REMA 1000 – klein, überschaubar, sehr günstig, mit gutem Frischeumschlag. Wer richtig viel bunkern will, ist hier goldrichtig. REMA 1000 stammt aus Norwegen und gehört zur Reitan Gruppe, zu der auch die 7-eleven Geschäfte gehören. REMA 1000 lässt sich am ehesten mit Aldi vergleichen und hat diesen auch vom Markt verdrängt. Die Zahl 1000 steht für die Artikel im Sortiment, mittlerweile sollen es aber über 2000 Produkte sein.
Der absolute Jackpot ist für mich ein Meny-Markt aus der Dagrofa Gruppe. Meny steht für Menü, und so fühlt sich das Angebot auch an: große Auswahl, schöne Präsentation, tolle Käse- und Weinabteilung und frische Feinkost. Die Supermärkte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt. Man merkt den Unterschied.
Zur Dagrofa Gruppe gehören auch die kleinen Spar, Min Købmand & Let-Køb „Tante Emma“ Dorfläden, die auch von freien Kaufleuten betrieben werde. Sie stellen die Versorgung auf den Dörfern oder in kleinen Hafenstädtchen sicher und sind manchmal auch ein richtiger Treffpunkt.

Auch familiengeführt ist die Løvbjerg Supermarktkette, mit großem Sortiment und dauerhaft günstigen Discountpreisen. Die Märkte findet man auf Jütland und Fünen.
Lidl gibt es auch in Dänemark, die Kette möchte expandieren. Mal sehen, ob die Dänen den deutschen „Service“ annehmen.
Besonderheiten beim Einkaufen in Dänemark
Obwohl Dänemark praktisch überall vom Meer umgeben ist, findet man in den Supermärkten nur selten richtige Frischfisch-Theken wie in Spanien, Frankreich oder Portugal. Meist gibt es nur wenige eingeschweißte Lachssteaks, Schollen oder Dorschfilets.
Die Dänen kaufen ihren Fisch lieber beim lokalen Händler direkt in den Häfen – und das zu Recht. Am besten sind Fische, die in und um Dänemark gefischt werden, wie zum Beispiel Scholle (rødspætte), Kabeljau (torsk), Steinbutt (pighvar), Heilbutt (hellefisk), Makrele oder Jomfruhummer. Die Fischgeschäfte, die ich kenne, sind durchweg sehr gut. Der Fisch ist meist günstiger als in Deutschland, doch aufpassen: die Preise werden fast immer pro halbes Kilo angegeben.


In den Supermärkten selbst ist dafür die Auswahl an Räucherfisch, eingelegtem Fisch und Fischfrikadellen riesig und günstig.
Wenn kein Supermarkt in der Nähe ist, bieten viele Marinas eine kleine bis mittelgroße Grundversorgung. Auch der nächste Campingplatz hat oft ein gut sortiertes kleines Lädchen. Dazu kommen die vielen Obst- und Gemüsestände, die in der dänischen „High Trust Society“ zum Glück noch ganz normal sind – man kann sich einfach bedienen und bezahlt ehrlich mit Münzgeld – Mobile Pay ist für Deutsche leider nicht möglich.

Sehr praktisch sind außerdem Tankstellen, die sehr oft direkt bei den Supermärkten liegen. Dort lässt sich problemlos ein Kanister frischer Diesel oder Super tanken.
Für Segler sind Supermärkte aus einem weiteren Grund enorm wichtig: Endlich das ganze Leergut loswerden und neue Getränke bunkern. Auch Dänemark hat ein Pfandsystem (Pant A, B oder C). Eine Dose/Flasche Bier bringt 1 DKK, kleine Plastikflaschen unter einem Liter 1,5 DKK und alles ab einem Liter bringt 3 DKK. Etwas lästig ist, dass die Pfandpflicht auch für Säfte, Smoothies und ähnliches gilt. Es ist im Urlaub wirklich nicht jedermanns Sache, wie ein Pfandflaschensammler über die Inseln zu stapfen.
Deshalb habe ich noch eine kleine Liste der Häfen an der Ostseeküste von Jütland, den Inseln und dem Kleinen und Großen Belt, die wir schon besucht haben. Vielleicht hilft das ja bei der Törnplanung und beim Bunkern. 😉 Besonderheiten führe ich extra auf.


