Buchenweizen-, Birne und Feldsalat – Der „bye bye Winter“ Wintersalat

Weil der Markt bald wieder voll von jungem Frühlingsgrün ist, gibt es noch einmal einen echten „bye bye Winter“ Winter-Salat. Die Zutaten Buchweizen, Birne und Feldsalat passen zu den kalten Tagen. Und davon soll es die nächsten Tage noch einmal reichlich geben. Hoch „Katharina“ und Tief „Quirinius“ sind schuld.

Wintersalat mit Buchweizen
So schön schmeckt der Winter: Feldsalat mit Buchweizen und Birne
Feldsalat und Birne
Heimische Birnen aus Kühlhäusern und Feldsalat vom Feld 😉

Im April findet ihr herzhaften Feldsalat aus Freiland noch auf dem Markt. Doch seine Tage sind gezählt. Genau wie die der letzten regionalen Birnen, die es im Handel jetzt noch gibt.

Heimische Birnen lagern seit dem Herbst in speziellen Kühlhäusern. Durch Temperaturen von -1 Grad und einem speziellen, sauerstoffarmen Luftgemisch überstehen sie (genau wie die heimischen Äpfel) ohne größere Geschmackseinbußen den Winter. Doch so langsam muss auch die letzte Birne an die Luft. Im Supermarkt gab es aktuell die schmackhafte „Conference“ Birne aus Deutschland und „Abate Fetel“ aus Italien. Bald schon kommen die Birnen aus Übersee.

Bei der Lagerung an Bord oder zu Hause solltet ihr bedenken, dass Birnen leicht unreif geerntet werden. Dann sind sie noch ziemlich hart. Bei Zimmertemperatur reifen von sie nach und entwickeln ihr typisches Aroma. Eine reife Birne gibt auf Druck leicht nach und duftet. Sie sind leider ziemlich stoßempfindlich. Wer Birnen mit Äpfeln lagert, beschleunigt die Reifung. Mehr über die Lagerung von Obst und Gemüse an Bord findet ihr unter dem Link.

Deutsche Birne und Buchweizen
Conference Birnen und Buchweizen – alles regional

Die nächste Zutat ist der vielseitige Buchweizen. Er stammt ursprünglich aus Asien und wurde zuerst in China kultiviert. Die Körner der anspruchslosen Nutzpflanze waren seit dem Mittelalter in Mitteleuropa für lange Zeit Grundnahrungsmittel. Durch den Siegeszug der Kartoffel wurde Buchweizen nach und nach verdrängt. Erst seit etwa 20 Jahren findet er zu Recht wieder mehr Anhänger.

In vielen anderen Ländern wie Kanada und Russland ist „Buckwheat“ immer noch Grundnahrungsmittel. Wenn ich an Buchweizen-Rezepte denke, fallen mir spontan die Buchweizen-Pfannkuchen mit Ahornsirup oder die nussigen japanischen „Soba“ Nudeln ein. Seltener noch die russische Buchweizengrütze „Kascha“, die es in süß oder herzhaft gibt.

Tipp: Für eine Buchweizengrütze „Kascha“ den Buchweizen mit Milch, Butter und einer Prise Salz und Zucker aufkochen und quellen lassen. Dazu Nüsse, Körner und Obst. Das ergibt ein mega leckeres Frühstück.

Buchweizen Kascha Frühstück
Buchweizengrütze ist auch ein gesundes Frühstück, hier mit Obst und Nüssen

Positiv: Buchweizen aus deutschem Anbau

Obwohl sich das Wort „Weizen“ im Namen findet, hat Buchweizen nichts mit Getreide zu tun. Die Pflanze ist eine sogenanntes „Pseudogetreide“ (wie Amaranth oder Quinoa). Sie gehört botanisch gesehen zu der Familie der Knöterichgewächse. Seinen Namen bekam Buchweizen durch die an Bucheckern erinnernde Körnerform und die Verwendungsmöglichkeiten, die dem des Weizens sehr ähnlich sind. Buchweizen ist glutenfrei, für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeiten (Zöliakie) sind die Produkte eine gute Alternative.

Buchweizen im Handel ist meist schon geschält, die Körner sehen gelb-grünlich aus, das rotbraune Häutchen, das Allergien auslösen kann, wurde bereits entfernt. Die Körnchen sind knusprig, schmecken angenehm nussig und haben keine allzu harte Schale.

Buchweizen wird vermehrt wieder in Deutschland angebaut. Im Reformhaus habe ich Bio-Produkte aus dem Chiemgau, von der schwäbischen Alb und einigen anderen Regionen gesehen. Buchweizen ist auf neudeutsch somit ein „klimaneutraleres“ Produkt. Es muss wirklich nicht immer Quinoa aus Bolivien und Peru sein. Für mich gilt: Ich möchte den Andenbewohnern nicht die Körner wegfressen. Zumal es wirklich gute heimische Alternativen gibt.

Mit dem nussigen Buchweizen habe ich etwas experimentiert und es gleich dreimal in diesem Salat verwendet. Gekocht, geröstet und mit Zucker glasiert, als eine Art Buchweizen-Krokant.

