BBQ

Des Seglers zweitliebstes Hobby. Hier dürfen auch die Männer ran, denn hier gibt es Fleisch satt.

Mongolisches Beef aus Flanksteak. Es gibt endlich Fleisch!

„Die See kocht“ wurde im Sommerheft der Yacht 16/2016 als „schöner Blog mit vielen kreativen Rezeptideen“ empfohlen. Im großen Urlaubsteil geht es ums Kochen an Bord. Ein tolles Heft und vielen Dank für das Lob. Der Monat Juli war bis jetzt der Erfolgreichste seit Bestehen des Blogs.

Kochen an Bord, Leseempfehlunf Yacht 16/2016 Die See kocht

Und schon wird in einem klassischen Segelforum diskutiert. Ein „Dödel“ (kein Witz) schreibt: „Das sei wohl eher so ein vegetarisches Ding, davon kriege er Depressionen.“ Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Da mir meine Leser am Herzen liegen, gibt es mit mongolischem Rindfleisch eine kleine Kurskorrektur. Mehr Fleisch geht nicht. 😉

Flank Steak Mongolisch in Pfanne

Heute darf es ein bißchen mehr Fleisch sein: „Mongolisches“ Beef

Was ist Mongolisches Beef?

Sicher ist, in der Mongolei gibt es dieses Gericht nicht. Mongolisches Rindfleisch, auch Mongolisches-BBQ-Beef genannt, ist eine westliche Erfindung. Über den Ursprung gibt es keine genaue Quelle. Ähnlichkeiten zum japanischen Teriyaki sind vorhanden.

Wahrscheinlicher ist eine US-Amerikanische Herkunft. Das Rezept soll eine Kreation chinesischer Einwanderer sein. Als Konzession an den amerikanischen Geschmack, entwickelten sie das süßlich-scharfe Wok-Gericht. Heute ist es in unzähligen asiatischen Restaurants auf der ganzen Welt zu finden. Mongolisch ist dabei allenfalls der hohe Fleischanteil. Die traditionelle chinesische Küche verwendet viel weniger Fleisch.

Bordküche: Mongolisches Beef mit Frühlingszwiebeln

Rindfleisch, Zwiebeln und Gewürze. Yummmie!

Drei Gründe für weniger Fleisch-Konsum

Trotzdem gibt es für meine generelle Fleisch-Zurückhaltung im Blog drei Gründe, auf die ich kurz eingehen möchte.

Erstens: Fleisch grillen geht immer. Darüber muss ich nicht mehr schreiben.

Zweitens: Frisches Fleisch lässt sich im Hoch-Sommer nicht problemlos lagern. Deshalb kaufe ich in dieser Jahreszeit weniger Frischfleisch ein. Das Risiko ist mir zu hoch.

Und Drittens: Aus moralischen Gründen möchte ich einfach weniger Fleisch essen. Über Massentierhaltung und gutes Fleisch gibt es bei „The Masked Chef“ Tommy einen Artikel. Lesenswert.

Für die Kombüse Flanksteak ganzes Stück auf Papier

Ein Flanksteak wiegt etwa 800g. Da bleibt noch was für den Grill übrig 😉

Mongolisches Beef aus Flanksteak – Was ist das?

Der Kapitän war begeistert, endlich wieder Fleisch satt! Das Fleisch wird im Wok gebraten, ein perfektes Fallback, falls ein Gewitter spontan den Grillabend verhagelt.

Neben Rindfleisch stehen nur noch Knoblauch, Zucker, Ingwer, Sojasauce, Chilis und Frühlingszwiebeln auf der Zutaten-Liste. Das gibt es in jedem Supermarkt und in meiner Proviantkiste.

Flank Steak Was ist das? Cut.

Süß, Salzig, Scharf! Es gibt endlich was zu beißen.

Was ist das besondere am Flank-Steak?

Das Fleisch aus dem Bauchlappen eignet sich perfekt für das Mongolische-Beef. Es schmeckt zart und aromatisch – wenn es gut abgehangen ist und richtig aufgeschnitten wird.

Dabei ist Flank-Steak schon lange kein Geheimtipp mehr. Einige Gourmet-Online Versender und bekannte Grossisten bieten das Steak aus US- oder Südamerika Import für mittlerweile 30 bis 40 € pro Kilogramm an.

Flank Steak quer zur Faser geschnitten

Ob roh oder gegrillt: Flanksteak immer quer zur Faser aufschneiden

Als ich dies dem Schlachter meines Vertrauens erzählt habe, hat er sich scheckig gelacht. Mein Flanksteak war gut abgehangen, von dunkler Farbe und etwas eingetrocknet (neudeutsch: Dry Aged!). Es war nicht in Plastik vakuumiert. Perfekt für mein Vorhaben.

