Bete! Und der Frühling wird kommen. Mit Rohkost-Salat

Der Frühling kommt jedes Jahr fast noch überraschender als Weihnachten. Mit dem Tageslicht und der Wärme steigt auch die Lust auf frische, knackige Dinge (Nicht nur auf junges Gemüse, wie einige ältere Seebären sicher jetzt denken werden). Doch leider kann das heimische Angebot nicht so schnell mitwachsen – das Frühlingsgemüse muss erstmal sprießen. Und da ich möglichst regional und saisonal einkaufen will, greife ich trotzdem gerne auf Wintergemüse zurück. Zur Zeit wären das hauptsächlich Rüben, Wurzelgemüse und Kohlsorten.

Wie das trotzdem alles sehr sonnig werden kann und zudem auch überaus gesund ist, beweist dieses wunderbare Rohkost-Salat-Rezept aus einfachen und sehr gut lagerfähigen Zutaten.

Rohkostsalat Proviant Segeln und Camping

Da geht die Sonne auf. Wintersalat aus Rohkost und Orangen.

Die Zutaten für den Rohkost-Salat etwas genauer betrachtet:

Die erste Zutat, die Möhren: Sie sind der Dauerbrenner in meiner Kombüse. Möhren schmecken idealerweise süß und mild, doch leider gibt es manchmal richtig verbitterte Möhren. Woher das kommt? Dazu habe ich im Netz verschiedene Theorien gefunden. Die eine besagt, dass Möhren bitter werden, wenn sie durch Lichteinflüsse ergrünen.

Das ist aber nicht der einzige Grund. Eine andere Theorie besagt, dass Stress während der Ernte die Ursache sein kann. So aberwitzig das klingt, aber Möhren sollen bitter werden, wenn sie während der Erntezeit ein Schleudertrauma zu erleiden haben und nicht schonend geerntet werden. Diese Sensibelchen.

Tipp: Bittere Möhren bitte nicht mehr für den Salat verwenden. Besser einzeln vorkosten.

Möhren übrigens nicht zusammen mit Äpfeln lagern. Ich habe ganz gute Erfahrungen gemacht, wenn man sie in Alufolie wickelt und das dicke Ende rausgucken lässt. Dann können sie besser ablüften.

Betesalat Knollen, Rüben, Wurzeln

Rauhe Schale, sonniger Kern. Von außen alles andere als attraktiv.

Zweitens, die Bete: Nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich gibt es große Unterschiede. Die bekannteste Sorte, die Rote Beete, schmeckt mitunter schon sehr erdig und ist nicht jedermanns Geschmack. Und Wahrschau: Die intensive Farbe ihres Farbstoffs Betanin geht nur sehr schwer wieder ab. Mehr dazu auch in meinem Labskaus Experiment.

Im übrigen gibt es nicht nur Rote Bete, sondern auch knallig gelbe, rosa-gestreifte und auch Weiße Bete. Sie sind nur viel seltener zu finden. Mein Favorit ist die Gelbe Beete. Sie schmeckt viel aromatischer und süßer und hat eine schöne Maserung. Gemeinsam haben alle eins: Sie sind sehr gesund und enthalten viele gute Inhaltsstoffe wie Vitamin B und C, Calium, Folsäure und auch Eisen.

Auf dem Markt sind die äußerlich unscheinbaren Knollen ab Oktober frisch erhältlich. An einem dunklen, trockenen und kühlen Ort können sie lange gelagert werden. Also richtig guter Proviant.

Die dritte Zutat, die Navetten. Diese Rübchen feiern gerade ihr Comeback. Durch ihre Senföle liegen sie geschmacklich zwischen Rettich und Radieschen vor Anker. Man erkennt sie an der lila Färbung an der Oberseite. Navetten haben ebenfalls jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß. Es gibt sie hauptsächlich in den Wintermonaten. Sehr empfehlenswert.

Hier geht es zu dem Bete-Rübchen-Salat Rezept:

Alles Gemüse bleibt roh und behält dadurch nicht nur seine Knackigkeit, sondern auch seinen puren Geschmack und alle Vitamine. Und auch das Auge isst mit, durch die vielen fröhlichen Farben.

Die Zutaten im einzelnen, für 2 Personen

  • 2 große Möhren, (gerne auch in verschiedenen Farben)
  • 2 Orangen (am besten Blutorangen)
  • Gelbe Bete (etwa faustgroße Knolle, je kleiner desto besser)
  • 1 kleine rote Bete (nur für die Farbakzente, sehr intensiv)
  • 2-3 Navette Rübchen

Für das Dressing:

  • etwas Orangensaft (entsteht beim Filetieren der Orangen)
  • 2 Esslöffel gutes Olivenöl
  • 1-2 Esslöffel brauner Zucker (vegan) oder Honig
  • 1 Teelöffel Cumin (also Kreuzkümmel geschrotet)
  • 1 Teelöffel Fenchelsaat (optional, geschrotet)
  • 1 frische rote große Chili (milde Schärfe, ersatzw. Chili Flakes)
  • Frischer Pfeffer und Meersalz
  • Und als Frühlings-Farbtupfer viel frische Kräuter wie z.B. Kerbel, Koriander, Minze oder Petersilie

Tipp: Toll zu diesem Rezept ist übrigens auch Fenchel mit Fenchelgrün, Kohlrabi oder Staudensellerie. Also alles, was lange richtig knackig bleibt und saisonal verfügbar ist.

Und so wird kräftig gehobelt, die Zubereitung:

Alle Knollen und Wurzeln schälen und in sehr dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Tipp: Am besten funktioniert das mit einem Trüffelhobel. Falls dieser nicht an Bord vorhanden ist, mache ich das – so fein es eben gelingt- auch mit dem Messer. Eine herkömmliche Küchenreibe ist oft nicht scharf genug und „zerrupft“ mir das Gemüse zu sehr. Aber jeder gerne so, wie er das am besten mag und kann. Das gehobelte Gemüse in eine Schüssel schichten.

Die Kräuter zupfen und beiseite stellen. Die Chili fein zerkleinern. Die Orangen mit dem Messer schälen. Die weiße Haut sollte vollständig entfernt werden.

Danach mit dem Messer einzelne Rippchen zwischen den weissen Häutchen auslösen. Die Orangenfilets zu dem Gemüse geben. Das Filetieren sollte am besten über der Schüssel geschehen, damit kein Tropfen Saft verloren geht.

Für das Dressing die „ausgeweideten“ Orangenreste noch einmal über einer zweiten kleinen Schlüssel ausquetschen. Mit Olivenöl, Honig, geschrotetem Cumin (und Fenchelsaat, falls auch Fenchel verwendet wird), Chili, Salz und frischem Pfeffer vermischen. Das Gemüse mit dem Dressing für wenigstens 1-2 Stunden marinieren, gerne auch über Nacht, dann kann das Gemüse die Marinade besser aufnehmen. Ich mag es allerdings lieber knackiger.

Den Salat zum Schluss mit frischen Kräutern garnieren. Ich habe diesmal Kerbel genommen. Für mich das ultimative Frühlingskraut. Der Frühling kann kommen.

Werkzeuge: Scharfes Messer oder Trüffelhobel, Sparschäler, mittlere und kleine Schüssel, Brettchen

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