Holundersirup

Holunderblüten-Sirup selbst gemacht, selbst gesammelt und kalt angesetzt

Was für ein furioser Saisonstart. Nach nur vier Wochenenden im Mai haben wir jetzt schon Sonne für den ganzen Sommer getankt. Passend zu den Temperaturen, gibt es ein schnelles und saisonales Rezept für eure Verproviantierung. Heute verrate ich, wie ihr aus den Blüten des schwarzen Holunders Holunderblütensirup selber herstellen könnt.

Die See kocht Hollerschorle

Erfrischung gefällig. Mit Hollerschorle oder Virgin Hugo

Anlass ist die Holunderblüte, die jetzt endlich im Norden und in Dänemark beginnt. Wie ihr Holunderblüten erkennt, und was ihr beim Pflücken beachten solltet, findet ihr im Rezept für die „Holler Küchle“.

Holunder Blüte auf Fünen Anfang Juni

Alter Holunderbaum in Torø Huse auf Fünen am 01. Juni

Holunderblütensirup gehört in viele Mixgetränke, zum Beispiel in den Hugo. Da ich keinen „Prosätscho“ mag, lasse ich lieber den Alkohol weg und genieße den Sirup in einer Hollerschorle. Das heisst mit viel Mineralwasser (laut), Eiswürfeln, etwas Limetten- oder Zitronensaft und Minze, falls vorhanden.

Holunderbluete im Juni

Im Juni blüht der Holunder auch im Norden

Und das waren die Zutaten für den Sirup:

  • 10-20 Dolden von der Holunderblüte (je nach Größe)
  • 1 kg Zucker
  • 1 Liter Wasser
  • 2-3 Bio-Zitronen
  • 20 g Zitronensäure (nur optional, siehe Hinweis)
Holler Schorle aka Virgin Hugo

Ein Schuss genügt. Dann wird die Schorle nicht zu süß

Holunderblütensirup mit oder ohne Zitronensäure einkochen?

In vielen Rezepten findet ihr Citronensäure auf der Zutatenliste. Ich habe sie nicht verwendet, weil ich nichts verzehren möchte, mit dem ich sonst Kaffeemaschinen entkalke.

Zitronensäure soll die Haltbarkeit des Sirups verlängern. Ich setze lieber auf Zucker – als natürlichen Konservierungsstoff  – und auf Sorgfalt beim Abfüllen des Sirups. Außerdem koche ich nur eine kleine Menge ein. Am Ende des Sommers ist dann alles verbraucht oder verschenkt.

Aus was besteht Citronensäure wirklich?

Citronensäure wurde in Zitrusfrüchten entdeckt und ursprünglich aus Zitronensaft isoliert. Mittlerweile grenzt diese Bezeichnung fast an Verbrauchertäuschung. Zitronen spielen bei der Herstellung keine Rolle mehr. Bei der Produktion werden spezielle biotechnologische Verfahren angewandt, bestimmte Schimmelpilze produzieren während des Stoffwechsels die sogenannte Zitronensäure. Um dies zu beschleunigen, kommt manchmal auch Gentechnik mit ins Spiel.

Übrigens sind Ascorbinsäure (Vitamin C, E300) und Zitronensäure (E330) nicht identisch, sondern nur ähnlich in der Herstellung.

Mein Rat: Finger weg und lieber echte Zitronen kaufen. Wenden wir uns lieber den schönen Dingen zu: Den duftenden Holunderblüten.

Hier geht es zur Zubereitung:
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