Pasta mit Cherrytomaten-Butter-Sauce, Rezept mit Spaghetti alla Chitarra

Heute gibt es ein saisonales Rezept, das mich spontan begeistert hat. Die Spaghetti mit Cherrytomaten-Butter-Sauce eignen sich bestens für die Bordküche, denn für die vegetarische Zubereitung braucht es nur wenige Zutaten. Aromatische Kirschtomaten, a.k.a. Cherrytomaten oder Cocktailtomaten gibt es jetzt noch überall. Die kleinen Tomaten halten mindestens eine Woche oder sogar länger, wenn sie nicht beschädigt oder gequetscht werden. Es lohnt sich, auf dem Markt nach bunten Sorten Ausschau zu halten oder man erntet jetzt noch seine eigenen Sorten.

Fruchtig, süßlich, lecker: Cherrytomaten mit „Gitarren“ Spaghetti

Das Gericht ist angelehnt an die berühmteste Tomatensauce des Internets, Marcella Hazan’s „Tomato Sauce With Onion & Butter“. Für dieses Rezept werden nur vier Zutaten gebraucht. Köchin Marcella halbiert eine weiße Zwiebel und kocht sie langsam mit viel Butter und echten San Marzano Dosentomaten ein. Wenn man die Original Tomaten verwendet, soll diese Zubereitung die genialste Tomatensauce überhaupt sein. Die schlichteste ist sie mit Sicherheit.

Die See kocht mit Balkonernte
2022 war die Balkonernte über Wochen reichlich
Pasta Version eins: geschmorte Cherrytomaten mit Butter & Basilikum

Versüßen das Segelsaison Ende: Cherrytomaten aus eigener Ernte

Meine süß-würzigen Cherrytomaten habe ich vom eigenen Strauch frisch gepflückt. In diesem Traumsommer hatte ich endlich Erfolg als Balkongärtnerin. Die Tomaten, Chili- und Basilikum Pflänzchen gediehen besser als in den Jahren davor. Sogar unseren fast dreiwöchigen Sommertörn haben sie dank Fädchen und Flaschen Bewässerungstechniken leidlich gut überstanden. Ende August waren die Tomaten dann rot und reif, das Basilikum wuchs immer noch buschig. Als der endlich einsetzende Septemberregen die kleinen Tomaten am Strauch doch zum Platzen brachte, habe ich das simple Pasta-Rezept gekocht.

Vom Balkon: gestreifte Tiger-Cherry-Tomaten
Gute Ernte nach dem Sommertörn
Nur Regen mögen die Cherrytomaten nicht

Die meisten Cherrytomaten schmecken süß, fruchtig und manchmal verblüffend aromatisch. Das eigene Gemüse mundet „gefühlt“ natürlich noch um Längen besser. Und dass die Balkontomaten Null Transport-Kilometer auf dem Buckel haben, macht es noch besser. Leider reicht selbst ein großer Balkon nicht für Selbstversorger, es bleibt eine Liebhaberei für ein paar „Caprese“ Teller und eben diese Pasta.

Wer abkürzen will, für den gibt es jetzt hier das schnelle Pasta Rezept als Druck-PDF zum downloaden.

Unnützes Wissen: Die besten Pflanzen habe ich direkt aus einer Tomate gezogen. Die Samen einer aromatischen rot-grün-gestreiften Cherrytomate, habe ich im Frühling einfach in die Erde gesteckt, auf eine sonnige und warme Fensterbank gestellt und schon nach wenigen Tagen streckten sich die Keime der Sonne entgegen. Ohne dass ich wusste, wie groß die Pflanzen dann letztlich werden. Ich könnte mittlerweile über Tomatenzucht schreiben, aber das ist hier ja nicht das Thema. Eine zweite Sorte war eine kleine Balkontomate aus Saatgut. Die beiden Sorten habe ich für die Pasta gemischt.

