Thai Makrelensalat mit Dosenfisch „Yum Pla Krapong“

Dosenfisch ist der ideale Bord-Proviant. Thunfisch aus der Dose oder auch Ölsardinen verfeinern viele Salate oder Nudelgerichte. Mit Dosentuna lässt sich vieles improvisieren, wie zum Beispiel low-carb Thunfisch Frikadellen. Sardinen in Olivenöl schmecken pur aufs Brot und mit geschmorten Tomaten oder ganz raffiniert in der sizilianischen „Pasta con le Sarde.“

Mein heimlicher Liebling sind jedoch Makrelen in Tomatensauce. Mit etwas Pfeffer, Salz und Tabasco wird aus der Konserve ein schneller und gesunder Snack, der mich immer auch an die Kindheit erinnert (Ohne Tabasco versteht sich). Das Rezept für den thailändischen Makrelensalat mit Dosenfisch „Yum Pla Krapong macht den schnellen Snack noch interessanter.

Dosen-Makrelen in Tomatensauce als Thai-Salat
Rezept ohne Gas oder Strom Makrelensalat
Erfrischend & scharf: „Yum Pla Kraphong“

Zu meiner Überraschung habe ich entdeckt, dass es auch in Thailand Makrelen oder Sardinen in Tomatensauce als Konserve gibt. Der Dosenfisch wird dort als schnelle Mahlzeit auf Reis gegessen. Die Thais verfeinern die Fischkonserve mit frischen Chilis, Limette, Kräutern oder „Nam Prik Kapi“, einer sehr intensiven Chili-Paste.

Makrele in Tomatensauce
Günstiger und haltbarer Proteinlieferant für etwa 1 €

So verwandelt sich der Dosenfisch in einen thailändischen „Yum“ Salat

Das Rezept für den thailändischen „Yum Pla Krapong“ (ยำปลากระป๋อง) liest sich gewöhnungsbedürftig, es ist jedoch ein wahres Tuning für den Dosenfisch. Dass man für die Zubereitung weder Strom noch Gas braucht, macht es besonders attraktiv – gerade in diesen Zeiten. Fischkonserven halten ohne Kühlung jahrelang. Preiswert ist die sogenannte „Bückware“ aus dem Supermarkt immer noch.

Zurzeit boomt Fisch aus der Dose noch mehr als sonst. Stolze 28 % aller Fischprodukte, die in den deutschen Einkaufskörben landen, sind Fischkonserven. Der teure, schnell verderbliche Frischfisch macht nur noch 13% aller Einkäufe aus. Corona-Hamsterkäufe, Inflation und Blackout-Ängste machen es möglich.

Immer an Bord: Dänische Makrelen-Kollektion mit schönem Design

Wer sich mit Fischkonserven gar nicht anfreunden kann, für den habe ich nach dem Rezept noch eine Idee für eine Zubereitung mit frischer Makrele und etwas Makrelen-Wissen gesammelt. Und wie der Zufall es so will, erschien, während ich das Rezept fotografierte, bei dem in Thailand lebenden Blogger Felix von Fel!x Kitchen sogar eine vegetarische Variante mit einer „Fake“ Makrele aus Tofu, die in Thailand auf einem traditionellen vegetarischen Festival serviert wird.

Und hier ist meine Version mit dänischer Makrele in Tomatensauce. Wer abkürzen will, kann sich hier auf direkten Kurs das Druck PDF herunterladen.

Zutaten für Thai Makrelen Salat
Dänische Fischkonserve trifft auf thailändische Gewürze

Die Zutaten für einen kleinen Snack

  • Eine kleine Dose Makrele in Tomatensauce
  • 1–2 Schalotten oder eine kleine Zwiebel
  • 1 Stängel Zitronengras (alt. Ingwerstreifen)
  • 2 Kaffir-Limettenblätter (frisch, alt. TK oder getrocknet)
  • Frische Rote Chili (Menge nach Geschmack)
  • 2–3 Zweige Minze
  • 2–3 Zweige Koriander (optional)
  • 1 Limette
  • 1–2 EL Fischsauce (alternativ Salz)
  • 1–2 TL Zucker
  • 1 Knoblauchzehe (optional)

Für die Dekoration: Salatblätter, Gurke oder Kohlblätter

Beilage: Reis oder Brot

Dosenfisch Tuning: thailändischer Makrelensalat

So gelingt die schnelle Zubereitung:

Fischstücke herausnehmen und abtropfen lassen, Tomatensauce auffangen und in eine kleine Schüssel geben.

