Vegetarisch

Es muss nicht immer Fleisch sein. Mit vegetarischen Gerichten umschifft ihr elegant auch das leidige problem mit der Kühlung.

Schwarzer Linsensalat – Rezept mit Sellerie, Nüssen und Minze

Der lauwarme Linsensalat ist das Resultat meiner guten Neujahrsvorsätze. Wichtigste Zutat sind Beluga-Linsen, häufig auch Kaviarlinsen genannt.

Die schwarzen Hülsenfrüchte sind weit gereist. Zu Beginn der Segelsaison 2017, habe ich sie in ein luftdichtes Gefäß gepackt, um sie als Proviant an Bord zu lagern. Zum Saisonende habe ich sie ungeöffnet wieder nachhause gefahren. Die Hülsenfrüchte sind somit echte Linie-Linsen. Mehrfach haben sie den Nord-Ostsee-Kanal überquert und den Kleinen Belt passiert.

Beluga Linsen Sellerie Nüsse lauwarm

Perfekte Resteverwertung und wenige Zutaten: Schwarzer Linsensalat

Schwarze Kaviarlinsen – nicht unbegrenzt haltbar

Im neuen Jahr war eine Razzia in den heimischen Vorratsschränken überfällig. Tipp: Auch wenn Linsen lange halten, verlieren sie „im Alter“ an Geschmack und die Kochzeit verlängert sich. Nach gut einem Jahr war es an der Zeit, die Hülsenfrüchte zu verbrauchen. Ein schönes Linsenrezept musste her.

Die See kocht Sellerie-Linsensalat

Gute Vorsätze: weniger Ballast und weniger Fleisch

Beluga-Linsen und Knollensellerie – eine nussige Angelegenheit

Das Linsengericht ist nicht nur „genussvoll vegetarisch“, sondern sogar vegan. Die Inspiration zu diesem Rezept stammt vom israelisch-britischen Food-Guru Ottolenghi. Im Vergleich zu seiner sonstigen Rezepte-Opulenz ist die Zutatenliste kurz gehalten. Im Kochbuch kategorisiert er das Linsengericht nicht als Salat, sondern als Hauptmahlzeit. Hülsenfrüchte sind aus der orientalisch-mediterranen Küche ohnehin nicht wegzudenken.

Der Reiz des Rezepts liegt in der Kombination von nussigen Aromen: den Beluga-Linsen, dem intensiven Knollensellerie und den Haselnüssen. Ein Rezept, das Allergikern echten Angstschweiß auf die Stirn treibt. 😉

Nussiger Sellerie und Linsensalat vegan

Aromatischer Sellerie, Nüsse und Minze

Welche Linsen eignen sich für Salat?

Die Zutatenliste nennt französische „Le Puy“ Linsen. Diese behalten – genau wie die Belugalinsen – ihren Biss. Nicht jede Sorte eignet sich für Salate. Mehr Wissen, Einkaufs- und Lagerungstipps sowie ein kleines Linsen-Glossar gibt es am Ende Beitrags.

blauschwarze kleine Belugalinsen trocken

Blauschwarze Linsen, auch Kaviarlinsen genannt

Die Zutaten Sellerie-Linsen-Salat für zwei Personen

Das Verhältnis gekochte Linsen/Sellerie sollte etwa 50:50 sein.

  • 100 g getrocknete Linsen (Beluga oder „Le Puy“)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1-2 Thymianzweige
  • 1/2 Knollensellerie (etwa 300g – 400g)
  • 1 rote Zwiebel oder Schalotte (optional)
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Haselnussöl (oder anderes Nussöl, ersatzw. neutrales Öl)
  • 2 EL Rotweinessig
  • 2 EL Haselnüsse (oder andere Nüsse)
  • Frische Minze (kleiner Bund)
Linsensalat mit Knollensellerie und Minze

Auf dem Löffel: Knackige Linsen & Nüsse, weicher Sellerie: The Taste!

Hier geht es zur Zubereitung der Sellerie-Linsen:
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„Cacio e Pepe“ einfaches Pasta-Rezept mit nur drei Zutaten

Pasta, Pecorino, Pfeffer. Einfache Zubereitung aus wenig Proviant – nach solchen Rezepten suche ich seit nunmehr drei Jahren. Diesmal bin ich in Rom fündig geworden: Das Rezept „Cacio e Pepe“ ist wahrhaft minimalistisch. Ihr braucht nur drei Zutaten – Wasser und Salz nicht mitgerechnet. Das sind noch weniger als für die scharfen Spaghetti  „Aglio e olio“.

