Regionales

Wo gibt es gute regionale Produkte, lokale Spezialitäten wie frischen Fisch, Honig, Meersalz, Gemüse? Oder auch mal ein uriges Restaurant? Und wie baue ich die Entdeckungen in den Menüplan mit ein? All das findest du hier.

Bottarga Spaghetti – Rezept mit sardischem Kaviar „Parmesan des Meeres“

Bottarga ist eine haltbare sardische Delikatesse mit langer Geschichte und Tradition. Zusammen mit etwas Knoblauch, Olivenöl und Chili ist „Spaghetti alla Bottarga“ ein einfaches und schnelles Rezept, das aus nur wenigen Basis-Zutaten besteht.

Spaghetti Bottarga Sardisches Rezept

Der Parmesan des Meeres: haltbarer Bottarga auf Spaghetti

Was ist Bottarga?

Bottarga, der „sardische Kaviar“ ist gesalzener Fischrogen. Meist stammt Bottarga von der Meeräsche (di muggine), seltener vom Thunfisch (di tonno). Wie so oft, geht es bei diesen uralten Lebensmitteln um erfolgreiche Konservierung. Die Phönizier, die nebenbei auch gute Seefahrer waren, importierten die Technik bereits in vorchristlicher Zeit nach Sardinien.

Das Wort Bottarga leitet sich aus dem arabischen Wort „butārikh“ ab und bedeutet gesalzene Fischeier. Die Siedlungen um Cagliari waren und sind die traditionellen Orte für die Herstellung. In den Flachwassergebieten an der Küste wurden die Meeräschen durch ausgeklügelte Reusen-Systeme gefangen.

Bottarga di Muggine und Pasta

Ein antikes Lebensmittel und 100%iges Naturprodukt

Wo kann ich Bottarga kaufen?

Ausserhalb Sardiniens bestellt man Bottarga am besten Online. Es gibt einige, auf Sardinien spezialisierte Online-Shops, die alle gut zu finden sind. Meinen Bottarga habe ich bei Tiposarda entdeckt. Der Betreiber kennt sich wirklich aus, gibt gute Tipps, gerne auch telefonisch. Auf dem Tiposarda-Blog finden sich viele Rezeptempfehlungen frisch aus Sardinien.

Blogger Transparenz: Den Bottarga habe ich von Tiposarda zum Probieren zur Verfügung gestellt bekommen. Danke für die Inspiration.

Bottargs di muggine von Tiposarda

Gepresster Kaviar am Stück. Geschützt durch die Membran

Wie wird der sardische Kaviar hergestellt?

Ausser dem Fischrogen benötigte man für die Herstellung nur noch viel Wind, Sonne, Salz. Letzteres ist auf Sardinen immer noch reichlich vorhanden. Bottarga ist ein reines Naturprodukt. Während der Laichsaison wird den gefangenen Fischweibchen der Eiersack samt intakter Membran entfernt.

Um den Bottarga zu konservieren, wird der Fischrogen zunächst eingesalzen, danach für einige Tage zwischen Holzbretter geklemmt und in der Sonne getrocknet. Danach wird der ganze Rogen an einer luftigen Stelle für einige Monate aufgehängt. Je länger der (oder heisst es die?) Bottarga trocknet, desto dunkler und härter wird der Rogensack. Auch der Geschmack wird intensiver.

Beim Bottarga unterscheidet man zwischen dem bernsteinfarbenen, milden „baffe“ und dem würzigen „ambra“. Bottarga „di tonno“ soll noch intensiver schmecken. Probiert habe ich diese Rarität noch nicht. Für den Anfang habe ich den milden Bottarga probiert.

3 Zutaten Bottarga Spaghetti Knoblauch

Der Fischrogen kommt im Doppelpack. Unbeschädigt hält er gekühlt ewig

Durch die zu 100% natürliche Konservierungsmethode lässt sich Bottarga lange lagern. Er diente als Proviant für die seefahrenden Phönizier und später für die sardischen Fischer. Bottarga ist eiweiß- und fettreich und galt früher als „Arme Leute“ Essen. Bottarga schmilzt auf der Zunge und ist heute eine weltweit geschätzte Delikatesse. Perfekt für meine Bordküche.

Unnützes Wissen: Bottarga ist auch in Japan beliebt. Dort heisst er „Karasumi“. In Griechenland „Avgotaracho“, in Frankreich „poutargue“. Selbst auf den Lofoten wird mild geräucherter ganzer Kabeljau-Rogen mit Schmand gelöffelt. Es muss wirklich nicht immer Kaviar vom Stör sein.

