GUACAMOLE. Warum dieser Klassiker auch Hodensuppe heißen könnte

Aus der neuen Reihe „Lieblingsproviant“, pünktlich zur Segelsaison, geht es heute um Avocados. Sie sind der perfekte Proviant bei einem Segeltörn. Avocados sind gesund, stecken voller Vitamine und guter Fette und reifen langsam nach. Seit ich sie in Guatemala pur und in einem perfekten Reifegrad gegessen habe bin ich ein großer Fan.

Das Wort Avocado „ahuacatl“ stammt aus dem „Nahuatl“, einer alten aztekischen Sprache. Unnützes Wissen: „Ahuacatl“ bedeutet wörtlich auch „Hoden“. Frei übersetzt könnte man die Guacamole „ahuamolli“ also auch als Hodensuppe bezeichnen. Wer möchte diese Dschungelprüfung nicht gerne antreten?

Wie auch immer: Avocados sind pur, mit etwas Meersalz und Zitrone, auf Salat, im Maki Sushi und natürlich auch als Guacamole, weltweit in aller Munde.

Guacamole, Boots Proviant Segel und Camping Rezept

Alles im grünen Bereich. Guacamole, der Dip zu Chips oder als Brotaufstrich.

Guacamole Rezepte gibt es viele. Mein Favorit enthält keinen Knoblauch, vielleicht weil er sich geschmacklich zu sehr in den Vordergrund drängeln würde. Dafür muss aber reichlich Koriander rein, der harmoniert ganz ausgezeichnet.

Die Zutaten für eine kleine Schale Guacamole

  • 2 essreife Avocados
  • 1 Limette
  • 1 Schalotte, sehr fein gewürfelt (oder kleine rote Zwiebel)
  • ein paar Zweige frischer Koriander, gehackt
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • Und viel Tabasco Green Peffer Sauce* (alternativ frische Chili oder Chili Flakes)

*Tipp: Der grüne Tabasco ist aus der milden grünen Jalapeño und nicht ganz so scharf wie Tabasco Classic. Er passt dadurch perfekt in die Guacamole, weil er nur eine subtile Schärfe und ein ganz eigenes Aroma addiert. Die Schärfe ist mit 600 bis 1200 SCU angegeben. Also noch im zahmen Bereich.

Guacamole Dip Rezept Segeln, Camping und Outdoor

Die Zutaten müssen nicht gekühlt werden müssen. Der perfekte Proviant.

Die Zubereitung der Guacamole

Die Schalotte schälen und in sehr feine Würfel (ca.3mm) schneiden. Den Koriander waschen und ebenfalls fein hacken.

Danach die reife Avocado halbieren. Um die Haut einfach abzupellen, legt sie am besten auf ein Brett und pellt sie einfach ab. Mit der zweiten Hälfte genauso verfahren, vorher natürlich den Kern rausdrehen. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht die Hände schmutzig macht und die Avocado zur Weiterverarbeitung sauber auf dem Brett liegt.

Für die Guacamole schneide ich die Avocado nur noch in grobe Stücke und gebe sie mit der Zwiebel, Koriander, Salz und Pfeffer in eine kleine Schüssel.

Jetzt noch den Saft einer halben Limette auspressen. Tipp: Die Limette vorher gut rollen, mit einer Gabel etwas hineinstechen, dann gewinnt ihr einiges mehr an Saft. Die zweite Hälfte der Limette vierteln und beiseite stellen.

Zum Schluss kommt der grüne Tabasco ins Spiel. Hier gebe ich ganze acht! Spritzer dazu. Das klingt viel, aber die Schärfe ist subtil. Sie wird außerdem durch das Fett etwas abgemildert.

Danach nur noch alles schön zerstampfen. Ich nehme dazu meine Allzweckwaffe, den Caipi Stampfer (alternativ Kartoffelstampfer oder Gabel). Wenn die Avocado perfekt reif ist, ist das eine Sache von 1-2 Minuten. Mit den restlichen Limettenschnitzern servieren.

Guacamole ist der perfekte Dip zu Chips, BBQ oder auch als Brotaufstrich zum Frühstück oder auch zu Chili con Carne.

Werkzeuge: Messer, Brett, Schüssel, (Caipi)Stampfer

Wissenswertes zu Einkauf und Lagerung der Avocados

Avocado als Proviant kauft ihr am besten in verschiedenen Reifestadien, gerne auch noch sehr harte Exemplare. Sucht euch am besten nur solche aus, die noch ihren Stielansatz besitzen. Wenn Avocados reif sind, geben sie auf Druck ganz leicht nach.

Um dies zu prüfen drückt immer oben -am schmalen Ende – dann wird die Frucht nicht beschädigt.