Bord Rezept: Pasta Cacio e pepe

Gibt gutes Wetter: Dieser Teller wird aufgegessen. Versprochen!

„Cacio e Pepe“, heißt übersetzt Käse und Pfeffer. Was soll da schon schiefgehen?

Wenn die Zutaten gut sind, sollte für die einfachste Pasta Italiens nichts schiefgehen. Dachte ich. Nach etwas Recherche und etlichen Youtube Videos italienischer Chefs war ich verunsichert. Welches ist nun das authentische „Cacio e pepe ricetta tradizionale“? Viele Chefs claimen das einzig wahre Rezept für sich.

Epicurious.com schreibt hierzu: An einem solchen Gericht werden Küchenchefs gemessen und jeder schwört auf eine andere Methode.

Auch meine ersten Versuche enttäuschten. Entweder verklumpte der Käse, der Pfeffer verbrannte oder die Pasta geriet zu trocken. Irgendwann hatte ich den Dreh raus, die Nudeln schmeckten so schlotzig, wie es sein sollte. Käse und das stärkehaltige Nudelwasser verbanden sich zu einer Emulsion, der schwarze Pfeffer sorgte durch und durch für eine feine Schärfe.

Die See kocht: Cacio e pepe

Statt Sahne: Nudelkochwasser und Käse

Richtig zubereitet, schmeckt das römische Gericht unwiderstehlich cremig und würzig. Wer die Pasta auf dem Teller hat, bemerkt nicht einmal, dass Butter, Olivenöl, Eier, Sahne oder Knoblauch fehlen. Wie ist das möglich?

Das Geheimnis liegt in den Grundzutaten und am richtigen Timing. Und so hat es letztlich geklappt:

Cacio e pepe Pasta Pfeffer Pecorino

Pecorino, Pepe, Pasta. Einfacher geht es nicht für Cacio e Pepe

Die Zutaten für zwei Personen

  • 200 g – 250 g Spaghetti, Bavette oder Linguine (Tonnarelli im Original)
  • 125 g Pecorino (oder auch Grana, Parmesan, Manchego oder gemischt)
  • 2 EL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Wasser
  • Meersalz

Anmerkung zum Käse: Im Original wird „Cacio di Roma“ und „Pecorino Romano“ gemischt. „Cacio di Roma“ (übersetzt Käse aus Rom) ist ein junger Schafskäse. Er hat ein mildes Aroma und eine geschmeidige Textur. Sein cremiger Geschmack balanciert den würzigen „Pecorino Romano“ perfekt aus. Cacio di Roma schmilzt schneller als der bröckelige Pecorino. Beide Sorten sind bei uns nicht einfach zu finden.

„Epicurious“ empfiehlt deshalb, den Pecorino mit milderen Grana Padano zu mischen. Vermutlich schmeckt auch junger Queso Manchego Fresco in der Mischung – einen Versuch wäre es wert. Junger Parmesan dürfte ebenfalls geeignet sein. Grana und Parmesan sind allerdings aus Kuhmilch.

Eine gute Bezugsquelle für Pecorino ist Tiposarda. Dort gibt es über 20 Sorten von jung bis gereift.

Pfeffer Käse Nudeln Cacio e Pepe Rezept

Diese Nudeln machen glücklich. 😉

Für die Pasta empfiehlt das Original-Rezept römische Tonnarelli. Diese handgemachten Nudeln sehen aus wie viereckige Spaghetti. Die Pasta wird auch „Spaghetti alla chittarra“ genannt. Der Name stammt von einer Art „Pasta-Gitarre“. Der Teig wird bei der Herstellung durch die Saiten gedrückt, dadurch erhalten die Nudeln ihren viereckigen Querschnitt.

Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer, deshalb auch beim schwarzen Pfeffer nicht sparen. Einige Chefs empfehlen Sarawak Pfeffer aus Borneo. Ich habe den fruchtigen Jahrgangspfeffer Kampot Rouge aus Kambodscha von Pure Pepper verwendet. In jedem Fall sollte Pfeffer immer frisch gemahlen oder zerstoßen sein.

Pure Pepper Kampot Rouge 2016

Hier geht es zur Zubereitung von „Cacio e Pepe“: (mehr …)