Steckrübeneintopf – schmeckt viel besser als gedacht

Meine Steckrüben Geschichte ist schnell erzählt. Vom Skrei am letzten Freitag war noch reichlich Steckrübe übrig. Wohin damit? Da dieses Gemüse nach ein paar Tagen einen muffigen Geschmack bekommen soll, habe ich mit etwas Suppengrün einen schnellen Eintopf gekocht, der durch seine gelbe Farbe wieder etwas Sonne in den trüben Februar bringt.

Steckrüben, Was kochen beim Segeln?

Einfach, deftig und wird von Tag zu Tag besser.

Die Zubereitung ist wirklich sehr einfach. Und auch mein Lieblingsproviant – der echte Südtiroler Speck – kommt hier wieder groß raus.

Steckrübe, das Chamäleon unter den Gemüsen

Die Steckrüben (auch Kohlrübe oder Wruke) haben eine grün-gelbe bis rötliche Farbe, eine derbe Schale und weißlich gelbes Fleisch mit einem leicht süßlichen Kohlgeschmack. Sie sind zudem kalorienarm und vitaminreich. Die bis zu 1,5 Kilogramm schweren Wurzelknollen haben die Eigenschaft, fast jeden Geschmack anzunehmen. Macht man sie z.B. mit Gurken ein, schmecken sie wie diese. Auch bei Wurzelgemüse, wie in meinem Rezept, haben sie sich dem Geschmack perfekt angepasst.

In Notzeiten, wie während und nach den Weltkriegen, wenn es noch nicht einmal mehr Kartoffeln gab, dienten Steckrüben als letzte Nahrungsreserve für die Bevölkerung. Steckrüben waren damals die Basis für die verschiedensten Gerichte. Es gab Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Sauerkraut und sogar Steckrüben-Kaffee. Steckrübe ist bei Zeitzeugen sicher auch deshalb nicht sonderlich beliebt. Umso erstaunlicher ist es, dass die Rübe jetzt wieder einen Stammplatz in der gehobenen Gastronomie und auch bei mir an Bord erobert hat.

Die Zutaten für den Steckrübeneintopf:

  • 600 g Steckrübe, gewürfelt
  • 2 dicke Möhren, gewürfelt oder in Scheiben geschnitten
  • 1 große Zwiebel und/oder 1 Stange Lauch
  • 1 Stück Sellerie oder 2 Selleriestangen
  • 2 mittelgroße Kartoffeln
  • 2 El Gänseschmalz (alt. Butterschmalz oder Öl)
  • 100 g Speckwürfel, am besten vom Südtiroler
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 El Zucker
  • Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Stück Ingwer
  • ½ frische oder 1 getr. Chili
  • 1 Knoblauchzehe
  • frische Petersilie zum dekorieren
  • Weisser Balsamico oder Essig (optional)

Und so wird der Steckrübeneintopf gekocht:

Steckrübe, Möhren, Kartoffeln und Zwiebeln schälen und grob würfeln. Lauchstange und Sellerie waschen und ebenfalls zerkleinern. Den Speck würfeln, die Schwarte vorher abschneiden und beiseite legen. Ingwer, Knoblauch schalen und fein würfeln. Die Chili zerbröseln (getrocknete) oder in Ringe schneiden (frische).

Schmalz oder Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen, die Speckwürfel, die Schwarte und Zwiebelwürfel darin glasig dünsten.

Gemüse, Lorbeerblatt, Ingwer, Chili und Knoblauch zugeben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und glasig dünsten. Mit gut einem Liter Wasser auffüllen und offen etwa 60 min leise köcheln lassen. Jetzt ist das Gemüse noch relativ knackig. Wer mag, kann den Eintopf noch länger kochen lassen.

Zum Servieren in Schalen füllen und mit Salz, Pfeffer und etwas Essig abschmecken. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

Werkzeuge: Brett, Messer, größerer Topf, Kochlöffel, Schöpfkelle

Steckrüben, Was kochen beim Segeln?

Mit Pfeffer, Salz und Essig abschmecken, der Eintopf schmeckt aufgewärmt noch besser

Tipp: Steckrübeneintopf kann in größeren Mengen gekocht werden, er schmeckt mit jedem Aufwärmen besser, die Rüben werden dabei seltsamerweise immer gelber. Mit Essig wird der Eintopf wirklich herzhaft, durch das Zusammenspiel von Säure, Süße und einem Hauch Schärfe.

2 Kommentare

  1. Steckrübe, Kohlrübe in Bayern – richtig, für die Generation, die noch Notzeiten erlebt hat, nicht unbedingt eine Erinnerung wert – allein schon die Bezeichnung klingt irgendwie minderwertig… da klingt doch ‚Turnips‘ viel besser…und wahrscheinlich hat dieses Gemüse deshalb im angelsächsischen Raum einen wesentlich besseren Ruf als hier. Find ich klasse, dass Du Dich der armen Steckrübe annimmst – die hat’s echt verdient!
    LG
    Tommy

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    1. Hallo Tommy, die Steckrübe begegnet mir immer öfter auf den Speisekarten der besseren Restaurants. Meistens in Form von grafisch netten Würfeln, wie zum Beispiel im empfehlenswerten Jellyfish in Hamburg. Einen speziellen Geschmack konnte ich noch nie zuordnen, aber einen schönen Biß und eine schöne Farbe. Also wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Und die regionalen Sachen sind ja auch im Trend.
      Und für mich sozusagen als Wiedergutmachung für das Wagyu…

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