Pecorino

„Cacio e Pepe“ einfaches Pasta-Rezept mit nur drei Zutaten

Pasta, Pecorino, Pfeffer. Einfache Zubereitung aus wenig Proviant – nach solchen Rezepten suche ich seit nunmehr drei Jahren. Diesmal bin ich in Rom fündig geworden: Das Rezept „Cacio e Pepe“ ist wahrhaft minimalistisch. Ihr braucht nur drei Zutaten – Wasser und Salz nicht mitgerechnet. Das sind noch weniger als für die scharfen Spaghetti  „Aglio e olio“.

Bord Rezept: Pasta Cacio e pepe

Gibt gutes Wetter: Dieser Teller wird aufgegessen. Versprochen!

„Cacio e Pepe“, heißt übersetzt Käse und Pfeffer. Was soll da schon schiefgehen?

Wenn die Zutaten gut sind, sollte für die einfachste Pasta Italiens nichts schiefgehen. Dachte ich. Nach etwas Recherche und etlichen Youtube Videos italienischer Chefs war ich verunsichert. Welches ist nun das authentische „Cacio e pepe ricetta tradizionale“? Viele Chefs claimen das einzig wahre Rezept für sich.

Epicurious.com schreibt hierzu: An einem solchen Gericht werden Küchenchefs gemessen und jeder schwört auf eine andere Methode.

Auch meine ersten Versuche enttäuschten. Entweder verklumpte der Käse, der Pfeffer verbrannte oder die Pasta geriet zu trocken. Irgendwann hatte ich den Dreh raus, die Nudeln schmeckten so schlotzig, wie es sein sollte. Käse und das stärkehaltige Nudelwasser verbanden sich zu einer Emulsion, der schwarze Pfeffer sorgte durch und durch für eine feine Schärfe.

Die See kocht: Cacio e pepe

Statt Sahne: Nudelkochwasser und Käse

Richtig zubereitet, schmeckt das römische Gericht unwiderstehlich cremig und würzig. Wer die Pasta auf dem Teller hat, bemerkt nicht einmal, dass Butter, Olivenöl, Eier, Sahne oder Knoblauch fehlen. Wie ist das möglich?

Das Geheimnis liegt in den Grundzutaten und am richtigen Timing. Und so hat es letztlich geklappt:

Cacio e pepe Pasta Pfeffer Pecorino

Pecorino, Pepe, Pasta. Einfacher geht es nicht für Cacio e Pepe

Die Zutaten für zwei Personen

  • 200 g – 250 g Spaghetti, Bavette oder Linguine (Tonnarelli im Original)
  • 125 g Pecorino (oder auch Grana, Parmesan, Manchego oder gemischt)
  • 2 EL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Wasser
  • Meersalz

Anmerkung zum Käse: Im Original wird „Cacio di Roma“ und „Pecorino Romano“ gemischt. „Cacio di Roma“ (übersetzt Käse aus Rom) ist ein junger Schafskäse. Er hat ein mildes Aroma und eine geschmeidige Textur. Sein cremiger Geschmack balanciert den würzigen „Pecorino Romano“ perfekt aus. Cacio di Roma schmilzt schneller als der bröckelige Pecorino. Beide Sorten sind bei uns nicht einfach zu finden.

„Epicurious“ empfiehlt deshalb, den Pecorino mit milderen Grana Padano zu mischen. Vermutlich schmeckt auch junger Queso Manchego Fresco in der Mischung – einen Versuch wäre es wert. Junger Parmesan dürfte ebenfalls geeignet sein. Grana und Parmesan sind allerdings aus Kuhmilch.

Eine gute Bezugsquelle für Pecorino ist Tiposarda. Dort gibt es über 20 Sorten von jung bis gereift.

Pfeffer Käse Nudeln Cacio e Pepe Rezept

Diese Nudeln machen glücklich. 😉

Für die Pasta empfiehlt das Original-Rezept römische Tonnarelli. Diese handgemachten Nudeln sehen aus wie viereckige Spaghetti. Die Pasta wird auch „Spaghetti alla chittarra“ genannt. Der Name stammt von einer Art „Pasta-Gitarre“. Der Teig wird bei der Herstellung durch die Saiten gedrückt, dadurch erhalten die Nudeln ihren viereckigen Querschnitt.

Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer, deshalb auch beim schwarzen Pfeffer nicht sparen. Einige Chefs empfehlen Sarawak Pfeffer aus Borneo. Ich habe den fruchtigen Jahrgangspfeffer Kampot Rouge aus Kambodscha von Pure Pepper verwendet. In jedem Fall sollte Pfeffer immer frisch gemahlen oder zerstoßen sein.

Pure Pepper Kampot Rouge 2016

Hier geht es zur Zubereitung von „Cacio e Pepe“: (mehr …)

Fregola Sarda- Rezept mit Artischocken aus Sardinien (vegetarisch)

Heute geht der Kurs Richtung Sardinien (ital. Sardegna). Die zweitgrößte Insel des Mittelmeers ist nicht nur für Segler, Wassersportler und Bunte-Leser interessant. Auch kulinarisch gibt es einiges zu entdecken. Sardinien liegt ziemlich genau in der Mitte des westlichen Mittelmeers. Das wirkt sich auf die traditionelle Küche aus. In den Rezepten sind die vielen kulturellen Einflüsse spürbar. Diesmal habe ich Fregula Sarda mit Artischocken im Gepäck.

Sardische Fregula Bord-Rezept mit Artischocken, Die See kocht

Fregula Sarda: heute eine Premiere auf meinem Segel-Food-Blog

Aber zunächst ein paar Fakten zu Sardinien

Dass die autonome Region Sardinien zu Italien gehört, ist allgemein bekannt. Die Entfernung zum italienischen Festland beträgt immerhin 200 km, nach Tunesien ist es näher, nur circa 180 km. Durch die Straße von Bonifacio, Richtung Korsika, sind es nur knappe 12 km. Selbst Menorca liegt nur 335 km entfernt.

Sardiniens Größe ist beeindruckend. Die Insel ist 270 km lang und 145 km breit und mit über 24.000 km² nur unwesentlich kleiner als Sizilien, die größte Insel des Mittelmeers. Dazu kommen 1850 km Küste und bis zu 1834m hohe Berge.

Unnütze Fakten: aufgerundet fänden fast sieben Mallorcas (3640 km²) auf Sardinien Platz. Das macht die Dimensionen anschaulicher.

Segeln vor Sardinien mit pecora-nero auf der Asseje

Segeln vor der Südküste, diesmal bei leichter Brise. (Foto © pecora-nera )

Sardinien hat sogar acht verschiedene Winde – jeder Segler sollten sie kennen

Spannend fand ich die Tatsache, dass sich gleich acht verschiedene Winde an Sardiniens Küsten austoben können. Die bekanntesten sind der berüchtigte Maestrale aus Nordwesten, Tramontana (aus N), Bora (aus NO) und Levante (aus O), bis hin zum schwül-heißen Scirocco (aus SO), der schon mal Saharasand mit sich führt. Aber auch der Ponente (aus W) kann es in sich haben, vor allem in der Strasse von Bonifacio. Durch die hohen Berge auf Korsika und Sardinien entsteht dort ein enormer Düseneffekt. Seglerisch muss das sehr anspruchsvoll sein. Ich war ja noch nie dort. 😉

Mehr über das Segelrevier, die Regionen, Häfen, Ankerplätze und über Sardinien überhaupt gibt es auf pecora-nera.eu, dem schönen „schwarz-schafigen“ Sardinien-Reiseblog von Nicole. Von ihr stammen die Sardinien Fotos.

Smaragdfarbenes Wasser auf Sardinien

Über 1800 km Küste und viel türkis! Segeln vor Sardinien (Foto ©pecora-nera)

Sardinien kulinarisch – Was essen und trinken?

Um es kurz zu machen: So ziemlich alle Kulturen und Eroberer rund um das Mittelmeer waren schon dort. Die Phönizier, Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Genuesen, Spanier, Piemontesen und zuletzt die Italiener. Das hinterließ Spuren, auch kulinarisch.