Der Schlachter hat eine eigene Rinderzucht in der Ostsee-Region. Mehr Details verrate ich nicht, denn Flanksteaks lassen sich nicht in unbegrenzter Zahl aus der Kuh schneiden. Übrigens hat es nur 11 € pro Kilo gekostet. Als ich das Geschäft verlassen habe, hat er immer noch den Kopf geschüttelt und vermutlich die Preise erhöht. 😉

Was ist Flank Steak? Zeichnung

Es muss nicht immer Entrecote oder Filet sein, wie meine Sketchnote zeigt

Flanksteaks gibt es in Dänemark in vielen Supermärkten. Für das Rezept brauche ich nur einen Teil des Steaks. Der Rest kann bei gutem Wetter gegrillt werden.

Kochen an Bord: Steak Mongolisch alle Zutaten auf Brett

Die Gewürze und Zwiebeln hat bestimmt jeder an Bord

Und das waren die Zutaten für das Mongolische Beef:

  • 300 g Flanksteak, quer zur Faser in Scheiben geschnitten (alt. anderes Stück vom Rind)
  • 1 TL Öl
  • 1 TL helle Sojasauce (alt. auch Fischsauce)
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL Speisestärke
  • 3-4 EL Öl zum Frittieren
  • 1 EL gehackter Ingwer
  • 1-2 EL gehackter Knoblauch
  • 2-4 getrocknete Chili Schoten (Menge nach Geschmack)
  • 3 EL dunkle Sojasauce (Ketjap Manis), alt. helle Sojasauce
  • 2-3 EL Wasser
  • 2 EL brauner Zucker (oder weniger, bei dunkler Sojasauce)
  • 1 TL Speisestärke mit 1 EL Wasser gemixt
  • 2-4 Frühlingszwiebeln, diagonal geschnitten (alt. Stück Lauch oder Zwiebel)

Jasminreis als Beilage, toll schmecken auch Taco-Fladen (Rezept hier).

Hier geht es zur Zubereitung im Wok: (mehr …)

Avernakø, Strandküche, dänische Südsee und der Dieb

Jetzt sind sie da, diese langen Sommerabende für die ich Dänemark und die dänische Südsee so sehr liebe. Die Sonnenuntergänge dauern ewig und gehen fast nahtlos in die Sonnenaufgänge über. Keinen Augenblick will ich jetzt draußen verpassen. Zu dieser Jahreszeit habe ich keine Lust, lange in der Kombüse herumzukriechen. Zeit für des Seglers zweitliebstes Hobby: das Grillen.

Avernakø Segler Hafen in Abendstimmung

Abends um halb zehn im großen Hafen von Avernakø

Umso schöner, wenn der Grillabend an einem meiner Top Five Grillplätze in der Dänischen Südsee stattfinden kann: Im Hafen von Avernakø.

Grillplatz Seglerküche auf Avernakö

Mehr Wassernähe für das BBQ geht nicht

Avernakø Segler Hafen nach Sonnenuntergang

Wer will jetzt noch aufwändig kochen? Bilderbuch Sonnenuntergang

Mit dem schönen Wetter zieht endlich das „Laissez faire“ an Bord ein. So habe ich an diesem windstillen Abend ausnahmsweise eine fertige Gewürz- Mischung verwendet.

Wenn ich Zeit habe, mache ich Rubs und Marinaden wie das Thai BBQ natürlich selbst. Doch heute war ich faul und wollte nur die traumhafte Ruhe genießen.

Die farbenfrohen Mischungen von Strandküche (wie passend) machen einfach Lust aufs Meer. Besonders gut gefällt mir das BBQ Gewürz. Von den Surfern in Klitmøller an der dänischen Nordseeküste inspiriert, hat Strandküche das gleichnamige Gewürz komponiert: viel duftendes Majoran, gefolgt von Knoblauch, Muskat, Pfeffer, Koriander und leichter Chili Schärfe. Der Vollrohrzucker sorgt dafür, dass das Fleisch leicht karamellisiert ohne zu verbrennen.

Und wie im letzten Beitrag schon beschrieben, bitte kauft kein vormariniertes Fleisch! Das ist qualitativ zweifelhaft.

Bordküche ist Strandküche Avernakø Paellapfanne auf Grill Spargel und

Frisch mariniert, aussen knusprig, innen zart

Ansonsten gab es zu unserem BBQ einfach Gemüse aus der Paellapfanne. Die Spargelzeit ist offiziell zwar vorbei, grünen Spargel findet ihr noch, Zucchini oder Pimientos sind gute Alternativen. Dazu Maishähnchen, Flanksteaks oder Fisch direkt vom Grill. Oder den super-simplen schwäbischen Kartoffelsalat.

Kochen an Bord: Grill von oben Paellapfanne auf Avernakø

Low Carb am Strand. Wunderbar

Ein Rezept gibt es heute nicht. Allgemeine Grilltipps und weitere Grill-Marinaden Rezepte findet ihr hier.

Und was war mit dem Dieb? Eine freche Möwe versuchte, uns den Fisch vom Grill zu mopsen. Als harmloser Strandläufer getarnt, hatte sie es beinahe geschafft. Hier ist so wenig los, dass ich darüber schreibe. Dazu die Fotostory in drei Teilen 😉

Was gibt es auf Avernakø noch zu entdecken? Hier weiterlesen:
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