Auch Mini-Knoblauch & Zwiebeln wuchsen in den Kästen

Und das waren die wenigen Zutaten für zwei:

  • 200 g dickere Spaghetti z.B. Chitarra oder Bavette, Linguine
  • 250 g Cherry-Tomaten, am besten verschiedene bunte Sorten
  • 1 mittlere weiße Zwiebel
  • 2–3 EL Butter (40–50 g)
  • Reichlich frisches Basilikum
  • Frische glatte Petersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Prise Zucker (nur optional, falls die Tomaten nicht so süß sind)

Pecorino, Grana oder Parmesan zum darüberreiben

Zutaten vom Balkon
Nur ganz wenige Zutaten für die Pasta, hier mit Mascarpone
Eine gute Handvoll: die viereckigen Spaghetti alla Chitarra

Die Zubereitung der Pasta:

Zwiebel pellen und fein würfeln. Petersilie waschen und hacken, Basilikumblätter zupfen. Die Kräuter bereithalten. Butter bei niedriger bis mittlerer Hitze in einer Pfanne schmelzen lassen und die Zwiebelwürfel darin für circa drei Minuten glasig schmoren, aber nicht bräunen. Die Cherrytomaten waschen, halbieren und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Salzen und pfeffern. Hitze reduzieren und die Tomaten für etwa 20–30 Minuten langsam dünsten, bis sie weich aber noch nicht komplett zerfallen sind. Ab und zu vorsichtig umrühren und dabei den Ansatz vom Pfannenboden lösen, damit nichts anbrennt.

Während die Tomaten schmoren, Wasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen und gut salzen. Nudeln hinzufügen und nach Packungsanleitung minus eine Minute kochen.

Falls die Tomatensauce zu sehr eingekocht ist, etwas vom Pastawasser unterrühren. Sobald die Nudeln „al-dente“ sind, diese mit einer Zange in die Sauce heben, gut verrühren und noch ein bis zwei Minuten köcheln lassen. Die gehackte Petersilie und gezupften Basilikumblätter unterheben und final mit Salz und Pfeffer abschmecken. Je nach Qualität der Cherrytomaten optional noch eine kleine Prise Zucker hinzufügen. Nochmals schwenken und in der Pfanne servieren. Falls die Sauce zu trocken ist, noch einen Löffel vom Pasta-Kochwasser unterrühren. Mit geriebenem Pecorino servieren.

Servier-Tipp: Die kleinen Tomaten neigen dazu, sich am Rand zu versammeln. Zum Servieren die Tomaten mit einer Zange oben auf den Nudeln platzieren.

Zwiebelwürfel in reichlich Butter schmoren
Natürliche Süße: halbierte Tomaten in Butter
Mit Kräutern, Pfeffer, Salz abschmecken und Pastawasser ablöschen
Fruchtig, süßlich, lecker: Cherrytomaten mit „Gitarren“ Spaghetti

Werkzeuge: Messer, Brett, Pfanne, Topf, Zange, Käsereibe

Variante mit Mascarpone bzw. Doppelrahm-Frischkäse

  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Chili (frisch oder getrocknet)
  • 100 g Mascarpone oder Doppelrahm-Frischkäse

Bei der Recherche bin ich noch auf weitere Varianten gestoßen wie zum Beispiel mit Mascarpone, Knoblauch und Chili. Diese habe ich einmal mit italienischem Mascarpone und alternativ mit Doppelrahm-Frischkäse nachgekocht. Mascarpone ist eine wahre Kalorienbombe mit über 400 kcal pro 100 Gramm. Eine gute Alternative ist Doppelrahm-Frischkäse, der ähnlich schmeckt, aber nur etwa 250 kcal pro 100 g liefert.

Die Zubereitung ist anfangs identisch. Mit den Zwiebeln wird zusätzlich eine gehackte Knoblauchzehe gedünstet. Eine ganze Chili wird mitgeschmort und wieder herausgenommen, sobald die gewünschte Schärfe erreicht ist. Der Mascarpone kommt zum Schluss mit einem Schuss Pastawasser und frisch geriebenem Pecorino oder Parmesan zu den Nudeln. Alles gut unterrühren, bis sich alles verbindet und die Sauce schön sämig ist. Zum Servieren mit noch mehr geriebenem Käse bestreuen.