Kochen an Bord: Sardische Fregula mit Artischocken

Sardische Küche: Einfach und unverfälscht, Fregula mit Artischocken

Trotzdem ist die Küche einfach und unverfälscht geblieben. Hirten, Bauern und Fischer konnten ihre Traditionen bewahren. Klima, Lage und Geschichte prägen heute noch die traditionelle Arme-Leute-Küche, die sich von der italienischen Festlandküche unterscheidet. Das bedeutet – wie so oft – wenige, haltbare Zutaten, eigene Herstellung und überlieferte Rezepte. Wenn mir so etwas begegnet, werde ich sofort hellhörig.

Sardische Zutaten von Tiposarda

Fregola, Pecorino, Olio Extravergine, gibt es alles online bei tiposarda.de

Die bekanntesten Spezialitäten sind Pecorino (Schafskäse in allen Reifegraden), der haltbare Bottarga, (luftgetrockneter Meeräschenrogen) und das hauchdünne sardische Hirtenbrot Pane Carasau. Dazu sardisches Olivenöl, Feinkost sowie die lokalen Pastaspezialitäten Malloreddus und Fregola.

Sardinien Costa del Sud mit Kuh

Glück für die Kuh: Heute gibt es vegetarische Fregula ©pecora-nera.eu

Wer einen Einblick in die sardische Küche, die Rezepte und die schönen Erzeugnisse haben will, kann bei Online Spezialisten wie z.B. bei Tiposarda.de stöbern und bestellen. Auch die hervorragenden sardischen Weine vom Cannonau bis zum Vermentino sind nicht zu vernachlässigen.

Aber heute geht es zunächst um die Fregula (auch Fregola geschrieben). Dies ist eine spezielle perlenförmige Pasta, die optisch mit dem Cous-Cous verwandt ist.

Pecorino und Spezialitäten aus Sardinien

Pecorino gibt es in allen Reifegraden © linkes Foto: pecora-nera.eu

Fregula Sarda – ist die sardische Ur-Pasta

Die Fregula Sarda Tostada ist die Pastaspezialität Sardiniens. Nach traditioneller Methode wird dazu – in einer großen Schüssel und von Hand – Hartweizengrieß und Wasser zu Kügelchen gerollt. Anschließend wird nach Größen ausgesiebt und die Teigperlen im Ofen geröstet. Dadurch erhalten sie eine unterschiedliche Bräunung und einen nussigen Geschmack. Mich erinnern sie geschmacklich an die guten alten Backerbsen. (die es früher als Suppeneinlage gab). Fregula gibt es in verschiedenen Größen.

Fregola Sarda Tostada in Packung von Tiposarda

Gibt es auch Online: Fregula Tostada Fino von tiposarda.de

Einige lokale Hersteller haben diese Tradition weiterentwickelt. Ich vermute, meine gekauften „Fregula Fina Tostada“ waren in der Herstellung zunächst dickere Spaghetti, die in Scheibchen von 3 mm geschnitten wurden. Auch diese Perlen wurden geröstet, haben eine unterschiedliche Bräunung und eine raue Oberfläche.

Fregola Sarda Tostada von Tiposarda

Fregula Tostada aus dem Handel mit schönem Aroma

Fregula schmeckt pur, als „al dente“ Pasta mit Olivenöl, mit frischen Kräutern, mediterranem Gemüse oder „Vongole“, aber auch als Suppeneinlage. Fregula kann zudem wie ein schlotziges Risotto zubereitet werden.

Ich habe mich für ein vegetarisches Rezept mit frischen Artischocken entschieden. Diese werden in Sardinien viel angebaut und haben jetzt noch Saison. Alles Wissenswerte über Artischocken gibt es nach dem Rezept.

Und das waren die Zutaten für zwei Personen:

  • 200 g-300 g Fregula Tostada (alt. andere kurze Pasta)
  • 4 frische kleine Artischocken (alt. in Öl eingelegte Artischockenherzen)
  • eine Handvoll glatte Petersilie
  • 1 Schalotte
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Stück Chili (frisch oder getrocknet)
  • 3-4 EL Olivenöl extra vergine
  • 100 ml Weißwein (oder Nudelwasser)
  • 1 Zitrone
  • Pfeffer aus der Mühle und Meersalz
  • Sardischer Pecorino am Stück
Fregula mit Artischocken alle Zutaten für die Kombüse

Fast alle Zutaten auf einen Blick. Einfache sardische Küche

Die Zubereitung ist bis auf das Putzen der Artischocken sehr einfach. Hier geht es weiter:

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