Rezepte mit Dosenfisch – Ölsardinen auf Thymian–Tomaten mit Toast

Das heutige Dosenfisch-Rezept ist eine schöne Idee für Einhand-Segler. Saftige Ölsardinen auf einem Bett aus frisch geschmorten, leicht karamellisierten Thymian-Tomaten. Die Zutatenliste ist kurz, die Zubereitung unkompliziert. Für mich eine frische und zeitgemäße Interpretation der berühmt-berüchtigten „Fisch in pikanter Tomatensauce“ Fischkonserve.

Pilchards auf Tomate von Fish Tales

Schnell zubereitet: Ölsardinen, ein Kombüsen-Klassiker, frisch gekocht

Dabei ist Fisch aus der Dose ein tolles Produkt und als Proviant beim Segeln oder Camping unverzichtbar. Fischkonserven müssen nicht gekühlt werden, ungeöffnet halten sie jahrelang. Dosenfisch und Seafood-Konserven gibt es auf der ganzen Welt und in vielen Varianten.

Fischkonserven – Der Proviantklassiker an Bord

Viele Segelboote haben bewusst keine Kühlung an Bord oder wollen die Kühlbox unterwegs nicht über Batterie laufen lassen. Wer gern auf Anker liegt, kennt das Problem. Eine thermoelektrische Kühlbox liefert das unschöne Hintergrundgeräusch für eine sternklare Nacht. Nicht so schön.

Deshalb sind Fischkonserven-Rezepte in Kombination mit Frischgemüse, das meist auch keine kalten Temperaturen mag, an Bord so genial.

Fischkonserven: Ölsardinen an Bord

Sardinen kann ich auch pur aus der Dose geniessen. Immer.

Ist Dosenfisch gesund?

Ja, das ist er. Vor allem fettreicher Seefisch enthält die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Das Konservieren mindert die Qualität nicht. Guter Dosenfisch wird meist vor Ort, direkt nach dem Fang frisch eingedost. Dosenfisch sollte aus einer nachhaltigen Quelle stammen. Über die Ölsardine und das Problem mit der Überfischung habe ich beim Ölsardinen-Salat-Rezept hier schon geschrieben. Beim Thunfisch – egal, ob frisch oder aus der Konserve – sieht es noch dramatischer aus.

Deshalb freut es mich, wenn ich Hersteller finde, denen das Thema Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Insbesondere dann, wenn sie sich nicht nur um die Fischbestände, sondern auch um die Fischereibetriebe und die Fischer vor Ort kümmern. Genau so eine Firma habe ich entdeckt.

Schnelles Bordrezept: Ölsardinen auf Tomate

So vielseitig: Fisch aus der Dose

Bart’s Fish Tales – Ist das ein Marketing-Märchen mit so’nem Bart?

Das wäre eine extrem boshafte Übersetzung. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Der sympathische niederländische Chefkoch Bart van Olphen hat 2014 die Marke „Fish Tales“ in Leben gerufen. Als bekennender Fan guter Markenstories hat mich die Company mit ihrer Vision spontan begeistert. Bart möchte die Menschen zum Genuss von nachhaltig gefangenem Fisch inspirieren. Und wie er das kann.

Bei Fish Tales tragen die Produkte nicht nur das MSC Siegel plus Trackingcode, hinter jedem Produkt steht eine ganze Geschichte. Transparenz wird großgeschrieben: Wo kommt der Fisch her? Wer hat ihn gefangen und mit welcher Methode? Jede Fischkonserve hat einen „Helden“. In meinem Fall war Fischer „David“ und seine Sardinen aus Newlyn in Cornwall, Großbritannien.

Pilchard Sardinen in Olivenöl

David’s Catch: Sardinen aus Cornwall

Auf der Fish Tales Internetseite kann man sich alle Helden und Heldinnen ansehen. Die Boote gibt es wirklich, die Routen des portugiesischen Sardinen-Fischers und seines Fischkutters „Deus nao Falte“ habe ich spaßeshalber auf „Marine Traffic“ getrackt. Manchmal mache ich so was. 😉

Doch damit nicht genug. Bart möchte zu mehr Kreativität in der Küche anregen. Auf seinem Youtube Channel „Barts Fish Tales“ zeigt er uns schnelle und überraschende Fischgerichte, die er meist noch im Fanggebiet zubereitet. Auf Instagram produziert er die „kürzeste Kochshow der Welt“ in nur 15 Sekunden Länge.

Frisch aus der Dose – perfekt für „Die See kocht“

Bart hat auch das Kochbuch “Frisch aus der Dose“ verfasst (im Umschau Verlag). Diese Rezeptsammlung ist eine echte Inspiration für meine Kombüse. Es gibt dort nicht nur die obligatorischen Rezepte wie Spaghetti mit Thunfisch oder Tuna-Creme, sondern Ideen für Sardellen (von Dip bis Pissaladière), Muscheln, Makrele, Räucher-Hering, Krebsfleisch und sogar Dorschleber (endlich weiß ich was damit anzufangen). Zusätzlich gibt es Wissen über Dosenfisch, Konservierung und nachhaltigen Fischfang. Das Buch wird mich diesen Sommer noch oft begleiten. Weitere Dosenfisch-Rezepte sind in Vorbereitung. 😉

Inspiration für die Kombüse: Frisch aus der Dose Kochbuch

Da lacht das Herz. Tolle Ideen für die Kombüse

Fazit: Glaubwürdig, transparent und sympathisch. Da heute alles rauskommt, könnten sich Hersteller Mogeleien auch gar nicht mehr leisten. Natürlich ist mir bewusst, dass es für die Umwelt noch konsequenter wäre, nur regionales Getreide, Gemüse Wurzeln und Nüsse zu verzehren und komplett auf Fisch und Fleisch zu verzichten. Aber dann wäre der Blog schon längst zu Ende erzählt.