Bottarga Sardinien fein gehobelt

Auch fein gehobelt schmecken die Fischeier köstlich

Nebenbei bemerkt: Ob die Meeräschen und der Thunfisch immer noch in großer Zahl vor Sardinien gefangen werden, darf bezweifelt werden. Laut Packungsaufdruck stammt mein(e) Bottarga aus dem Fanggebiet FOA 34, östlicher Atlantik (Marokko, Westafrika). Das Mittelmeer ist leider ziemlich leergefischt. Die Herstellung und Veredlung erfolgt immer noch bei Cagliari auf Sardinien.

Die See kocht Spahetti Botarga

Spaghetti, Zitrone, Chili und Bottarga – Und fertig

Bottarga Spaghetti alle Zutaten

Die Basis Zutaten – die Semmelbrösel sind optional

Bottarga Spaghetti Sardisch Rezept

Und Bio-Zitronenschale für mehr Frische

„Spaghetti alla bottarga“ die Zutaten

Zur Zeit tauchen überall Rezepte mit drei, fünf oder sieben Zutaten auf. Spaghetti alla Bottarga gehört in diese Kategorie. Ihr braucht nur Pasta, Bottarga, Knoblauch und Olivenöl. Wasser, Pfeffer und Salz sind nicht mitgerechnet.
Optional und für die Optik: Chili, Zitrone und glatte Petersilie. Mit der Chili erinnert das Rezept an „aglio et olio“. Es schmeckt nur fischiger und weniger scharf.

Die Zutaten für zwei Portionen „alla Bottarga“:

  • 1 Hälfte Bottarga di muggine (ca. 35 Gramm)
  • 150g – 200g Spaghetti oder Bavette, Linguine
  • 1-2 frische Knoblauchzehen
  • 2 EL gutes Olivenöl
  • Etwas glatte Petersilie
  • eine Bio-Zitrone
  • Kleines Stück mildere Chili (frisch oder getrocknet)
  • Prise Meersalz
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Spaghetti Bottarga Sardinien Fisch Eier

Beim genauen Hinschauen erkennt man die Fischeier

Hier geht es zur Zubereitung:

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Skrei mit Senfsauce – Rezept mit pochiertem Winter – Kabeljau

Heute gibt es ein Rezept für pochierten Skrei mit traditioneller Senfsoße. Die Skrei-Saison läuft seit Ende Januar wieder auf Hochtouren, in Norwegen ist der Skrei Kulturgut. Der arktische Seefisch, auch Winterkabeljau genannt, wird sehnsüchtig erwartet, geliebt und auf Festivals gefeiert. Kein Wunder, fast zeitgleich mit der Ankunft des Skrei (übersetzt: der Wanderer) taucht nördlich des Polarkreises die Sonne wieder am Horizont auf. Der saisonale Skrei wird streng kontrolliert und nach Quote gefischt. Er darf noch mit gutem Gewissen verzehrt werden.

Die See kocht: Skrei pochiert mit Senfsauce

Skrei mit körniger Senfsauce. Köstliches Winteressen

Pochierter Skrei Pfännchen mit Gabel

Diesmal pochiert – also ohne Bratgeruch in der Kombüse

Über meine Erlebnisse auf den Lofoten, die nachhaltigen Fangmethoden und die engmaschigen Kontrollen des Labels „Skrei“ habe ich im letzen Jahr schon geschrieben.

Angeln Lofoten XX Adventures

Auf den Lofoten wird Fischfang streng kontrolliert

Skrei pochiert mit körniger Senfsoße – Ein Rezeptklassiker

Diesmal geht es um pochierten Kabeljau mit Senfsoße, ein schneller Klassiker, für den sich der Skrei mit seinem schneeweißen Fleisch hervorragend eignet.

Der Vorteil am Pochieren ist, dass der lästige Geruch einer Fischbraterei entfällt. In kleinen Kombüsen und Küchen mag das nicht jeder. Verständlich.

Die Senfsoße ist ein Klassiker. Ich habe sie mit einer Mehlschwitze zubereitet. Diese Zubereitung hat weniger Kalorien als eine Soße auf Sahnebasis. Außerdem sind die Grundzutaten Butter, Mehl und Milch standardmäßig in jeder Küche vorhanden. Bei frischer Sahne oder Crème fraîche ist das seltener der Fall.

Beim Senf habe ich zwei Sorten gemischt: Den scharfen Dijon Senf und einen Senf „à l‘ Ancienne“. Dieser körnige Senf mit ganzen Senfkörnern schmeckt herrlich säuerlich. Der Senf „nach alter Art“ wurde mit Weisswein abgeschmeckt.

Blogger Transparenz: Die Senfsorten wurden mir von den „Mustarslovers“ von Maille zur Verfügung gestellt. Den vielseitigen Maille-Senf haben wir seit Jahren sowieso standardmäßig gebunkert. Unseren Durchschnittsverbrauch schätze ich auf etwa acht Gläser im Jahr. Und da sind Bautz’ner Senf, die blau-gelben Tuben sowie der dänische „Sennep“ zum BBQ noch nicht mit einkalkuliert. 😉

Pochierter Skrei Zutaten Senfsauce Maille

Senfsauce mit körnigem Senf, am besten gleich einen 1/2 Liter kochen

Was ist das besondere an Skrei?