Wenn sich die Avocado richtig anfühlt, dreht den Stielansatz ab. Ist darunter alles im grünen Bereich, habt ihr wahrscheinlich eine richtig gute Avocado. Ist es darunter schon braun, ist die Avocado vermutlich schon überreif.

Avocados gehören übrigens zu den Früchten, die schön nachreifen. Es gibt Tricks wie man den Prozess beschleunigen kann. In einer braunen Papiertüte oder Zeitungspapier eingewickelt, reift eine harte Avocado in 3 – 5 Tagen. Legt ihr noch einen Apfel oder eine Banane dazu, ist sie schon in 2-3 Tagen perfekt. Ohne Tüte braucht eine harte Avocado etwa 7 Tage.

Warum das so ist? Das Papier schließt das freigesetzte Reifegas Ethylen ein. Äpfel und Bananen beschleunigen den Prozess. Mehr darüber gibt es auf dieser tollen Wiki Seite.

Überprüft den Reifegrad am besten täglich, durch Druck oben am Stielansatz, um den richtigen Reifepunkt nicht zu verpassen. Achtet auf dem Boot natürlich darauf, dass die Avocados nicht herumrollen oder gequetscht werden.

Avocados mögen keine Kühlung und auch kein direktes Sonnenlicht. Unreife Avodacos reifen im Kühlschrank nicht richtig nach. Ideal ist eine Temperatur zwischen 18-24 Grad. Gefällt mir.

Noch mehr „Wer wird Millionär“ Avocado Wissen:

Die Avocado hat ihren Ursprung in Südmexiko. Die Frucht wird dort seit über 10.000 Jahren genutzt. Erst die Spanier haben sie über die Karibik, Südamerika und Madeira zu uns gebracht. Später kam sie dann nach Afrika, Asien und bis nach Australien und Neuseeland. Seit Anfang des 20. Jh. wird sie auch am Mittelmeer kultiviert.

Guacamole Segelrezept Segel Proviant

HASS Avocado. Bei dem Namen besser im Ausland zu vermarkten.

Der Avocado Baum kann bis zu 15 m hoch werden, er gehört zu der Familie der Lorbeergewächse. Avocadofrüchte reifen nicht am Baum aus, sondern fallen in einem harten „grünen“ Zustand zu Boden.

Im deutschen Handel findet man häufig den Typ „Fuerte“ mit mittelgrüner Schale und hellgelbem bis grünlichem Fruchtfleisch. In den USA und Frankreich, ist die Sorte „Hass“ beliebt, die bei uns auch immer öfter zu finden ist. Die „Hass“ ist übrigens keine gezielte Züchtung, sondern eine Mutation, die der Kalifornier Rudolph Hass vor rund 80 Jahren in seinem Garten in Kalifornien entdeckte.

Für eine Züchtung hätte man sich sicher auch einen schöneren Namen ausgedacht, vor allem für den deutschen Markt. Alle „Hass“ Avocados, egal ob aus Israel oder Chile, stammen von diesem Baum ab.

Für Kalorienzähler: In einer Avocado stecken bis zu 220 Kalorien pro 100g. Die Avocado ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Das klingt viel – dennoch sind Avocados keine Dickmacher. Die ungesättigten Fettsäuren und das Enzym Lipase sollen laut Expertenmeinung sogar beim Fettabbau helfen. Hoffen wir mal, dass das stimmt. Aber besser als ein Leberwurstbrot die Guacamole allemal.

Guacamole als Brotaufstrich Segelrezept.

Zum Anbeißen. Guacamole schmeckt auch gut als veganer Brotaufstrich.

3 Kommentare

  1. Seeehr schöner Post, Cornelia – könnte als Untertitel ‚die ganze Wahrheit über Avocados‘ tragen, so gut recherchiert! Ich bin eigentlich kein Fan von Avocados, aber Dein Hinweis mit dem Leberwurstbrot hat mich nun doch angefixt…

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    1. Hallo Tommy, das macht auch wirklich Spaß sich das ganze Lebensmittel know-how anzueignen. Und gerade Avocados habe ich viele Jahre nicht gekauft, weil ich nie den richtigen Reifegrad erwischt hatte. In den nächsten Wochen geht es bei mir verstärkt um Lieblingsproviant. Und heute geht es auf die Internorga, mal sehen, was es neues gibt. Lg Cornelia

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  2. Wissen macht AH! Worüber ich mich immer freue sind nicht nur die appetitanregenden Fotos, sondern auch die immer hervorragenden Hintergrundgeschichten zu den Zutaten. Gehe mal
    wieder bereichert und schwer beeindruckt in die Nacht. Ich freue mich auch, daß die „like- Nümmerchen „wieder erscheinen.-Jetzt muss eine Avocado ins Haus. LG Johannes F.G

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