Und das waren die Zutaten für zwei Personen:

Buchweizen Dreierlei
Buchweizen mal 3: Gekocht, geröstet und als Krokant

Zutaten für den Buchweizen-Birne-Feldsalat

  • 100 g-150 g Feldsalat (aus Freiland)
  • 1 reife Birne z.B. Conference
  • 150 g Buchweizenkörner, geschält (Reformhaus)
  • 1 EL Butter oder Öl
  • 4 EL Walnussöl (ersatzweise Sonnenblumen- oder Rapsöl)
  • 2 EL milder Weißweinessig oder weißer Balsamico
  • 2-3 TL heller Ahornsirup, (ersatzweise Honig, Puderzucker)
  • 1-2 EL brauner Zucker
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • Kresse zum Dekorieren (optional)
Wintersalat mit Buchweizen Birne
Glasierte Birnen sind köstlich, der Krokant gibt Biss

Hier geht es zur Zubereitung der drei Buchweizen Varianten:

1. Zunächst den gesamten Buchweizen ohne Fettzugabe in einer Pfanne rösten. Dadurch wird sein Nussaroma intensiviert. Tipp: Die Pfanne immer im Auge behalten, die Körner verbrennen extrem schnell. Ein bis zwei Esslöffel vom gerösteten Buchweizen beiseite stellen. Die Körnchen später einfach über den Salat streuen.

2. Aus zwei bis drei Esslöffeln des gerösteten Buchweizens den Krokant herstellen. Dazu Zucker mit ein bis zwei Esslöffel Wasser in einer Pfanne schmelzen lassen. Buchweizenkörner hinzufügen und rühren bis alle Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Die Körner kleben am Schluss nicht zusammen und erinnern an gebrannte Mini-Mandeln. Sie schmecken auch einfach so, zum Knabbern oder auf einem Müsli.

3. Den restlichen Buchweizen jetzt im Wasser weichgaren. Auf eine Tasse Buchweizen kommen eineinhalb Tassen Wasser. Tipp: Oft wird ein Verhältnis Buchweizen zu Wasser von 1:2 angegeben, das Ergebnis war mir zu weich. Die Körner für den Salat sollen noch etwas Biss behalten. Zum Garen den gerösteten Buchweizen mit dem Wasser in einen Topf geben. Leicht salzen und einmal kräftig aufkochen lassen. Wer möchte, kann etwas vom rötlichen Schaum abschöpfen. Sobald das Wasser kocht, Topf vom Feuer nehmen, mit Deckel zudecken und den Inhalt ausquellen lassen. Am besten den Topf in ein Handtuch einpacken. Dann bleibt der Buchweizen warm und kann in Ruhe ohne Energieverbrauch quellen.

Jetzt habt ihr Buchweizen dreifach parat und müsst nur noch den Salat anrichten. Natürlich könnt ihr einfach nur gequollenen Buchweizen verwenden. Die drei Varianten machen den Salat raffinierter.

Zubereitung Feldsalat mit Buchweizen und Birnen

Den Feldsalat putzen, Wurzelenden abschneiden, die Büschel mehrfach gründlich waschen, auf Sand kontrollieren, sanft abtrocknen oder leicht schleudern. Bereithalten.

Aus Essig, Öl, Pfeffer und Salz das milde Dressing anrühren.

Birne in Spalten schneiden und in einem Esslöffel Butter oder Öl in der Pfanne andünsten. Pfeffern und salzen und zum Schluss mit etwas Ahornsirup glasieren. Der helle Ahornsirup gibt eine feine Karamell-Note. Wer es regionaler haben will, verwendet Honig oder Puderzucker (vegan).

Birnenspalten aus der Pfanne nehmen und bereithalten. Die gegarten Buchweizenkörner kurz in der Pfanne schwenken. Dadurch nehmen sie etwas vom süßlichen Birnen-Ahornsirup Aroma an.

Feldsalat und den gequollenen Buchweizen mit dem Dressing vermischen. Auf Tellern verteilen. Mit den Birnenspalten, Buchweizenkrokant, den gerösteten Körnern und der optionalen Kresse dekorieren.

So, das war es für das nächste halbe Jahr mit den Winterrezepten. Jetzt kommt Spargel, Rhabarber und co. Nur die Temperaturen sollten sich so langsam dem Saisonstart anpassen. Ahoi und bye bye Winter.

Birne gebraten mit Ahornsirup
Die Birnen mit Ahornsirup oder Honig glasieren
Wintersalat mit Buchweizen
Der Buchweizen nimmt gut die Aromen des Dressings an

Werkzeuge: Pfanne, Topf, Messer, Brett

9 Kommentare zu „Buchenweizen-, Birne und Feldsalat – Der „bye bye Winter“ Wintersalat

  1. Das sieht immer toll aus!

    Apropos: nach dem Quinoa-Hype sieht es in Bolivien nicht gut aus. Preise im Keller und der Aufwand ist hoch. Ich war dort und habe es gesehen…

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    1. Hallo Martin, das klingt sehr interessant. Wenn die Preise im Keller sind, dann könnten die Einheimischen es doch wieder essen? Oder sind jetzt die Infrastrukturen kaputt und die Ernährungsgewohnheiten? Hast du darüber geschrieben? Würde mich interessieren Liebe Grüße Cornelia

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  2. Superlecker, liebe Cornelia. Das mit den Birnen werde ich gleich ausprobieren. Gut recherchiert! Buchweizen war mir bisher nicht bekannt. Jetzt aber.!. Damit kann ich auch mein „Küchenpersonal“ beglücken. Danke für diese neue Idee. Sie liebt Feldsalat über alles. L.G. Johannes

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Johannes, Danke. Birnen sind so lecker, aber ich kaufe sie irgendwie zu selten. Zum Glück sind die kalten Temperaturen bald vorbei. Und jetzt kommt die Frühlingsküche. Cornelia

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  3. Hallo, vielen Dank für die interessanten Rezepte. Wisst ihr, dass Buchweizen sehr gesund ist?

    Hilft bei Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, bei Venenschwäche, Krampfadern, Durchblutungsstörung, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Hypertonie, Durchfall…und vieles mehr.
    Gerösteter Buchweizen ist durch seine Inhaltstoffe zudem Darm reinigend.

    (Bin Heilpraktikerin)

    Liebe Grüsse
    Birgit

    Gefällt 1 Person

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