In Kurzform: Skrei, norwegisch: „der Wanderer“, ist Kabeljau, der von der eisigen Barentssee im Nordpolarmeer zu den Lofoten schwimmt. In den Gewässern der geschützten Meeresbucht des „Vestfjords“ laicht er dann ab. Die Bucht vor dem norwegischen Festland bleibt auch im Winter eisfrei. Der Golfstrom sorgt für das vergleichsweise milde Klima.

Auf seiner über 1000 km langen Reise durch sehr kaltes und sehr klares Wasser, legt der Skrei ordentlich an Muskelmasse zu. Der Fisch ist dadurch nahezu fettfrei, fast schneeweiß und fest. Insider sagen, dass er jetzt, am Anfang der Saison noch besser schmeckt. Außerdem enthält er dann noch den leckeren Rogen.

Lofoten Bucht bei Henningsvaer rotes Haus

Der Golfstrom macht es möglich: Selbst im Winter friert das Meer nicht zu

Fisch vorher in Salzlake einlegen? Ja oder nein?

Vor dem Pochieren kann Fisch für 30 Minuten in Salzlake eingelegt werden. Ich habe diese Methode gewählt, weil der Fisch dadurch besser zusammenhält und weil beim Garen weniger Fischeiweiss „Albumin“ austritt.

Zusätzlich soll das „Pökeln“ in Salzlake Bakterienwachstum hemmen. Wer Fisch über Nacht lagern will, kann die Methode auf jeden Fall anwenden. Auch die „Norwegische Seafood Seite“ empfiehlt das. Und die werden es schon wissen.

Skrei in Brine gepoekelter Salzlake

Skrei kann vorher 30 Minuten in kalten Wasser „gepökelt“ werden

Und so geht das Skrei Pökeln:

Bei der Pökel-Technik wird der Fisch kurz in ein Salzbad mit 10%iger Salzlake eingelegt. Auf einen halben Liter Wasser kommen 50 g Salz, das sind zwei gut gehäufte Esslöffel. Wasser aufkochen, Salz auflösen, etwas Bio-Zitronenschale hinzufügen und die Lake vollständig erkalten lassen.
Die Skrei Loins dann für 30 Minuten in die kalte Salzlake legen. Danach abwaschen und mit Küchenpapier abtupfen. Jetzt kann der Fisch gelagert oder verarbeitet werden.

Skrei richtig aufbewahren auf Eis

Fisch immer gut verpackt und sehr kalt auf Eis lagern

Zur Lagerung empfiehlt es sich generell, den Fisch aus dem Papier zu nehmen und ihn möglichst luftdicht in einer Frischhaltebox aus Glas zu lagern. Die Frischebox stecke ich in eine tiefgekühlte Weinmanschette. Wenn der Fisch im Kühlschrank bei 0 – 2 Grad auf Eis lagert, verändert er sich kaum. Da die Kühlkette jedoch nicht immer perfekt eingehalten werden kann, oder ein Kühlschrank doch eher 4 -5 Grad hat, sollte Fisch spätestens am nächsten Tag verzehrt werden.

PS: Mit den drei „S“ säubern, säuern, salzen hat das schnelle Pökeln nur entfernt etwas zu tun. Die „SSS“ Methode stammt aus einer Zeit, als Fisch noch sehr lange unterwegs war und oft schon fischig gerochen hat. Frischer Skrei sollte nur nach Meer riechen. Wenn Fisch riecht, ist er einfach schlecht.

Skrei bei 2 Grad lagern auf Glas

Null bis zwei Grad sind optimal – es lohnt sich, das zu kontrollieren

Und das waren die Zutaten für zwei Personen:

  • 400 Skrei Loins (oder anderer Kabeljau oder fester Seefisch)

Für den Koch-Sud

  • Ausreichend Wasser, (optional: auch Fischfond )
  • 1 Schuss Weisswein (50 ml) oder Saft von 1/2 Zitrone
  • Prise Salz
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • Schwarze Pfefferkörner
  • Senfsaat (optional)
  • Thymian oder Zitronen-Thymian (nach Geschmack)

Für die Senfsauce (400-500 ml Sauce)

  • 1 EL Butter, gehäuft (30g)
  • 1 TL Mehl, leicht gehäuft (15g)
  • 200 ml Milch
  • 200 ml von der Garflüssigkeit, alternativ Fischfond
  • 2 EL Senf (Sorten nach Wahl) z.B. Dijon- und körniger Senf
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Spritzer Zitronensaft (oder Weisswein)
  • Zitronenthymian oder Thymian (optional, nach Geschmack)

Hier geht es zur Zubereitung:
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