Von den Kaffir-Limettenblättern die Mittelrippe entfernen, Blätter zusammenfalten und in hauchfeine 1 mm dünne Streifen schneiden. Schalotte oder Zwiebel pellen und in Ringe schneiden. Zitronengras mit einem schweren Gegenstand klopfen (für das Aroma), äußere Schicht entfernen und in feine Scheibchen zerkleinern. Die Chilis ebenfalls in dünne Ringe schneiden. Den optionalen Knoblauch fein hacken oder mit dem Messer zerreiben. Limette auspressen. Kräuter waschen, zupfen und zur Hälfte grob hacken. Die andere Hälfte der Blättchen für die Dekoration aufbewahren.

Für das typische salzig-sauer-süß-scharfe Yum-Dressing Limettensaft, Fischsauce, Knoblauch, Zucker und Chili verrühren und abschmecken bis eine harmonische Balance entstanden ist. Das Dressing mit der Hälfte der Schalotte und den gehackten Kräutern zur Tomatentunke geben und verrühren. Die Fischstücke auf Salat auslegen, Die Tomaten-Yum-Tunke über dem Fisch verteilen und mit den restlichen Kräutern und Zutaten dekorieren.

In Thailand serviert man den Salat mit oder auf Reis. Ich habe Toastbrot geröstet. Gurke, Salat- oder Kohlblätter dienen zum Löschen des Brandes, denn durch die Chilis wird der Salat sehr scharf.

Werkzeuge: Messer, Brett, Schüsselchen, Teller

Der Salat ist in zehn Minuten fertig
Die See kocht Makrelen Salat thailändisch
Fisch mit Yum-Dressing übergießen
Und mit den restlichen Kräutern dekorieren

Tipps und alternative Zutaten:

  • Limettensaft kann notfalls durch Zitronensaft ersetzt werden.
  • Kaffir-Limettenblätter gibt es auch getrocknet. Mit kochendem Wasser überbrüht, werden sie wieder halbwegs aromatisch. Für den Hausgebrauch frische Blätter am besten im Tiefkühlfach lagern.
  • Anstelle von Zitronengras können alternativ frische Ingwerstreifen den Salat verfeinern.
  • An Kräutern sollte wenigstens eine Sorte verwendet werden. Falls ihr weder Minze noch Koriander findet (oder mögt), könnt ihr euch mit frischen Sellerieblättern oder Frühlingszwiebelgrün behelfen. Tipps wie Kräuter länger halten, findet ihr hier.
  • Fischsauce kann durch Salz, Sardellenpaste oder ein fein zerriebenes Anchovisfilet ersetzt werden. Sojasauce ist kein Ersatz, sie gibt der Sauce eine andere Note.
Dauerproviant: trockene Kaffir-Limettenblätter eingeweicht

Welche Makrelen schwimmen in der Tunke und welche in Thailand?

In Thailand kommt die kurze, silberne Makrele „Pla Thu“ auf die Teller. Die Makrele ist ein kleiner Fisch, den vor allem die Einheimischen schätzen, er wird auf den Märkten angeboten. In Touristenrestaurants habe ich ihn noch nie gesehen, auf der Karte stand er dort auch nicht.

Auf dem Markt sind die kleinen Makrelen bereits vorgegart. Sie liegen mit abgeknicktem Kopf traditionell im Dreierpäckchen in den Bambuskörbchen oder heutzutage natürlich in den unvermeidlichen Plastikverpackungen. Der Pla Thu wird in stark gesalzenem Wasser gedämpft. Das machte ihn haltbar, sodass er in früheren Zeiten ohne Kühlung sogar bis in den heißen Isarn gebracht werden konnte. Um ihn vor dem Verderb zu schützen, wurde er einfach alle zwei Tage erneut aufgekocht.