Aabenraa
Discount 365 und Lidl ca. 5 Fußminuten von der Marina entfernt.
Føtex und Løvbjerg ca. 15 Fußminuten entfernt.
Augustenborg
Dagli’Brugsen 1,2 km entfernt.
Netto 2,6 km entfernt.
Dyvig:
Im Sommer kleiner, gut sortierter Shop in der Marina.
Mjelsvig:
Nur Grundbedarf wie Milch, Butter und Bier. Zu den Supermärkten Kvickly und Netto in Nordborg sind es 4 km ab Dyvig, von Mjelsvig 4,5 km.
Årøsund
Kleiner Supermarkt auf dem Campingplatz, ca. 1,5 km entfernt.
Årø
Grundversorgung in „Årøs Perle“. Kleiner Shop auf dem Campingplatz ca. 2 km entfernt.
Assens
SuperBrugsen ca. 800 m (je nach Liegeplatz).
Netto ca. 1,7 km (über die schöne Østergade).
Hejlsminde
Dagli’Brugsen ca. 3 km entfernt.
Middelfart
Von der Middelfart Marina: REMA 1000 ca. 1,5 km ab Havnkontor.
Kvickly ca. 25–30 Fußminuten.
Discount 365 ca. 25 Fußminuten.
Nyhavn Marina Middelfart: Kvickly nur wenige Schritte über die Straße.
Tipp: Sehr gutes Fischgeschäft „Strib Fisk“ im alten Hafen.
Fredericia
Fredericia Marina / Erritsø: Netto und SuperBrugsen ca. 1,5 km.
Lidl, Løvbjerg und Rema1000 ca. 2 km.
Alter Stadthafen: Føtex ca. 700 m entfernt.
Juelsminde
REMA 1000 ca. 700 m vom Gammel Havn.
SuperBrugsen ca. 1 km (hinter dem Campingplatz).
Hou
Dagli’Brugsen nur 200 m entfernt.
Schönes neues Fischgeschäft mit Restaurant und Deli in den neuen Hafenhäusern.
Aarhus Stadthafen
Netto auf der Stadtseite ca. 1 km (je nach Liegeplatz).
Guter Føtex im neuen Stadtteil beim Hafenbad (Wasserseite).
Sehr gute Fischhändler in den Backsteingebäuden auf der Stadtseite (hinter dem Anker Restaurant). Weitere Supermärkte natürlich im Stadtzentrum.
Ebeltoft Skudehavn
Kvickly und Discount 365 ca. 1 km entfernt.
Endelave
Kleiner Købmand (Henry Hansen), ca. 15 Fußminuten entfernt.
Tunø
Guter Gemüsestand und Räucherei direkt im Hafen.
Købmand im Dorf ca. 1 km entfernt.
Samsø
Ballen Havn: Guter Dagli’Brugsen direkt im Hafen
+ Fischwagen mit Gemüsestand + alter Kaufmannsladen.
Mårup Havn: Dagli’Brugsen ca. 1,5 km.
Langør Havn: 6,5 km zum Supermarkt in Mårup.
Nur kleine Räucherei und unregelmäßig befüllter Gemüsestand.
Kolby Kås: Keine Versorgung.
Tranebjerg (Hauptort): Netto und SuperBrugsen (ca. 1 Stunde zu Fuß ab Ballen).
Sejerø
Dagli’Brugsen ca. 700 m entfernt.
Weitere Häfen im Norden:
Anholt: Dagli’Brugsen
Grenaa: Dagli’Brugsen
Læsø (Vesterø Havn): Dagli’Brugsen
Kerteminde
Netto nur 100 m hinter der Marina.
Bogense
Meny und REMA 1000 ca. 800 m von der Marina. Netto etwas weiter entfernt.
Sehr gutes Fischgeschäft im alten Hafen.
Nyborg
Netto ca. 600 m, REMA 1000 ca. 1,2 km entfernt.
Lundeborg
Kleiner NærKøb direkt im Hafen.
Svendborg
Føtex und alle großen Supermärkte in der Stadt.
Faaborg
REMA 1000 ca. 500 m (je nach Liegeplatz in der Marina). Mehrere Räuchereien.
Dyreborg
Nur kleiner Proviantladen mit lokalen Produkten.
Avernakø & Lyø
Jeweils kleiner Købmand, ca. 30 Fußminuten entfernt.
Drejø
Kro und kleiner Købmand ca. 1,3 km entfernt.
Fynshav
Brugsen ca. 1 km entfernt.
Mommark
Kein Supermarkt. Frischer Fisch vom Kutter und Räucherei. Nächste Supermärkte in:
Høruphav
REMA 1000 und SuperBrugsen ca. 400 m.
Søby
Dagli’Brugsen ca. 1 km entfernt.
Ærøskøbing
Netto direkt im Hafen.
Marstal
SuperBrugsen ca. 1 km in der Stadt.
Bagenkop
Dagli’Brugsen ca. 200 m (je nach Liegeplatz).
So, das war es schon. Wer es bequemer haben will, schaut mal in die Liste mit den Hafenkneipen und Restaurants in der Gegend. In Dänemark kann man auch ziemlich gut essen gehen. Dieses Jahr werden ich die Liste endlich mal updaten. Ahoi.

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Vielen Dank für die tolle Recherche! Sehr hilfreich wenn wir in dieser Region campen. Liebe Grüße Lore
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