Blogger Transparenz: Das Kochbuch wurde mir von Bart’s Fish Tales zusammen mit einigen Fischdosen zum Testen zugeschickt. Bart und sein Team waren von der Idee meines Blogs genauso angetan, wie ich von den Produkten und Rezepten. Wenn nicht in meiner Kombüse, wo sonst?

Die See kocht Sardinen mit Thymian Tomaten

Alle Zutaten an Bord: So einfach kann es im Cockpit zugehen

Und das waren die Zutaten für eine Person:

  • 1 Dose Sardinen in Olivenöl (nachhaltiger Fang, MSC )
  • 1-2 EL Olivenöl (optional)
  • 200 Gramm Cherry-Tomaten (ersatzweise Dosentomaten, ganz)
  • 2 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten
  • Frische Thymianzweige (alternativ: Salbei oder Basilikum)
  • 1 TL Aceto Balsamico
  • 1 Prise Zucker (falls die Tomaten nicht so aromatisch sind)
  • Meersalzflocken, Pfeffer aus der Mühle

Beilage: Toastbrot oder Baguette, frisch geröstet

Hier geht es zur Zubereitung:

Die Zubereitung à la „Bart“ ist verblüffend einfach. Tomaten waschen und halbieren. Sardinendose öffnen, Öl abtropfen lassen und auffangen. Tomaten halbieren, Knoblauch in dünne Scheiben schneiden, Thymian zupfen.

Wenn ihr gute Ölsardinen, wie die von Fish Tales verwendet, könnt ihr das Öl für die Zubereitung weiter verwenden.

Einen Esslöffel Olivenöl in einer Pfanne sanft erhitzen. Die Tomaten mit der Schnittfläche nach unten hineinlegen. Langsam bei niedriger Hitze schmoren. Knoblauch und gezupften Thymian dazugeben. Falls die Tomaten wenig Aroma haben, könnt ihr eine Prise Zucker dazugeben.

Cocktail Tomaten neben Toaster Kombüse

Tomaten mit Kräutern und Knoblauch schmoren.

In der Zwischenzeit Weißbrot aufschneiden und toasten.

Sobald die Schnittflächen der Tomaten gebräunt sind, die Pfanne vom Herd nehmen. Tomaten lauwarm abkühlen lassen und die Häutchen herausfischen. Am besten gelingt das mit den Fingern und einer Gabel.

Die weichen Tomaten grob zerdrücken und mit einem Teelöffel Balsamico, Pfeffer und Salz abschmecken. Die Tomaten auf einem tiefen Teller anrichten. Die abgetropften Sardinen auf den lauwarmen Tomatensud betten. Mit Thymian, Meersalzflocken und Pfeffer dekorieren. Wer gerne Kalorien und Olivenöl mag, gibt jetzt noch einen Spritzer frisches Olivenöl „extra vergine“ darüber. Mit knusprigem Toast servieren.

Ölsardinen auf lauwarmen Tomaten

Wer mag, gibt noch frisches Olivenöl dazu. Wenn schon, denn schon. Ahoi.

Tipp: Auch frisches Basilikum (nicht mehr erhitzen), ein Lorbeerblatt, Salbei oder Oregano schmecken zu den Tomaten. Mittlerweile werden in vielen Marinas Kräuter anstelle von Blumen angebaut. Es lohnt sich, danach Ausschau zu halten.

Werkzeuge: Brett, Pfanne, Messer, Schüsselchen, Toast-Aufsatz

17 Kommentare

  1. Hallo, das ist mal wieder ein toller Blog-Beitrag. Sieht gut aus ist köstlich beschrieben und gut fotografiert. Wenn ich nicht so eine Landratte mit weniger Angst vor tiefem Wasser wäre könnte ich direckt neidisch sein auf so eine Einhandsegelei. LG Hartmut

    Gefällt 1 Person

      1. Das heißt bei der Hamburger Hafenrundfahrt dann: „… da kann man (nicht mal) bequem im Stehen ertrinken!“
        Danke für das Rezept – ich werde mein Bestes geben, aber der Gatte macht bei Dosenfisch unvermeidlicherweise lange Zähne. Vielleicht doch mehr etwas für die Einhandseglerin 😉

        Gefällt 1 Person

    1. Hallo Heinrich, das freut mich. Schade, dass es keine besseren Ölsardinen waren. Gut sind meist auch welche aus Portugal. Die sind dann aber auch dreimal so teuer. Aber im Vergleich zu Frischfisch immer noch preiswert. Liebe Grüße Cornelia

      Gefällt mir

Ich freue mich über Kommentare und Anregungen hier!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s