Die kurze, südostasiatische Makrele (Rastrelliger brachysoma) ist eine Verwandte des Thunfischs und des Bonito. Makrelen enthalten A- und B-Vitamine, viel Eiweiß und einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Deshalb sind sie sehr gut für eine Herz- und Kreislauf-Diät geeignet. Leider ist der „fish of the nation“ in Thailand bereits gefährdet. Die Fangmenge ist stark geschrumpft, der Fisch muss jetzt auch aus Kambodscha, den Philippinen oder Malaysia importiert werden.

Makrelen haben hohen Omega-3-Fettsäurengehalt
Die getigerten Atlantik-Makrelen schwimmen bis in die Ostsee

Die getigerte Atlantik-Makrele

Bei meiner dänischen Konserve ist laut WWF Fischratgeber noch viel im grünen Bereich. Die Atlantik Makrelen (Scomber Scombrus) stammen laut Packung aus dem FAO 27 Nordost-Atlantik. Abhängig von der Fangmethode steht die Ampel für dieses Fanggebiet noch auf grün-gelb. Die gestreiften Makrelen können bis zu 60 cm lang über 3 kg schwer werden. Unser Revier, die Ostsee hat keinen eigenen Makrelenbestand, im Sommer ziehen jedoch viele Schwärme durch, sodass sich das Angeln dort lohnt. In Middelfart und vielen anderen Orten ziehen die Angler dann eine Makrele nach der anderen aus dem Wasser. Frische und preiswerte Makrelen gibt es in Dänemark in jedem Fischgeschäft.

Alternativ frische Makrelenfilets braten, zerpflücken und mit Kräutern servieren

Zubereitung mit frischer Makrele

Für diese Fingerfood-Variante werden die Zutaten einzeln auf einer Platte angerichtet. Am besten kauft ihr frische Markelenfilets. Diese werden in Öl golden angebraten und in Stücke zerpflückt. Danach mit gegarten Reisnudeln, Salatblättern, dem Yum-Dressing und den frischen Kräutern als Fingerfood „Miang Pla Thu“ serviert. Das Gericht funktioniert im Baukastenprinzip. Jeder nimmt sich die Zutaten, die er mag, legt sie auf ein Salatblatt und träufelt etwas vom Yum-Dressing darüber. Das gefüllte Blatt zusammenfalten und abbeißen.

Wie einfach das geht, zeigt euch Pai von Pailin’s Kitchen. Wer keinen Fisch an Bord braten will, (was verständlich ist) verwendet Makrelen in Wasser oder Öl aus der Dose. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es mit den Räuchermakrelen schmeckt, die es in Dänemark in jeder Røgeri gibt. Improvisation ist an Bord alles.

10 Kommentare zu „Thai Makrelensalat mit Dosenfisch „Yum Pla Krapong“

  1. Super Rezept! Kannte ich noch nicht, hab ich bewusst auch noch nie gesehen. Da ich vieles schon hier habe, werde ich das bald mal nachahmen – weil Dosenfisch auch etwas für mich ist. 🙂

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      1. Ja, nachdem die Makrelen nicht mehr so zahlreich ins Netz gehen…
        dffffghhh (oh, das hat Katze Paula getippt, vielleicht wollte sie damit klarstellen, dass sie auf jeden Fall Sardinen vorzieht!) 😜

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    1. Stimmt, das sind die Thailändischen Basics. Bis auf die Kaffirlimettenblätter gibt es das mittlerweile in fast jedem Supermarkt. Mindestens jedoch Limette, Chili und Koriander. Minze wird schwieriger und Zitronengras, das braucht es eher den Edeka und Kvickly.
      Lg Cornelia

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  2. Dosenfisch ist ja etwas, vielleicht von Sardellen in homöopatischen Umami-Dosen abgesehen, mit dem man mich zielsicher in die Flucht schlagen kann. Rasend schnell. Bei Thunfisch ganz besonders. Neben Marzipan und allem Bittermandelzeugs, Rosenkohl und Lebertran ist das ganz weit vorn auf meiner Fluchtliste. 😀

    Dass ich aber für Momente an meiner Hartleibigkeit zweifle, darfst Du als Riesenkompliment auffassen (als solches sind meine Worte gemeint): Denn das sieht so unfassbar köstlich aus, dass ich fast, aber nur fast schwach werden könnte. Chapeau! Clacque!

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