Variante zwei: mit cremigem Mascarpone

Tipp: Ein ganz ähnliches Rezept ist auch die legendäre Pasta alla Vodka. Hier werden die gegarten Nudeln zusätzlich in Vodka geschwenkt.

Kanal-Empfehlung: Ehre wem Ehre gebührt. Ich habe das Grund-Rezept auf dem YouTube Channel Kanal „Sip and Feast“, übersetzt „schlürfen und schlemmen“ gefunden. Der Kanal ist auf italienische und italienisch-amerikanische Küche spezialisiert, wie man sie im Großraum New York findet. Die Videos sind gut erklärt und die Rezepte einfach nachzukochen. Wer Inspirationen für Pastagerichte sucht, wird dort immer fündig.

Bordküche: Tomaten & Basilikum vom Balkon, frischer Knoblauch aus Tunø
Leider ist nicht mehr „Caprese“ Wetter 😉

10 Kommentare zu „Pasta mit Cherrytomaten-Butter-Sauce, Rezept mit Spaghetti alla Chitarra

  1. Moin Cornelia, wieder ein sehr schönes Rezept, einfach, aber verlockend! So oder so ähnlich haben viele Deiner Leser das auch schon gemacht, da bin ich sicher.
    Du schreibst von „ echten San Marzano Dosentomaten“. Und die suche ich schon ewig. Ich habe noch nie „San Marzano“ auf einer Dose gesehen. Bei Andronaco habe ich dann mal einen Mitarbeiter so lange drangsaliert, bis er loslief, um sich schlau zu machen. Nach 10 Minuten kam er zurück und meinte: Das (die Tomaten in den dort angebotenen Dosen) seien alles San Marzano Tomaten. Hmmm. Wirklich? Warum schreibt das dann kein Produzent auf das Etikett?
    Wie auch immer, dieses Rezept ist ja dosenlos und wird zum Wochenende nachgekocht. LG, Frank

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    1. Moin Frank, das fragst du mich was. Echte San Marzano sind DOP. Sie müssen also an einem bestimmten Ort, in diesem Falle am Fuße des Vesuvs bzw. Kampagnien wachsen. Ob das einen so großen Unterschied zu anderen italienischen Flaschentomaten macht? Wer weiß, jedenfalls kriegen die dort in Süditalien richtig viel Sonne ab. Ich habe sie mal bei Hagen Grote bekommen. Die Tomaten von Mutti sollen auch gut sein, aber ob sie aus der Region stammen, weiß ich gar nicht. Auf die Schnelle habe ich diesen Link gefunden. ( enthält natürlich auch Werbung, wenn auch Informative.) https://www.gustini.de/blog/warenkunde/san-marzano-tomaten/ Ich hoffe, ich konnte helfen. LG Cornelia

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  2. Mmh, ich liebe Tomatensauce! Und die muss definitiv nicht kompliziert sein. Wichtig ist einfach, den Zutaten die Zeit zu geben, sich miteinander zu verbinden. Die Zwiebeln müssen im Fett einfach ein bisschen brutzeln. Und ja, es macht einen großen Unterschied, welche Tomaten man verwendet und auch, wie reif diese sind. Ich habe einige Jahre in Frankreich gelebt und dort jedes Jahr über 40 Tomatenpflanzen im Garten gezogen. Da gab es dann genug für reichlich Sauce und Tomatensalat. San Marzano eignet sich perfekt für Tomatensauce. Und in der Tat wird der Großteil der Tomatensaucen aus dieser Sorte produziert. Woher diese stammen, ist dann ja nochmal eine andere Geschichte. Ich denke jede*r hat mittlerweile mitbekommen, wie viele Tomaten „aus Italien“ eigentlich in China angebaut werden …

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      1. Ja, bei mir sind es momentan auch nur ein paar Pflanzen auf dem Balkon. Aber ich träume fleissig davon, ein grooooßes Gewächshaus zu haben eines Tages. Dann werden es auch wieder mehr! 🙂

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